Schmuckband Kreuzgang

„Gestohlene Kindheit – Sackgasse Flüchtlingslager“

Tour der Wanderfriedenskerze durch den künftigen Pastoralraum Mitte endet in Büttelborn

Büttelborn, 10. Oktober: Rudi Münzer (Pfarrei St. Walburga Groß-Gerau) überreichte die Wanderfriedenskerze an die Pfarrei St. Nikolaus von der Flüe. (c) Markus Schenk
Büttelborn, 10. Oktober: Rudi Münzer (Pfarrei St. Walburga Groß-Gerau) überreichte die Wanderfriedenskerze an die Pfarrei St. Nikolaus von der Flüe.
Datum:
Mi. 13. Okt. 2021
Von:
Markus Schenk

Zwei Wochen war sie im künftigen Pastoralraum Mitte unterwegs. Nun endete die Reise der Pax-Christi-Wanderfriedenskerze durch das Dekanat Rüsselsheim am Sonntag (10. Oktober) in der Büttelborner Pfarrkirche St. Nikolaus von der Flüe. Im Gottesdienst wurde besonders an alle Menschen, die auf der Flucht sind, gedacht und vor allem für die Kinder, die in Flüchtlingslagern leben müssen, gebetet. 

Erste Station war am 25. September die Vorabendmesse in St. Johannes XXIII. in Rüsselsheim - Königstädten. Am nächsten Tag wurde sie dann von einer Delegation dieser Pfarrgemeinde an die italienische Gemeinde in Groß-Gerau übergeben, es folgten dann als weitere Stationen St. Jakobus in Nauheim, die Pfarrgruppe Trebur-Astheim-Geinsheim, Christkönig Walldorf, St. Marien Mörfelden und zum Abschluss zunächst St. Walburga Groß-Gerau und direkt im Anschluss St. Nikolaus von der Flüe Büttelborn.

Rudi Münzer aus der Pfarrei St. Walburga Groß-Gerau übergab die Kerze am Beginn des Gottesdienstes an die Pfarrgemeinde St. Nikolaus von der Flüe. Dann berichtete er über die diesjährige Aktion. Diese steht unter dem Leitwort:“ Gestohlene Kindheit - Sackgasse Flüchtlingslager“.

Die Aktion nimmt besonders die Kinder und Jugendlichen in den Blick, die weltweit auf der Flucht sind. Denn von den ca. 80 Millionen Flüchtlingen, die weltweit unterwegs sind, sind  rund 40% Kinder und Jugendliche. Sie fliehen vor Krieg und Gewalt, politischer Verfolgung, mit ihrer ganzen Familie oder allein. In einer Mitteilung der Pax-Christi Regionalgruppe Rhein-Main heißt es: “Ein Synonym für ein menschenunwürdiges Leben in Flüchtlingslagern in Europa ist Moria auf der Insel Lesbos in Griechenland, eine Schande für ein Europa, das stolz ist auf seine christlichen und humanen Werte. Die Sackgasse Flüchtlingslager hat System und will Menschen, die vor Gewalt und Krieg Richtung Europa fliehen, abschrecken.“

Pfarrer Joachim Respondek nahm den Gedanken der Aktion in seine Predigt auf und verknüpfte diesen mit dem Tagesevangelium. Auch er habe in seiner Zeit als Diplomat in Ruanda Erfahrungen und Begegnungen mit Menschen auf der Flucht gehabt.  Er erinnerte auch an die Unterschriftenaktion „Kein Weihnachten in Moria“ vom Herbst 2020, an der sich auch Mitglieder der Büttelborner Pfarrgemeinde beteiligt hatten. Leider sei seit dieser Zeit nichts geschehen, was zur Verbesserung der Lage der Menschen beigetragen hätte, stellten übereinstimmend Pfarrer Respondek und Rudi Münzer fest. Vielleicht müsse man, jetzt nach der Bundestagswahl, die Abgeordneten erneut anschreiben, da es nun zu deutlichen Veränderungen bei der Zusammensetzung des Parlamentes gekommen sei, so Pfarrer Respondek.

Büttelborn, 10. Oktober 2021: Die Wanderfriedenskerze in der Büttelborner Pfarrkirche. (c) Markus Schenk

Stichwort: Wanderfriedenskerze

Immer am 1. September – dem Beginn des Zweiten Weltkrieges – startet die Aktion Wanderfriedenskerze mit einem gemeinsamen Gottesdienst zur Erinnerung an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. Von dort aus „wandern diese besonders gestalteten Friedenskerzen auf ihre Reise durch etwa 70 bis 80 Gemeinden, Schulen und christliche Einrichtungen in der Rhein-Main-Region.
Um Buß- und Bettag, dem letzten Tag der Ökumenischen FriedensDekade, endet die Aktion mit einem gemeinsamen Abschlussgottesdienst oder dezentralen Abschlüssen.