KEB Mainlinie - „Kunst und Kultur am Abend“:Leben mit dem Tod im Spätmittelalter. Sterbedarstellungen und Todesikonografie in der christlichen Kunst

Wie starb man im Spätmittelalter – und wie wurde dieser Moment imaginiert? Der Vortrag führt in Sterbeszenen des 14. und 15. Jahrhunderts und zeigt, dass Sterben kein privates Ereignis war, sondern ein öffentlich begleitetes, ritualisiertes Geschehen. Bilder aus Buchmalerei und Druckgrafik verbinden den sterbenden Körper mit Jenseitsvorstellungen: Engel, Dämonen, Fegefeuer und Gericht erscheinen selbstverständlich neben Ärzten, Geistlichen und Angehörigen. Physis und Spiritualität sind untrennbar verschränkt.
Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf der Personifikation des Todes. Der Tod tritt als eigenständige Figur auf: als Verfolger, als Werkzeug Gottes, als gleichgültige Macht, die alle Menschen trifft – unabhängig von Stand, Alter oder Frömmigkeit. In Totentänzen, Sterbeszenen und Mahnbildern hält er den Lebenden ihre Vergänglichkeit vor Augen und zwingt zur Selbstreflexion. Der verwesende Körper, der Totenschädel oder der „Knochenmann“ werden zu visuellen Spiegeln des eigenen zukünftigen Zustands.
Der Vortrag macht deutlich, dass der Tod im Spätmittelalter nicht nur gefürchtet, sondern funktional gedacht wurde: als Mahner, Ordnungsinstanz und Motor eines gottgefälligen Lebens. Leben bedeutete, sich ständig zum Tod in Beziehung zu setzen – in Bildern, Ritualen und im eigenen inneren Nachdenken.
Teilnahmebeitrag: 10,00 € (Als Dankeschön für Ihre Teilnahme an der gesamten Reihe, bieten wir Ihnen diesen Vortrag zum Vorzugspreis von 8,00 € an.)
Anmeldung bis 08.06.2026
Abbildung: Stundenbuch mit Psalm, Ende 15. Jh., Museum Angewandte Kunst, Frankfurt am Main, LM 36, fol. 147.
Anmeldung
Leben mit dem Tod im Spätmittelalter. Sterbedarstellungen und Todesikonografie in der christlichen Kunst
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