Eine Pfarrei aus vielen Kulturen

Diese Überschrift trägt das Konzept des katholischen Dekanats Offenbach,.....

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Datum:
Do. 28. Okt. 2021
Von:
Christel Zisch

......das am 27. Oktober in der Kirche St. Nikolaus Bieber verabschiedet wurde. Dort trafen sich die Mitglieder der Dekanatsversammlung, um die Gründung einer Stadtpfarrei für Offenbach als Netzwerk aus den bestehenden Pfarreien, Verbänden, kirchlichen Einrichtungen und Stellen der kategorialen Seelsorge einen entscheidenden Schritt weiter zu führen. Mit knapp 30.000 Mitgliedern ist die katholische Kirche in Offenbach die größte religiöse Gemeinschaft. Die Gründung einer Stadtpfarrei als organisatorisches Dach und die Arbeit im Netzwerk von Haupt- und Ehrenamtlichen wird seit über zwei Jahren geplant.

Die Dekanatsversammlung ist mit 81 stimmberechtigten Mitgliedern das höchste Gremium auf Stadtebene. Neben den gewählten Vorsitzenden der Pfarrgemeinde- und Verwaltungsräte, sind die Delegierten der Gemeinden anderer Muttersprache, Vertreterinnen und Vertreter der Verbände und die hauptamtlichen Seelsorgerinnen und Seelsorger Mitglied. Zwischen den Sitzungen der Versammlung vertritt der Dekanatsrat als gewähltes Gremium die Anliegen der Katholiken in der Stadt.

Christian Dubb begrüßte als Vorsitzender des Dekanatsrates die Versammlung und nach einem Geistlichen Impuls stellte Dekan Andreas Puckel das neue Konzept vor. Knapp 100 Personen haben in elf Themengruppen an der Erstellung mitgearbeitet, in zahlreichen Sitzungen wurde es beraten und noch vor den Sommerferien auch in allen Gemeinden vorgestellt. Rückmeldungen wurden eingebaut und bei der Sitzung konnte das Dekanatskonzept einstimmig bei einer Enthaltung verabschiedet werden.

Gegliedert ist es in drei Teile, wobei der erste Teil die Weiterführung der bisherigen pastoralen Arbeit in der Alltagsseelsorge (Gottesdienste, Beerdigungen, Taufen und Hochzeiten, aber auch Vorbereitung auf Erstkommunion und Firmung) aufgreift und auch die vielfachen Angebote der kategorialen Seelsorge (etwa die Krankenhausseelsorge in Ketteler-Krankenhaus und dem Sana-Klinikum, die Schulseelsorge, Trauerbegleitung, Besuche und Angebote im Altenheim,...) in den Blick nimmt. Als Leitfaden hierbei soll eine Orientierung am Sozialraum dienen, um wirklich zu sehen, wo und wie die Menschen heute in Offenbach leben und was sie an Angeboten von der katholischen Kirche brauchen. Neben den Altenheimen des Caritasverbandes, dem Fanny-de-la-Roche-Hospiz am Ketteler-Krankenhaus sind auch die sechs Kindertagesstätten der Pfarreien, die Wohngruppen des Theresien Kinder- und Jugendhilfezentrums für Jugendliche oder die Marienschule als Kirchorte zu nennen, an denen christliche Solidarität aus dem Glauben konkret umgesetzt wird.

In einem zweiten Teil werden die Schwerpunkte der künftigen Arbeit in einer Stadtpfarrei benannt: etwa die ökumenische und interreligiöse Arbeit, Jugend/junge Erwachsene und Familien als Zielgruppe, die Integrationsarbeit der Gemeinden anderer Muttersprache, Angebote für Frauen in der Kirche. Der dritte Teil ist dann ein Blick auf die Umsetzung in der Zukunft, wenn es um Gebäude, Finanzen, Personalverteilung und ein zentrales Pfarrbüro geht.

Jetzt wird das beschlossene Dekanatskonzept an den Mainzer Bischof Kohlgraf geschickt, der es dann in Kraft setzen wird und im Januar 2022 einen Leitenden Pfarrer ernennt, der auf der Ebene der neuen Stadtpfarrei mit einem Team aus Haupt- und Ehrenamtlichen an die Umsetzung der beschlossenen Ideen gehen wird.

Dekan Puckel ist dankbar, dass auf dem Weg der Entstehung des Konzeptpapiers eine kirchliche Gemeinschaft und Verbundenheit über den eigenen Kirchturm hinaus gewachsen ist und freut sich darauf, dass durch eine klare Verteilung der Aufgaben und Unterstützung durch professionelle Verwaltungsfachleute mehr Platz für die Seelsorge bleiben wird. “Als Pfarrer in den bisherigen Pfarreien war man ein Hans-Dampf-in allen Gassen. Von der verstopften Regenrinne über Personalfragen und Grundstückseintragungen bis zum Blumenschmuck war der Pfarrer zuständig. Jetzt sollen die Seelsorger/innen für die Menschen und deren Anliegen mehr Zeit und ein offenes Ohr haben können”, bilanzierte er am Ende dieser spannenden Phase.

 

 

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