Seelsorge an Justizvollzugsanstalten im Bistum Mainz

Auch mitten in den Gefängnissen in unserem Bistum lebt Kirche. Ein Gottesdienst anlässlich des Tages der Gefangenen kann uns dann tatsächlich mit unserem Gott Mauern überspringen lassen (Ps. 18,30), vor allem Mauern in unseren Köpfen.

In jedem Jahr findet zum Tag der Gefangenen ein zentraler Gottesdienst in einem der Gefängnisse unseres Bistums statt. 

Wer sind wir?

Wir sind Botschafter und Botschafterinnen der Versöhnung, die von Gott ausgeht und alle in die Gemeinschaft mit ihm und den Menschen ruft. Zu diesem Dienst hat uns der Bischof von Mainz im Einvernehmen mit den staatlichen Behörden in den Justizvollzugsanstalten und in den Abschiebehaftanstalten beauftragt. Im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen und den zwischen Staat und Kirchen getroffenen Vereinbarungen arbeiten wir mit allen im Vollzug Tätigen zusammen. In all unserem seelsorglichen und diakonischen Tun und vornehmlich in der Feier der Gottesdienste verkünden wir im Gefängnis die Botschaft Jesu vom „anbrechenden Reich Gottes". Deswegen suchen wir die vertrauensvolle und verlässliche  Begegnung mit den Gefangenen und den Bediensteten.

  • Wir nehmen Anteil an ihrer Freude und Hoffnung, Trauer und Angst, Ohnmacht und Verzweiflung.
  • Wir suchen mit den Gefangenen Wege zur Aussöhnung mit sich selbst, mit den Mitmenschen und mit Gott.
  • Wir erinnern an das durch Straftaten verursachte Leid, wo es vergessen und verdrängt wird.
  • Wir schaffen Raum für Begegnung und Gemeinschaft und fördern den Kontakt nach draußen.
  • Wir ermutigen, trotz aller Beschwernisse ein Leben in der Freiheit der Kinder Gottes zu wagen.
  • Wir sind Stimme und Anwalt der Gefangenen in Kirche und Gesellschaft.            

Was brauchen wir?

Wir brauchen ein intensives geistliches Leben, damit sich in unserem Dienst die Menschenliebe Gottes spiegeln kann, der sich um jeden Menschen sorgt und keinen aufgibt. Darüber hinaus brauchen wir:

  • den Schutz seelsorglicher Verschwiegenheit
  • eine spezifische Aus- und Weiterbildung
  • eine supervisorische Begleitung
  • die Unterstützung durch die Kirchengemeinden und die Bistumsleitung
  • die Zusammenarbeit mit allen am Vollzug beteiligten Personen und Institutionen

Wann sind wir erfolgreich?

Wenn Vertrauen, Güte und Zuversicht bei den Menschen, die wir begleiten, erfahrbar werden.