"Wir sind Gesandte an Christi statt" - Weltmissionssonntag 2019

Schwerpunktregion Nordostindien

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Di 20. Aug 2019
Eva Baillie

Die Beispielregion des Weltmissionssonntags am 27. Oktober 2019 zeichnet ein ganz anderes Bild Indiens als bekannt. Mehr als 200 indigene Völker leben hier, die im Aussehen und ihren kulturellen Praktiken eher an Chinesen, Mongolen oder Burmesen erinnern.

Der nordöstlichste Zipfel Indiens, „Seven Sisters“ genannt, umfasst sieben Bundesstaaten. In Deutschland ist die Region vor allem wegen des guten Tees bekannt, der in den Teegärten von Assam angebaut wird. Weniger bekannt ist Nordostindien für seine lebendige, missionarische Kirche, die seit ihren Anfängen vom Engagement der Laien lebt. Der Anteil der christlichen Bevölkerung in den nordindischen Bundesstaaten bewegt sich zwischen rund 90 Prozent in Nagaland und einer kleinen Minderheit von vier Prozent in Assam. Die Christen gehören mehrheitlich den indigenen Völkern an.

"Touring Sisters" und Teeplantagen

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Wer die „Seven Sisters" besucht, trifft auf Ordensfrauen, die als sogenannte „Touring Sisters“ in die entlegenen Bergdörfer gehen und das einfache Leben der Menschen teilen. Jugendliche, die im Glauben die Kraft finden, aus dem Teufelskreis der Schuldknechtschaftauszubrechen und Verantwortung für ihr Leben zu übernehmen. Junge Adivasi, die als Barfußanwälte ihrer Gemeinschaft helfen, gegen den Menschenhandel auf den Teeplantagen vorzugehen. Menschen, die sich in einer von vielen Konflikten erschütterten Region, von ganzem Herzen für Frieden und Dialog einsetzen.

Sie alle setzen auf ihre Weise das Leitwort der missio-Aktion aus dem zweiten Brief des Apostels Paulus an die Korinther um: „Wir sind Botschafter an Christi statt“.

"Getauft und Gesandt"

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Als die Wahl auf Nordostindien fiel, war noch nicht bekannt, dass Papst Franziskus den Oktober 2019 zum Außerordentlichen Monat der Weltmission » ausrufen und unter das Thema „Getauft und gesandt“ stellen würde. Doch Nordostindien ist wie kaum eine andere Region in Indien geeignet, die Botschaft von Papst Franziskus zu vermitteln.Das Plakatmotiv zum Weltmissionssonntag 2019 setzt die Initiative des Papstes ins Bild. Das Foto entstand unmittelbar nach einer Wortgottesfeier in der kleinen Kirche im Dorf Rakso im Bundesstaat Arunachal Pradesh. Es zeigt junge Katholikinnen, die zur Volksgruppe der Nyishi gehören. Bis Ende der 1970er Jahre war Fremden die Einreise in die Himalaya-Region, die an China grenzt, strengstens verboten. Mission stand unter Strafe und erfolgte zunächst ausschließlich durch Laien. Heute treffen sich die katholischen Familien regelmäßig in privaten Häusern, um gemeinsam zu beten, begleitet und gestärkt durch die „Touring Sisters“.

Sr. Lissamma Anthony zu Gast im Bistum Mainz

Schwester Lissamma Antony
Schwester Lissamma Antony

Schwester Lissamma ist gelernte Krankenschwester hat viel Erfahrung in der Gesundheits- und Sozialarbeit. Ein Schwerpunkt ihres Tuns lag viele Jahre auf der Arbeit mit Frauen und Mädchen. Sie ermöglichte ihnen eine gute Ausbildung und ermutigte sie, ihre Anliegen selbstbewusst zu vertreten. Nun, als „Friedensstifterin“, sind ihre Aufgabengebiete größer. „Die Menschen erwarten von uns, Schulen und eine Gesundheitsversorgung aufzubauen, da die Maßnahmen der Regierung völlig unzureichend sind“, sagt Schwester Lissamma. Auch der Ausbau einer guten pastoralen Infrastruktur gehört dazu. Besonders in den abgelegenen Bergdörfern gibt es nicht genügend Priester und viel zu wenig Kirchen. Ohne die Unterstützung von missio – das bereits in der Vergangenheit in die Katechistenausbildung und in Jugendcamps investiert hat – könnten die Aufgaben nicht bewältigt werden, erklärt die Ordensfrau. 

Gerne können Sie uns kontaktieren, wenn Sie Sr. Lissamma in Ihrer Gemeinde oder Schule begrüßen wollen. Sie ist vom 18.-27.10. im Bistum Mainz zu Gast.