Schmuckband Kreuzgang

Zukunft - auch für Fremde

Logo_Flucht (c) gahler
Logo_Flucht
Datum:
Di. 26. Mai 2020
Von:
Andreas Boller Dr. Sabine Gahler

Als im Jahr 2015 scheinbar „plötzlich und unvorhersehbar“ tausende von Flüchtlingen nach Europa strömten, wobei wir schon Jahre vorher mit kenternden Booten im Mittelmeer und sterbenden Flüchtlingen konfrontiert waren, war für uns, Dr. Sabine Gahler und Andreas Boller, die Frage, wie Katholische Erwachsenenbildung darauf reagieren könnte.

Wir wollen Position beziehen ohne in die parteipolitischen Diskussionen direkt einzusteigen. Unsere Frage ist: Wie kann Kirche eine ureigene Position beziehen, aufbauend auf dem, was christlichen Glauben ausmacht. Biblische Bezüge, wie sie Prof. Dr. Rainer Dillmann in seinem Buch „Zukunft auch für Fremde“ schon 1994 angesichts von Migration aufzeigte, scheinen uns als Weg und Orientierung für Christen auch heute durchaus gangbar und sinnvoll.

Viele Menschen reagieren mit Empathie und Mitleid für die Situation der flüchtenden Menschen und wollen helfen. Gleichzeitig erleben wir eine große Angst und Abwehr. Welche Werte und Erfahrungen können uns leiten? so fragten wir uns. Das Volk Israel kennt alle diese Erfahrungen. Sie schlagen sich in biblischen Texten des Alten und Neuen Testamentes nieder.

Wir haben aus der Fülle der biblischen Überlieferung Texte aus dem Alten und aus dem Neuen Testament aufgegriffen, die von Aufbrüchen, Fremdheit und Heimaltlosigkeit erzählen (Gen 12,1-4), Gastfreundschaft ansprechen und den Missbrauch von Gastfreundschaft nicht ausklammern (Ri 19,14-30). Psalm 137, Ezechiel 37,1-14, Jer 29,1-14 sprechen Erfahrungen an, die Menschen in der Fremde machen. Traumatische Erfahrungen, Klage, Zuspruch, neu Heimat finden, sich arrangieren, eigenes bewahren. Wie kann das gelingen? Jesaja 40,1-11 formuliert die Hoffnung auf Rückkehr. Die alte Heimat wieder sehen!? Gibt es einen Weg zurück? Mk 7,24-30 und Apg 10,9-23a laden dazu ein neue Erfahrungen und Inspirationen durch das uns Fremde zuzulassen und es als Bereicherung zu erfahren. Es ist nur eine kleine Textauswahl. Vielleicht aber auch Anregung für eine weitere Lektüre der biblischen Überlieferung.

Die Auseinandersetzung mit diesen Erfahrungen der Vorväter und –Mütter können helfen, eigene Positionen zu finden und zu erweitern. Die Form der „Lectio Divina“ unterstützt dabei eine vertiefende Lektüre der biblischen Texte.

Wichtig ist uns dabei, die Auseinandersetzung mit den „alten“ Texten mit den aktuellen Diskussionen zu konfrontieren. Die Beziehung von damals und heute soll sichtbar werden, der Fokus richtet sich auf die heutige Situation.

Darmstadt/Gießen 2016

Dr. Sabine Gahler, Past. Ref. / Andreas Boller, Dipl. Päd

Die Broschüre können Sie bestellen unter www.bibelwerk.de