Schmuckband Kreuzgang

Allerheiligen und Allerseelen

"Wort zum Sonntag"

Kerzen im Dunkel des Friedhofs (c) pixabay.com
Kerzen im Dunkel des Friedhofs
Datum:
So. 1. Nov. 2020
Von:
Hiltrud Knodt

Zum heutigen Sonntag (1. November, Allerheiligen) hat Gemeindereferentin Hiltrud Knodt (Mainspitze) die folgenden Gedanken verfasst.

Das Wort zum Sonntag

Allerheiligen und Allerseelen – zwei Feste, in denen wir der Toten gedenken. Jedes Jahr gehe ich besonders an diesen beiden Tagen sehr gerne an die Gräber meiner verstorbenen lieben Angehörigen und FreundInnen. Es werden immer mehr. Tröstlich fand ich schon als Kind die Abende auf den Kirchhöfen mit den vielen brennenden Lichtern, die zeigen, dass die Toten nicht vergessen sind. Eine eigentümliche Stimmung ist das: oft ist dann im Dunkeln, wenn ich am liebsten durch die Grabreihen gehe, niemand außer mir da und trotzdem fühlt es sich nicht einsam an, sondern sehr „belebt“ durch das Andenken der Vielen, das sich in den brennenden Grablichtern ausdrückt. Wie viel Leben ist dort begraben, wieviel Glück und wieviel Schmerz von Menschen, die lange oder auch nur kurz gelebt haben. Sie alle wurden begraben in der Gewissheit, dass der Tod für uns nicht das Ende ist, sondern der Beginn einer neuen Wirklichkeit. Niemand kann sagen, wie es in diesem neuen Leben aussieht, aber die Lichter zeigen, dass das Leben der Vielen, die vor uns gelebt haben, eingebettet ist in unsere Erinnerung. Viele von „meinen“ Toten leben weiter – in mir, in meiner Familie, in der Umgebung, in der sie gelebt haben. Sie wirken auch weiter in ihrem Zeugnis von Hoffnung, in ihrem Zeugnis vom Glauben an die Liebe und an Versöhnung.

So ein Gang durch die Gräberreihen an Allerheiligen und Allerseelen kann tröstlich sein.