Schmuckband Kreuzgang

Auf das Herz kommt es an

"Wort zum Sonntag"

Herz (c) Pixabay
Herz
Datum:
So. 29. Aug. 2021
Von:
Hiltrud Knodt

Zum heutigen 22. Sonntag im Jahreskreis (29. August) hat Gemeindereferentin Hiltrud Knodt (Mainspitze) die folgenden Gedanken verfasst.

Das Wort zum Sonntag (Text: Mk 7,1-8.14-15.21-23)

Rein-unrein… die Pharisäer kritisieren Jesus

Jesus wird (wieder einmal) zur Rede gestellt – die Pharisäer kritisieren, dass er es zulässt, dass einige seiner Jünger ihr Brot mit unreinen (ungewaschenen) Händen essen und hält sie nicht dazu an – wie es die Überlieferung der Alten festlegt, vor dem Essen mit einer Handvoll Wasser die Hände zu waschen.

Gerade in Corona-Zeiten mutet diese Kritik doch vernünftig an.

Allerdings reagiert Jesus anders als man erwarten könnte: er widerlegt die Pharisäer in dem, was sie als Reinheit propagieren; nicht das Befolgen von menschen-gemachten Satzungen macht rein oder unrein, sondern das eigene Herz – die innere Einstellung:

„Hört mir alle zu und begreift, was ich sage: Nichts, was von außen in den Menschen hineinkommt, kann ihn unrein machen; sondern was aus dem Menschen herauskommt, das macht ihn unrein. Denn von innen, aus dem Herzen der Menschen, kommen die bösen Gedanken, Unzucht, Diebstahl, Mord, Ehebruch, Habgier, Bosheit, Hinterlist, Ausschweifung, Neid, Verleumdung, Hochmut und Unvernunft. All dieses Böse kommt von innen und macht den Menschen unrein.“

Wie in vielen anderen Situationen reagiert er auch hier auf die Versuche der Pharisäer, ihn beim Übertreten von Gesetzen zu entlarven, ihn „aufs Kreuz zu legen“ mit ihren Anschuldigungen und zu zeigen, dass er Gott lästert.

Doch Jesus entlarvt die Gesetzestreue als Heuchelei: nur das eigene Herz ist dafür

verantwortlich, ob ein Mensch rein oder unrein ist. Äußere Reinheit garantiert keine innere Reinheit. Äußere Unreinheit garantiert keine innere Unreinheit. Viele, die eine „weiße Weste“ haben, können im Inneren unrein sein, viele, die „die Gebote befolgen“, können im Innersten Neid, Missgunst, Hinterlist, Hochmut…nähren.

Hmmm, es ist also so, wie es der kleine Prinz von Saint-Exupéry sagt: man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.