Thomas Drescher verabschiedet

Der langjährige Diözesankirchenmusikdirektor des Bistums Mainz geht in den Ruhestand

Mainz, 19.12.2018: Bischof Peter Kohlgraf (l.) würdigte die Verdienste von Thomas Drescher als
Do, 20. Dez 2018
am (MBN)

Mainz. Der langjährige Diözesankirchenmusikerdirektor des Bistums Mainz und Leiter des Instituts für Kirchenmusik der Diözese, Thomas Drescher, ist am Mittwoch, 19. Dezember, in den Ruhestand verabschiedet worden.

Drescher kam 1991 als Leiter der Kirchenmusikschule des Bischöflichen Instituts für Kirchenmusik nach Mainz; 1995 wurde er von Bischof Karl Lehmann zum Leiter des Instituts ernannt. Bis zur Regelung seiner Nachfolge übernimmt die Mainzer Regionalkantorin Mechthild Bitsch-Molitor kommissarisch die Leitung des Instituts.

Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf würdigte die Verdienste Dreschers um die Kirchenmusik im Bistum Mainz und dankte ihm für sein Engagement. „Die 27 Jahre waren für das Bistum Mainz ein wirklicher Gewinn und eine gute Zeit: Sie sind prägend für die Kirchenmusik in unserer Diözese gewesen“, sagte er bei einem Empfang im Erbacher Hof in Mainz. Drescher habe für das Bistum Mainz eine kirchenmusikalische Grundstruktur geschaffen, die es vorher nicht hatte, sowie „in großer Breite“ ein differenziertes Fortbildungsprogramm für Kirchenmusiker entwickelt. „Ihre Arbeit wird im Bistum Mainz noch über Jahrzehnte nachwirken. Ich sage Ihnen Danke für Ihre wichtige Tätigkeit“, betonte Kohlgraf.

Im Rahmen des Empfangs hielt zudem Professor Dr. Meinrad Walter, Freiburg, einen Impulsvortrag zum Thema „Kirchenmusik in pastoralen Veränderungsprozessen“; zu Beginn hatte der Mainzer Weihbischof Dr. Udo Markus Bentz, der auch Generalvikar des Bistums Mainz ist, die anwesenden Gäste begrüßt. Musikalisch gestaltet wurde die Feierstunde von Regionalkantorin Bitsch-Molitor und Lukas Adams am Klavier sowie Anastasia Gurbakova, Violine, und Franz Stüber, Saxophon. Zu Beginn hatte Bischof Kohlgraf mit allen Gästen in der Mainzer Augustinerkirche die Vesper gefeiert.

Wichtigste Aufgabe: Ausbildung der nebenamtlichen Kirchenmusiker

In Dreschers Amtszeit fällt der Aufbau einer „Grundstruktur der Kirchenmusik im Bistum Mainz“, wie er zu seinem Abschied in der aktuellen Broschüre „Kirchenmusik im Bistum Mainz“ schreibt: „Bis zum Jahr 2003 konnte durch Umwidmung von Stellen nach und nach ein grobmaschiges kirchenmusikalisches Netz über das Bistum gespannt werden. Neun Regionalkantorenstellen (,Leuchtturmstellen‘ in den größeren Städten und an bedeutenden Kirchen) waren entstanden.“

Die wichtigste Aufgabe des Instituts für Kirchenmusik „war und ist die kirchenmusikalische Ausbildung der Neben- und Ehrenamtlichen, die fast ausschließlich die Kirchenmusik im Bistum Mainz tragen“, betont Drescher. Seit 1991 hätten über 500 Schülerinnen und Schülern eine kirchenmusikalische Ausbildung im Bistum Mainz absolviert, „nicht wenige davon haben später die Musik zu ihrem Beruf gemacht“. „Die Tatsache, junge Menschen durch die kirchenmusikalische Ausbildung ein Stück weit prägen zu können, ihnen die Kirchenmusik als sinnstiftenden Teil ihres Lebens vermitteln zu können und nicht selten die Erfolge im Kleinen wie im Großen sehen zu dürfen, gehört zu den schönsten Erfahrungen meines beruflichen Lebens“, schreibt der scheidende Diözesankirchenmusikdirektor.

Drescher war auch an der Redaktion des Mainzer Eigenteils des katholischen Gesangbuches „Gotteslob“ beteiligt, der „deutschlandweit als einer der interessantesten und innovativsten, gleichwohl ausgewogensten“ bewertet werde. Für das Gesangbuch hat das Institut zudem zahlreiche Begleitpublikationen herausgegeben. Seit 1991 wurden im Bereich des Orgelbaus zudem 66 Orgelneubauten, 16 Ankäufe von gebrauchten Orgeln, 27 Restaurierungen und zahlreiche Reinigungen, Reparaturen, Umbauten und Erweiterungen vorgenommen. „Das oberste Ziel war, die Qualität des Orgelbaus zu verbessern und dabei eine große stilistische Vielfalt zu erreichen, indem möglichst vielen Orgelbauern aus der näheren und weiteren Umgebung die Chance gegeben wurde, im Bistum Mainz tätig zu werden“, schreibt Drescher. Zudem erhielten im Zeitraum seit 1991 61 Kirchengemeinden neue Glocken. Darüber hinaus hat das Institut für Kirchenmusik in dieser Zeit vier Diözensankirchenmusiktage organisiert, zuletzt im September 2018 in Worms.  

Thomas Drescher wurde am 15. Januar 1955 in Heidelberg geboren. Er studierte zunächst von 1974 bis 1978 in Mannheim Schulmusik für das Lehramt an Gymnasien, dem sich ein Studium der Kirchenmusik mit A-Examen in Freiburg im Breisgau anschloss (1978 bis 1982). Von 1983 bis 1991 war Drescher als Regional- bzw. Bezirkskantor in Tauberbischofsheim (Erzdiözese Freiburg) tätig: Hier wirkte er in vier Dekanaten auch als Ausbilder für C-Kirchenmusiker und war als Orgelsachverständiger tätig. Am 30. Oktober 1991 wurde er in sein Amt als Leiter des Bischöflichen Instituts für Kirchenmusik in Mainz eingeführt.