Mütter für den Frieden

Aachener Friedenspreis für Women's Interfaith Council

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Datum:
Mi. 29. Sep. 2021
Von:
Alexandra Baur

„Auszeichnung ist großartige Ermutigung für mehr als 12.000 christliche und muslimische Frauen in Nigeria“

Die interreligiöse Fraueninitiative "Women's Interfaith Council"  aus Nigeria, auch "Mütter für den Frieden" genannt, setzt sich seit 2010 im nigerianischen Bundesstaat Kaduna für ein friedliches Zusammenleben in ihren Dörfern und Stadtvierteln ein. Insgesamt gehören der Friedensinitiative mehr als 12.000 Christinnen und Musliminnen an. 

Der Bundesstaat Kaduna gehört zu den Krisenregionen in Nigeria. Oft geht es bei den Konflikten um Land, Weiderechte oder den Zugang zu Wasser. Der Streit zwischen Bauern und Viehhirten ist in den letzten Jahren eskaliert. Gehören die Streitparteien unterschiedlichen Religionen an, werden die Konflikte schnell als religiöse interpretiert. Immer öfter begegnen sich Christen und Muslime mit Misstrauen. Genau diesem Misstrauen möchten die Frauen mit ihrer Arbeit für den Frieden entgegenwirken.

Gezielt wenden sich die Christinnen und Musliminnen der Friedensinitiative auch gegen den Missbrauch ihrer Religion für politische Zwecke. Und sie fordern mehr Mitsprache für Frauen, denn Frauen sind in der patriarchalen Gesellschaft Nigerias an Entscheidungen meist nicht beteiligt, aber oft die Leidtragenden.

Nach Anschlägen auf Dorfgemeinschaften oder Einzelpersonen suchen christliche und muslimische Frauen der Initiative gemeinsam Betroffene auf und kümmern sich um die Opfer. Sie leisten emotionalen Beistand und organisieren Hilfe - soweit ihnen das mit ihren begrenzten finanziellen Mitteln möglich ist.

Stellvertretend für die von Laiinnen getragene Initiative mit insgesamt rund 12.650 Frauen, werden Schwester Veronica Onyeanisi als Hauptgeschäftsführung, Elizabeth Abuk als christliche Koordinatorin und die Muslimin Amina Kazaure den Aachener Friedenspreis am 13. November 2021 in Aachen entgegennehmen.