Öffentliche Gottesdienste ab 9./10. Mai

Die Orgel kann spielen, das gemeinsame Singen entfällt!

(c) CC0 1.0 - Public Domain (von unsplash.com)
Di 5. Mai 2020
Christel Zisch

Im Bistum Mainz, zu dem auch das katholische Dekanat Offenbach gehört, werden in absehbarer Zeit wieder unter bestimmten Bedingungen öffentliche Gottesdienste möglich sein. Seitens der Hessischen Landesregierung besteht diese Möglichkeit ab Freitag, 1. Mai. Diese öffentlichen Gottesdienste können allerdings nur unter strengen Auflagen gefeiert werden, um die Gesundheit der Teilnehmer/innen zu schützen und die Risiken minimal zu halten. Hierzu haben die Kirchengemeinden ein Schutzkonzept erhalten, das nun umgesetzt wird.

Wörtlich heißt es im Schutzkonzept: „Ob in den nächsten Wochen solche Gottesdienste mit einer erweiterten Öffentlichkeit gefeiert werden können, soll unter Abwägung der pastoralen Aspekte vor Ort der Pfarrer gemeinsam mit dem Pastoralteam und den Verantwortlichen aus dem Pfarrgemeinderat entscheiden. Selbstverständlich sollen wie bisher möglichst vielen auch weiterhin auf verschiedenen medialen Wegen die Mitfeier von Gottesdiensten und anderen Gebetsformen ermöglicht werden.“

Dekan Andreas Puckel berichtet, dass zur Zeit in den einzelnen elf Offenbacher katholischen Kirchengemeinden überlegt wird, wie die Schutzauflagen umgesetzt werden. Da sich jede Kirche von der Raumgröße, den Eingängen oder der Anordnung der Bänke unterscheidet, muss jeweils eine eigene Lösung gefunden werden. Die Offenbacher katholischen Pfarrer haben sich darauf geeinigt, dass ab dem Wochenende 9. / 10. Mai wieder öffentliche Gottesdienste stattfinden können. Da wegen des Abstandsgebotes nur eine begrenzte Anzahl der Gläubigen mitfeiern kann, sollte man sich in seinem Pfarrbüro telefonisch oder auf der Homepage vorher erkundigen, wann welche Sonntagsgottesdienste gefeiert werden und welche Dinge zu beachten sind. Ab dem Wochenende 9./10. Mai werden auch die Gottesdienste und Andachten an Werktagen in den einzelnen Gemeinden zu den gewohnten Zeiten gefeiert.

Die Gläubigen im Bistum Mainz werden auf liebgewonnene Elemente im Gottesdienst verzichten müssen: Die Orgel kann spielen, aber es entfällt etwa das gemeinsame Singen von Liedern, die Weihwasserbecken bleiben leer, und auch beim Friedensgruß gilt analog zum staatlichen Kontaktverbot: Kein Körperkontakt!

Um die Teilnahme an der Eucharistie zu ermöglichen, gelten strenge Hygienevorgaben, denn der Empfang der Kommunion soll auch unter den derzeitigen Bedingungen möglich sein. Die Mund- und Kelchkommunion bleibt jedoch weiterhin untersagt.

Bischof Kohlgraf hebt angesichts dieser Gottesdienste unter Corona-Bedingungen hervor: „Meine persönliche Gefühlslage ist zwiespältig. Zum einen freue ich mich auf gemeinsame Gottesdienste, auch wenn sie noch nicht die notwendige Feierlichkeit haben können. Zum anderen fehlen gerade der in dieser eingeschränkten Form stattfindenden Eucharistiefeier eigentlich notwendige Voraussetzungen. Eine Heilige Messe ist ja immer mehr als die Gültigkeit der Abläufe und die nur individuelle Christusbegegnung in der Eucharistie. Sie ist eine Feier der Kirche, die sich in der örtlichen Gemeinde versammelt. Um zu einer echten Feier zu gelangen, müssten selbstverständlich auch die gemeinsamen Feierformen in ihrer Vielfalt möglich sein. So bleibt es bei einer Notlösung, deren Hintergründe ich kenne und akzeptiere.“

 

Dekan Andreas Puckel

Katholisches Dekanat Offenbach

Stiftstr. 5   63075 Offenbach