Kirchensteuerrat verabschiedet Jahresabschluss 2014

Positive Kirchensteuerentwicklung im Jahr 2015 ist konjunkturell bedingt

KIRCHENSTEUERRAT (c) Bistum Mainz / Blum (Ersteller: Bistum Mainz / Blum)
Datum:
Mo. 5. Okt. 2015
Von:
tob (MBN)
Mainz. Bei der Sitzung der Vollversammlung des Kirchensteuerrates hat die Finanzverwaltung des Bistums Mainz am Montag, 5. Oktober, im Mainzer Priesterseminar den Jahresabschluss 2014 für das Bistum Mainz und den Bischöflichen Stuhl zu Mainz in konsolidierter Rechnungslegung vorgelegt.
KIRCHENSTEUERRAT--JAHRESBILANZ--2014 (c) Bistum Mainz (Ersteller: Bistum Mainz)

Nach einer Aussprache wurden die Abschlüsse, die von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte & Touche geprüft und mit einem uneingeschränkten Prüfungsvermerk versehen worden sind, von den Mitgliedern des Kirchensteuerrates verabschiedet. Bei einem Volumen der Erträge und Aufwendungen von 334,6 Millionen Euro nach 331,1 Millionen Euro im Vorjahr wurde ein Überschuss  von 5,7 Millionen Euro erzielt. Das Kirchensteueraufkommen, das knapp zwei Drittel der laufenden Erträge ausmacht, belief sich 2014 auf rund 207,9 Millionen.

Eine Million zusätzlich für den Flüchtlingsfonds

Der Kirchensteuerrat beschloss, eine Million Euro aus dem Gesamtergebnis in den Flüchtlingsfonds des  Bistums Mainz einzubringen. Der Mainzer Generalvikar, Prälat Dietmar Giebelmann, der Ökonom des Bistums ist, dankte den Mitgliedern des Kirchensteuerrates für ihre Zustimmung zu diesem Vorschlag. Wörtlich sagte er: „Dies ist ein wichtiger Beitrag, um das Anliegen des Heiligen Vaters mitzutragen. Mit dem Flüchtlingsfonds unterstützen wir vor allem das ehrenamtliche Engagement der Pfarrgemeinden im Rahmen der Flüchtlingshilfe. Und das Engagement von ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitern ist vielfältig und beeindruckend. Ich glaube, dass wir wirklich davon ausgehen können, dass alle Pfarreien und klösterliche Gemeinschaften für eine Flüchtlingsfamilie Sorge tragen." Das Bistum Mainz hatte im Dezember des vergangenen Jahres einen Flüchtlingsfonds eingerichtet. Nach einer ersten Schätzung engagieren sich rund 2.000 Menschen im Bistum Mainz für Flüchtlinge, sagte Giebelmann. Der Jahresüberschuss wird außerdem für Aufwendungen des Mainzer Domes und als Zuführung zur freien Rücklage des Bistums Mainz verwendet.

Bilanzsumme gestiegen

Die Bilanzsumme für das Bistum Mainz und den Bischöflichen Stuhl zu Mainz liegt in  2014 bei 837,6 Millionen Euro (Vorjahr: 823,3 Millionen Euro). Ausgewiesen sind ein Bistumskapital von 103,5 Millionen Euro (2013: 103,7 Millionen Euro) sowie Rücklagen von 174 Millionen Euro (2013: 128,5 Millionen Euro), die im Wesentlichen der Bauerhaltung von Bistumsbauten und Pfarreiimmobilien dienen. Größter Aktivposten ist das Finanzanlagevermögen von 761,6 Millionen Euro (2013: 732,2 Millionen Euro), dem aber Rückstellungen von 508,1 Millionen Euro (2013: 515,7 Millionen Euro) vor allem für Pensionsrückstellungen und Verbindlichkeiten von 45,4 Millionen Euro (2013: 41,8 Millionen Euro) gegenüberstehen.

Das Bistum Mainz hatte im vergangenen Jahr erstmals eine Gruppenbilanz des Bistums Mainz und des Bischöflichen Stuhls zu Mainz veröffentlicht, in der sämtliche Einrichtungen des Bistums und alle rechtlich unselbstständigen Nachlässe, Stiftungen und Fonds (zum Beispiel Beihilfe- und Versorgungsfonds) berücksichtigt sind. Damit ist das gesamte beiden Körperschaften zivilrechtlich zuzuordnende Vermögen bis auf Teile des Sachanlagevermögens erfasst. Noch nicht berücksichtigt wurde das Sachanlagevermögen, das vor der Umstellung auf die Doppik, das heißt vor 2012 zugegangen ist (insbesondere Immobilien und technische Anlagen) und dessen Bewertung Anfang des kommenden Jahres abgeschlossen werden soll.

Positive Kirchensteuerentwicklung

Im laufenden Jahr 2015 haben sich die Kirchensteuereinnahmen im Bistum Mainz konjunkturell bedingt positiv entwickelt, erläuterte von Alten. Bis einschließlich August liege das Brutto-Kirchensteueraufkommen um 6,2 Prozent über dem Vorjahresergebnis. Grundsätzlich sei jedoch in den kommenden Jahrzehnten mit einer „merklichen Reduzierung der Kirchensteuerzahler" zu rechnen. Insofern sei es wichtig, konjunkturell gute Jahre für die Rücklagenbildung zu nutzen, betonte von Alten.

Stichwort: Diözesankirchensteuerrat

Der Diözesankirchensteuerrat berät die Bistumsleitung in Haushalts- und Finanzfragen, verabschiedet den Wirtschaftsplan, setzt die Hebesätze für die Kirchensteuer fest,  und beschließt über die Rechnung und Entlastung der Finanzverwaltung des Bistums Mainz. Die Beschlüsse werden mit einfacher Mehrheit der anwesenden Mitglieder gefasst. Die Amtsdauer beträgt jeweils vier Jahre. Mitglieder sind der Mainzer Bischof, Kardinal Karl Lehmann, als Vorsitzender, Generalvikar Giebelmann als sein Stellvertreter, und Finanzdirektor von Alten sowie jeweils ein gewählter Laienvertreter der Verwaltungsräte aus den 20 Dekanaten des Bistums. Geschäftsführender Vorsitzender ist Dr. Volker Kurz aus Mühlheim-Dietesheim. Hinzu kommen je zwei Mitglieder des Priesterrates und der Dekanekonferenz und vier Mitglieder des Katholikenrates.