„Eine sehr unterstützenswerte Idee“

Gründung der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) Offenbach

Unterschrift Dekan Puckel (c) Anna Mersch
Mi 5. Sep 2018
Anna Mersch

Am Freitagabend, den 31. August 2018, schlossen sich die Alt-Katholische Gemeinde in Offenbach, das Römisch-Katholische Dekanat Offenbach, die Rumänisch-Orthodoxe Gemeinde in Offenbach und das Evangelische Dekanat Offenbach in einem ökumenischen Wortgottesdienst zur ACK Offenbach zusammen. Die ACK existiert bundesweit und hat zum Ziel Spaltungen der Christenheit zu verringern und sich als Christen gemeinsam für Gerechtigkeit, Frieden, die Bewahrung der Schöpfung und die Achtung der Würde des Menschen einzusetzen.

Ein Gottesdienst bildete den Rahmen der ACK-Gründung. So kam unmittelbar nach dem feierlichen Einzug mit Orgelmusik und der Begrüßung und Vorstellung der ACK-Gründungsmitglieder durch Pfarrer Christopher Sturm, Vertreter der Alt-Katholiken, Oberbürgermeister Dr. Felix Schwenke zu Wort. Er lobte den Entschluss der vier christlichen Konfessionen als einen „sehr gelungen Akt und sehr unterstützenswerte Idee“, die ihm ernsthaft wichtig ist, weil sie ein Gegenpol darstellt zu vielem, was in der Gesellschaft auseinanderbricht. Gut findet er auch, dass sich die ACK Offenbach in bestehende Strukturen – die bundesweite ACK – einfügt und nicht eine neue und zusätzliche Struktur schafft.

Nach einem Gebet um Einheit, vorgetragen von Pfarrer Stefan Angel, Vertreter der Römisch-Orthodoxen Kirchengemeinde, stellte Dekan Andreas Puckel, Vertreter des Römisch-Katholischen Dekanats die Satzung in anschaulicher Weise dar. Die Basis des gemeinsamen Arbeitens haben die Gründungsmitglieder vom Ökumenischen Rat der Kirchen übernommen. Sie verstehen sich daher als „Gemeinschaft von Kirchen und Gemeinden, die Jesus Christus gemäß der Heiligen Schrift als Herrn und Heiland bekennen und darum gemeinsam zu erfüllen trachten, wozu sie berufen sind“. Dekan Puckel betonte, dass die Satzung noch nicht fertig ist, sondern mit konkreten Ideen als Grundlage weitergeschrieben werden muss. Ein wichtiges Merkmal an der Satzung bestehe in der Formulierung, dass alle christlichen Gemeinden gleich viele Stimmen haben – unabhängig von ihrer Mitgliederzahl.

Nachdem allen Anwesenden die Grundzüge der Satzung erläutert wurden, traten die vier Vertreter der Gründungsmitglieder an den Alter und unterzeichneten feierlich die Gründungsurkunde. Weitere Mitglieder können selbstverständlich nachträglich beitreten.

In ihrer Predigt übertrugt Pfarrerin Amina Bruch-Cincar das Bild des Baumes aus der Lesung (Mt 13,31-32) auf die neu gegründete Gemeinschaft: Diese ist wie ein Baum der Vielfalt, dessen Same Gott selbst gepflanzt hat. Dieser Same gibt Zeugnis dafür, dass Christus eins ist. Das bedeutet, dass wir alle auf ihn verwiesen sind und aufeinander achten sollen. Konkrete Folgen daraus für die ACK Offenbach sind der Einsatz für Toleranz in der Stadt, für die Bewahrung der Schöpfung, für Frieden. „Wir dürfen gespannt sein, was Gott mit uns in unserer Stadt vorhat“, so Frau Pfarrerin Bruch-Cincar.

Pfarrerin Henriette Crüwell, die als Vorsitzende zur Wahl stand, Christian Dubb, der als stellvertretender Vorsitzender und Nikolaus Geiger, der als Schriftführer kandidierten, wurden anschließend einstimmig gewählt. Sie sind nun zusammen mit den Delegierten für die konkrete Ausgestaltung der ACK Offenbach verantwortlich.

Nach einem gemeinsamen Vater unser, der Segensspendung durch Pfarrerin Crüwell und dem Schlusslied blieben alle, die diesen gelungenen Gründungsgottesdienst mitgefeiert haben, bei Sekt und Knabberzeug noch ein wenig zusammen und feierten dieses für Offenbach wichtige ökumenische Ereignis.

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