Schmuckband Kreuzgang

"Gruppenphasen und Hintergrundinfos"

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Trotz der Individualität von Gruppen lassen sich fünf Phasen des Gruppenprozesses beschreiben. Der Prozess beginnt mit der Orientierungsphase; auf diese wird im weiteren Verlauf noch ein genauerer Blick gelegt. Phase zwei kann als „Phase der Positions- und Rollenklärung“ bezeichnet werden. In dieser Phase haben sich die Mitglieder einer Gruppe bereits kennengelernt und entwickeln ein gemeinsames soziales Gefüge (Wer übernimmt welche Rolle? Wer gibt den Ton an?).

In Phase drei hat sich die Gruppe gefestigt und entwickelt ein „Wir-Gefühl“. Eventuelle Konflikte und Kränkungen aus der Positions- und Rollenklärung sind überwunden und treten in den Hintergrund. Die vierte Phase (Arbeitsphase) ist geprägt von einer konstruktiven Zusammenarbeit und der Erfüllung der Gruppen-Aufgabe.

Zuletzt schließt sich die Abschieds- und Trennungsphase an. Die gemeinsame Arbeit/Zeit der Gruppe ist beendet und die Gruppe löst sich auf. Gruppenprozesse verlaufen sehr individuell und nicht immer linear. Gruppen können, je nach Situation, auch einen „Rückschritt“ in eine vorgelagerte Phase machen, wenn dies für den Prozess dienlich ist.

In der Orientierungsphase kommen die Gruppenmitglieder häufig aus unterschiedlichen sozialen Umfeldern und bringen dementsprechend alle andere Themen mit in die Gruppe. Auch wenn diese Themen keine direkte Relevanz für die gemeinsame Arbeit einer Gruppe haben, sollten sie einen Raum bekommen.  Konflikte einzelner Personen aus ihrem individuellen sozialen Umfeld können, wenn sie nicht beachtet werden, die Dynamik der Gruppe stören. Die begleitende Person sollte daher zu Beginn des Gruppenprozesses dafür sorgen, dass alle Mitglieder genügend Raum haben sich zu öffnen und so gut in der Gruppe anzukommen.

In dieser ersten Phase der Orientierung, die nun im Pastoralen Weg von Bedeutung ist,  suchen alle Personen ihren Platz, wollen sich zeigen und gesehen werden. Da dies nicht jede Person ohne weiteres kann, sollte die begleitende Person Sorge dafür tragen, dass jede*r zu Wort kommen kann und sich „zeigen“ darf.

Neben der individuellen Positionierung jedes Mitglieds geht es in dieser Phase auch um die Strukturierung der Gruppe und des Prozesses. Es wird der Grundstein für den Erfolg des gemeinsamen Weges gelegt. Diese Strukturierung wird maßgeblich durch die begleitende Person geprägt und sollte daher gut vorbereitet sein.

Planungshilfen und Methodenvorschläge dazu finden Sie in den weiteren Kacheln.

 

Quelle: vgl. Kursknacker - Handbuch für die Kursarbeit, KJG Rottenburg-Stuttgart, 2015, S. 22-27

 

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