Schmuckband Kreuzgang

Gemeinsam mit Jesus aus der Krise

Über 160 Teilnehmer kommen zur Dekanatswallfahrt nach Maria Einsiedel

Gernsheim, 18. September 2021: Dekanatswallfahrt in Maria Einsiedel mit Bruder Paulus Terwitte. (c) Markus Schenk
Gernsheim, 18. September 2021: Dekanatswallfahrt in Maria Einsiedel mit Bruder Paulus Terwitte.
Datum:
So. 19. Sep. 2021
Von:
Markus Schenk

Es war die größte pfarreiübergreifende Veranstaltung im Katholischen Dekanat Rüsselsheim seit dem Beginn der Corona-Pandemie: Die Dekanatswallfahrt in Maria Einsiedel (Gernsheim), die am Samstag (18. September) stattfand. Die Wallfahrt stand unter dem Leitwort: "Maria, Quelle der Hoffnung - Kann denn Krise Heimat sein."

Gernsheim, 18. September 2021: Die Prozession führte eine Gruppe der Wallfahrer an der Lourdeskapelle vorbei. (c) Markus Schenk
Gernsheim, 18. September 2021: Die Prozession führte eine Gruppe der Wallfahrer an der Lourdeskapelle vorbei.

Zwar hatten sich nicht soviele Gläubige auf den Weg in das spirituelle Zentrum des Dekanates gemacht, wie man das in den letzten Jahren gewohnt war, aber mit rund 160 angemeldete Teilnehmer*innen hatten die Organisatoren der Wallfahrt vorher nicht gerechnet und waren daher positiv überrascht.

Von Kelsterbach bis Gernsheim kamen die Gläubigen wieder auf unterschiedlichen Wegen nach Maria Einsiedel. Mit dem Auto oder Pfarrbus, mit dem Fahrrad (21 Personen) oder zu Fuß (vier Personen ab Erfelden). Das gute Wetter sorgte zusätzlich für gute Stimmung unter den Teilnehmer*innen. Aber Corona beeinflusste natürlich auch das Programm und den Ablauf der Wallfahrt. 

So konnte das Jugendhaus erstmals kein Mittagessen anbieten, die Teilnehmer*innen mussten sich vorher zentral anmelden, beim Wallfahrtsgottesdienst, der im Freien gefeiert werden konnte, wurde natürlich auf die auf Abstände geachtet. 

Gernsheim, 18. September 2021: Marienandacht vor der Wallfahrtskapelle. (c) Markus Schenk
Gernsheim, 18. September 2021: Marienandacht vor der Wallfahrtskapelle.

Der Tag begann um 11:00 Uhr mit einer Prozession die, angeführt von Pfarrer Clemens Wunderle (Gernsheim / Biebesheim), am Wegekreuz startete. Der Weg führte die kleine Gruppe über die Lourdeskapelle zur Wallfahrtskapelle von Maria Einsiedel. Im Anschluss feiert Kaplan Maximilian Eichler (Gernsheim / Biebesheim) mit den Anwesenden eine Marienandach vor der Kapelle. In der Pilgerhalle fand um 13:00 Uhr eine Trostandacht statt, die von Dr. Peter A. Schult gestaltet wurde.

Bei der Dekenatsjugendwallfahrt, die traditionell am Vorabend (Freitag, 17.09.) stattfand hatten rund 60 Jugendliche teilgenommen - eine stattliche Zahl. 

Gernsheim, 18. September 2021: Ingrid Reidt (Betriebsseelsorge)  berichtete über die Radwallfahrt. (c) Markus Schenk
Gernsheim, 18. September 2021: Ingrid Reidt (Betriebsseelsorge) berichtete über die Radwallfahrt.

Zu Beginn des Wallfahrtsgottesdienstes begrüßte die Vorsitzende des Dekanatsrates, Christine Breser, die Anwesenden. Ingrid Reidt von der Betriebsseelsorge berichtete von der Radwallfahrt, an der 21 Personen (11 bis 82 Jahre alt) im Rahmen der Dekanatswallfahrt teilnahmen. Die Radwallfahrt stand unter dem Leitwort "FrauenStärken". Die Gruppe machte nach dem Start in Groß-Gerau, dort gab es zum Auftakt Informationen zum Thema "Frauen in der Arbeitswelt" und "Frauenaltersarmut", unterwegs zwei weitere thematische Zwischenstopps. Zum einen beim Büchnerhaus in Goddelau. Dort gabe wissenswerte Informationen zu Luise Büchner. Bei der Station in der Gernsheimer Pfarrkirche St. Maria Magdalene wurde besonders die Rolle der Frauen in der Kirche beleuchtet. Organisiert wurde die Radwallfahrt von Ingrid Reidt (Betriebsseelsorge), Christine Müller (Caritas) und Irmgard Jahn (Gemeindereferentin St. Walburga Groß-Gerau).

