"Angst vor der Angst" - Ein Angebot der Wormser Akademie

Ein Angebot der Wormser Akademie

Angst-vor-der-Angst (c) caritas worms fotolia
Angst-vor-der-Angst
Mi 21. Aug 2019
Thomas Jäger, Andrea Lepherc

Herzklopfen, zitternde Knie, Schweißausbruch – diese typischen Anzeichen unseres Körpers bei Angst kennt wahrscheinlich jeder. Man geht davon aus, dass jeder Fünfte schon einmal von einer Angststörung betroffen war, sodass man diese schon fast zu den Volkskrankheiten zählen könnte. Dennoch gehören Ängste in Deutschland zu den Erkrankungen oder Störungen, über die Betroffene nicht so gerne sprechen. Auch aus diesem Grund bietet die „Wormser Akademie“ seit 2016 mit dem Seminar „Angst vor der Angst – Der produktive Umgang mit alltäglichen Ängsten“ mehrmals im Jahr Veranstaltungen zu diesem Tabuthema an. Kein anderes Thema wurde und wird im Rahmen unseres Angebots so häufig angeboten, und trotzdem sind die Anmeldezahlen stets so hoch, dass nicht alle Interessenten berücksichtigt werden können - für uns ein eindeutiger Beleg für die Aktualität des Themas und den Bedarf der Menschen.

Produktiver Umgang mit der eigenen Angst

Inhaltlich befasst sich unser Angebot mit den alltäglichen Ängsten und nicht mit solchen, die behandlungs- oder therapiebedürftig sind. Natürlich ist nicht immer schon bei der Anmeldung zu erkennen, an welchen Ängsten die Teilnehmer leiden. Sollte während der Veranstaltung deutlich werden, dass ein oder mehrere Teilnehmer an krankheitswertigen Ängsten leiden, dann liegt es natürlich im Aufgabenbereich des Referenten, Betroffenen einen Hinweis zu regionalen Beratungsstellen oder –einrichtungen zu geben.

Ziel des Seminars ist es, einen produktiven Umgang mit der „gesunden“ Angst zu erreichen, indem die Teilnehmer die verschiedenen Formen der Angst kennenlernen und lernen, eigene Ängste auszusprechen bzw. Gegenbilder zu ihrer Angst zu entwerfen. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem Erkennen der „Teufelskreise“ der Angst und dem Entdecken von Möglichkeiten, diese zu durchbrechen und somit die Angst vor der Angst zu überwinden.

Verschwiegenheit

Oft schämen sich Betroffene, über ihre Ängste zu sprechen, da sie befürchten, als psychisch krank etikettiert zu werden. Ein ganz wichtiger Punkt ist daher auch – und nicht nur bei diesem Seminar - die Verschwiegenheit. Zu Beginn der Veranstaltung verpflichten sich deshalb nicht nur die Teilnehmer, sondern auch der Referent, keine Inhalte an Dritte weiterzugeben.

Die Rückmeldungen zu dem Seminar belegen, dass die Teilnehmer neben der Kompetenz des Referenten vor allem den Austausch mit anderen Betroffenen sowie die Offenheit innerhalb der Gruppe schätzen. Außerdem ist es für viele eine regelrechte Erleichterung zu erfahren und zu erleben, dass sie tatsächlich nicht allein sind mit ihren Ängsten.

Natürlich wird die Teilnahme an dem Seminar nicht dazu führen, dass Betroffene von ihren Ängsten „geheilt“ sind. Aber es ist für sie der erste – und zugleich wichtigste – Schritt, sich ihren Ängsten zu stellen und damit umzugehen lernen, sodass die Angst nicht weiterhin ihr Denken, ihren Alltag, ihr ganzes Leben bestimmt.