Schmuckband Kreuzgang

Ein Lächeln

Tagesimpuls von Gemeindereferentin Cristina Becker

Ein Lächeln (c) Cristina Becker
Ein Lächeln
Datum:
Mi. 21. Apr. 2021
Von:
Cristina Becker

... ein ermutigender Gedanke im Alltag

Dieses Kissen, das auf unserer Wohnzimmercouch liegt, lädt mich immer wieder ein mit den Pailletten herumzuspielen. Mit ein paar Fingerbewegungen entstehen immer wieder neue Muster. Ich muss gestehen, dass ich immer wieder abstrakte Muster auf dem Kissen hinterlasse und an einen Smiley leider noch nie gedacht habe… Denn dieser Smiley, dieses lächelnde Gesicht war nicht mein Werk, sondern das der Schwester meines Patensohns. Desto mehr hat es mich überrascht und erfreut, als ich ihn nach der Verabschiedung des Besuchs entdeckte.

Ein Smiley in einer Zeit, in der ein Lächeln zu sehen noch weniger als selbstverständlich ist als sonst… Und es hat nicht nur damit zu tun, dass die Schutzmasken, die wir tragen, viel von unseren oder den Lächeln unserer Mitmenschen verbergen. Für uns alle geben diese belastenden Zeiten weniger Gründe zu lachen, zu lächeln als sonst…  Wenn man die Besuchsbeschränkungen, die uns alle betreffen, erstmal zur Seite schiebt, kommen zusätzliche Lasten zum Vorschein, die  Menschen verschiedenen Alters existentiell herausfordern. Unternehmer stehen vor der Frage wie lange ihre Firmen durchhalten. Angestellte zittern um ihre Gehälter, welche vielleicht seit Monaten lediglich Kurzarbeiterlöhne sind. Schülerinnen und Schüler sind seit langem aus dem gewohnten Unterrichtssystem herausgerissen und können ihren gewohnten Lebensrhythmus nicht nachgehen. Familien sind überbelastet durch den Versuch der Vereinbarung von Homeschooling mit der Arbeit. Angst macht sich breit wegen Sorge um das eigene Leben und die Gesundheit von geliebten Menschen. Die Einsamkeit übermannt Viele. Frust und Ungeduld steigt wegen verspäteten Impfungen.  In den Kirchen vermissen  Viele die normale Messe, mit Singen, vielen Menschen, Möglichkeit zu Begegnungen in großen Runden. Brautpaare schieben die Termine ihres größten Tages auf. Kinder, Jugendliche und ihre Familien müssen sich in der Geduld üben, denn auch die Sakramentenspendung läuft anders als sonst. Das sind nur ein paar Beispiele von Gründen, die das Lächeln auf unseren Gesichtern zurzeit einfrieren lassen…

Und doch, immer wieder wenn ich das Wohnzimmer betrete, schaut mich dieser Smiley an. Und unwillkürlich fange ich an zu lächeln und mein Herz erfüllt sich mit Dankbarkeit. Ich muss an Menschen denken, für die ich dankbar bin. Ich muss an viele „Kleinigkeiten“ im Alltag denken für die ich dankbar bin. Ich muss an viele von Gott geschenkte Momente und Erfahrungen in den letzten Monaten denken, die alles andere als selbstverständlich waren… Und dann, obwohl ich mit Anderen mitleide und selbst auch mein „Corona-Päckchen“ trage, verstärkt sich immer wieder der Glaube daran: ES WIRD SCHON! Dieser Gedanke kommt nicht in mir hoch, weil ich eine geborene Optimistin bin. Denn ich bin es leider nicht. Aber ein Bibelvers kommt mir in den  Sinn:  „…ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.“ (Joh 10, 10) Nach so einem Versprechen, wie soll ich mich von dem Smiley auf unserem Kissen nicht anstecken lassen?!

Tagesimpulse

Viele Gruppen, Treffen, Zusammenkünfte in unseren Gemeinden, in denen wir uns normalerweise auch über den Glauben austauschen und gegenseitig bestärken, fallen im Moment aus oder können nicht in gewohnter Weise stattfinden. Können wir uns in anderer Weise gegenseitig Ermutigung zusprechen?

Während der Corona-Krise wird an dieser Stelle in der Regel immer wieder – im Moment in der Regel wöchentlich, an jedem Mittwoch – ein kleiner Impuls gepostet: eine Botschaft, oft angelehnt an die Tageslesung oder das Tagesevangelium, dazu ein paar Impulsfragen, ein Hinweis auf ein Lied, eine kurze Bildmeditation oder ähnliches.

Nehmen Sie sich ein paar Minuten Zeit, um Kraft zu tanken und den eigenen Glauben zu stärken! Gerne dürfen Sie die Impulse auch weiter teilen.

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