Gernsheim, 18. September 2021: Bruder Paulus Terwitte während seiner kurzweiligen Predigt. (c) Markus Schenk
Gernsheim, 18. September 2021: Bruder Paulus Terwitte während seiner kurzweiligen Predigt.

In seiner kurzweiligen, fast 28 Minuten dauernden Predigt spannte Bruder Paulus Terwitte aus Frankfurt einen weiten Bogen, der von dem Taufritus der ersten Christen bis zur heutigen Kirchen- und Glaubenskrise reichte. Er nahm damit auch Bezug auf das Leitwort der Dekanatswallfahrt. 

Bruder Paulus: "Ich möchte Sie einladen, zusammen mit den Priestern, die zu finden, die Gott berufen hat voller Begeisterung in diesem Dekanat Zeugen... zu sein. ... Ich möchte einfach nur sagen, da wo wir Krise sehen, möchte ich Sie ermutigen, zukünftig gleich Auferstehung mitzudenken. Krise kann Heimat sein, weil einer sich in der Krise beheimatet hat, den wir Christus nennen, dessen Auferstehung wir immer neu feiern...

...wenn der Herr mit mir ist, dann werde ich immer neu fragen: Wie willst Du mich öffnen für dich, in dieser Krise? Wie willst du mich öffnen, für deinen Weg? Denn ich möchte mit dir neue Wege gehen..."

Bruder Paulus bekannte, dass es auch für besonders geistlich geschulte Menschen wie ihn und seine Mitbrüder, super schwer sei, "die schönen frommen Worte am Ende in die Tat unzusetzten." Aber er versuche es immer wieder neu und wolle auch die Anwesenden dazu ermutigen.

Gernsheim, 18. September 2021: Christine Breser (Vorsitzende des Dekanatsrates)  dankt dem ehemaligen Dekanatsreferenten Dr. David Hüser. (c) Markus Schenk
Gernsheim, 18. September 2021: Christine Breser (Vorsitzende des Dekanatsrates) dankt dem ehemaligen Dekanatsreferenten Dr. David Hüser.

Am Ende des Gottesdienstes, der vom Dekanatschor „Juvenes Voces“ musikalisch begleitet wurde und rund zwei Stunden dauerte, wurde nach vier Jahren Dekanatsreferent Dr. David Hüser verabschiedet. Er hat das Dekanat bereits zum 01. August 2021 verlassen und eine Stelle im Seelsorgedezernat des Bistums Mainz angetreten. Da im Rahmen des Pastoralen Weges die Dekanates im nächsten Jahr (bis Ende 2022) aufgelöst werden, fällt zukünftig auch die Stelle des Dekanatsreferenten weg. Christine Breser (Vorsitzende des Dekanatsrates) dankte David Hüser für sein Engagement und seine offene, konstruktive Art, die zu einer guten Zusammenarbeit und einem guten Ergebnis beim Pastoralen Weg geführt hat. Sie überreichte dem ehemaligen Dekanatsreferenten einige Geschenke im Namen des Dekanates.

Auch Dekan Karl Zirmer dankte David Hüser und erklärte, dass an der Dekanatsversammlung am 29.  September der zweite Teil der Verabschiedung folgen wird. David Hüser dankte den Anwesenden für die vergangenen vier Jahre in denen vieles auf den Weg gebracht wurde. Im Anschluss dankte der Dekan dem Prediger und Hauptzelebranten des Gottesdienstes: Bruder Paulus Terwitte.

Nach dem Gottesdienst nutzen, beim angebotenen Kaffee und Kuchen der Pfarrgruppe Nauheim / Königstädten, die Teilnehmer*innen noch die Möglichkeit, sich über die verschiedensten Themen auszutauschen. Dabei waren viele der Anwesenden der Meinung, dass die Wallfahrt auch nach der Auflösung des Dekanates fortbestehen sollte - dann wohl unter einem anderen Namen. 

Artikel im Groß-Gerauer Echo vom 20.09.2021