Schmuckband Kreuzgang

Mach mal bewusst langsam

Was passiert, wenn wir langsam machen (müssen) und entschleunigen?
Das kann sehr unterschiedliche Impulse auslösen:
 
Ich bin erleichtert, schnaufe durch, fahre runter – ich fange an nervös zu werden, werde unruhig, unsicher, ungeduldig, könnte aus der Haut fahren – ich weiß mit meiner Zeit nur schlecht umzugehen – Emotionen tauchen auf: in mir, anderen gegenüber, Fragen, vielleicht sogar Vorwürfe machen sich breit – ich könnte davon laufen, darf es aber nicht, weil Abstand und zuhause bleiben, distanziert bleiben angesagt ist – es gibt vor lauter langsam machen und einschränken keinen Raum für mich, z.B. in der Familie….

Sucht Euch gerade jetzt gezielt ein Zeitfenster und einen Raum für Euch – für ein paar Minuten am Tag. Macht mal bewusst langsam und spürt Euren Empfindungen nach! Welche gedanklichen und emotionalen Muster schlummern da in mir? Ohne Verlangsamung sind wir kaum in der Lage uns und unseren Mustern auf die Schliche zu kommen.
Innere Denkprozesse entstehen, Gedanken und Empfindungen werden klarer, wesentlicher. Vielleicht spürt Ihr den Impuls, diese zu teilen, auf Papier fest zu halten, ein Tagebuch zu führen. Vielleicht kommt Euch der Impuls, etwas davon mitzuteilen. Menschen, die Euch bedeutungsvoll sind, die für Euch ein offenes Ohr haben.
Vielleicht kommt auch das Gefühl der Verbundenheit auf – mit lieben Menschen, mit der Welt, mit Gott. Lasst das zu, denkt weit und vertraut Euch diesen Impulsen an. Sie geben Sicherheit, Ruhe und Stärke. Und das ist besonders wichtig in Zeiten, in denen Prozesse, Sicherheiten und Strukturen unsere Gedanken, Handlungen und Gewohnheiten aus der Spur bringen. 

Wir laden Dich ein, in der nächsten Zeit mit dieser Kompetenz der Verlangsamung zu spielen. Auch im Gespräch ist es hilfreich zu verlangsamen, achtsam im miteinander zu sein, erkundend und neugierig zuzuhören, sich selbst und anderen. Lass uns Deine Erfahrungen damit wissen….

Annette Reithmeier-Schmitt, Päd. Leitung Bildungswerk Rheinhessen