Schmuckband Kreuzgang

Ein Signal im Zweifel der Jünger

"Wort zum Sonntag"

Signale (c) pixabay.com
Signale
Datum:
So. 18. Apr. 2021
Von:
Eduard Lucaci

Zum heutigen Sonntag hat Pfarrer Eduard Lucaci (Mainspitze) die folgenden Gedanken verfasst.

Das Wort zum Sonntag (zu Lk 24, 36-48)

Wer bei der Einfahrt in große Bahnhöfe aus dem Fenster schaut, der wird immer neu überrascht, dass sich unsere Lokomotive durch das Gewirr der vielen Gleise sicher zum Gleis 12a windet. Offensichtlich helfen die vielen Signale dem Lokomotivführer, sein allein richtiges Gleis zu finden.

Für unser Leben gibt es nicht so viele zuverlässige Signale. Es gibt zwar durchaus viele Signale, Stimmen, Meinungen, Positionen, Empfehlungen von Menschen um uns herum: von Eltern und Freunden, von Lehrern und Priestern, von öffentlichen Gesetzen und Richtlinien. Aber wo verläuft das für mich, für uns taugliche Gleis? Bedenken bleiben, Zweifel keimen auf.

Von diesem Schwanken zwischen Glauben und Zweifeln, von Vertrauen und Misstrauen der Jünger erzählt uns Lukas im heutigen Oster-Evangelium. Männer und Frauen, die ratlos sind und wenig Hoffnung haben. Solche Momente erleben alle Menschen. Und genau in diese Situation begegnet ihnen Jesus. „Friede sei mit euch“, sprach er. Der tote Jesus lebt. Selbst als Jesus als Lebendiger vor den Jüngern steht, bleiben sie in ihren Unglauben stecken. Und was tut Jesus? Wendet er sich enttäuscht, ja empört ab? Nein, Jesus hat Geduld mit ihnen. Damit die Jünger nicht zweifeln oder ihn für einen Geist halten, isst und trinkt er mit ihnen.

Jesus nimmt unsere Zweifel liebevoll auf und führt uns in seine Oster-Jüngerschaft. Ich bin glücklich über diesen österlichen Jesus, der so viel Verständnis für unsere Zweifel und unseren Kleinglauben hat.