Schmuckband Kreuzgang

Kinder des Trostes

"Wort zum Sonntag"

Grab des Apostels Barnabas (c) Ansgar Bovet, https://de.wikipedia.org/wiki/Barnabas_(Apostel)
Grab des Apostels Barnabas
Datum:
So. 2. Mai 2021
Von:
Eduard Lucaci

Zum heutigen Sonntag hat Pfarrer Eduard Lucaci (Mainspitze) die folgenden Gedanken verfasst.

Das Wort zum Sonntag (zu Apg 9,26-31)

Die heutige Lesung aus der Apostelgeschichte berichtet von einem Mann namens Barnabas. Sein Geburtsname ist eigentlich Josef. Er hat sich schon früh der Urgemeinde in Jerusalem angeschlossen. Er hat seinen Besitz, einen Acker, verkauft, um mit dem Erlös die Armen zu unterstützen – gemäß dem Jesus-Wort: „Geh, verkaufe, was du hast ...; dann komm und folge mir nach.“ (Mk 10,21) Barnabas hat also Ernst mit der Nachfolge gemacht. Die Christen haben ihm zu Recht den Beinamen »Barnabas« gegeben, das heißt: „Sohn des Trostes“. Er war auch Trost für Paulus. Als Paulus ein Anhänger Jesu geworden war, war es Barnabas, der Paulus in den Kreis der Christen in Jerusalem einführte. Er nahm sich seiner an. Er kümmerte sich um ihn und brachte ihn zu den Aposteln. Barnabas hat in diesem Fall sein eigenes Vertrauensverhältnis und Ansehen in der Gemeinde wohl dazu benutzt, Paulus den Weg zu den anderen zu bereiten.

Wir brauchen diese Menschen, die Vertrauen schaffen und Brücken bauen, die in den schwierigen Zeiten uns Trost sind. Einer hört mir zu und teilt mein Leid, meine Sorgen, meinen Schrecken. Einer hört mir zu und versteht mich, geht auf mich ein, hält die Abgründe aus, denen ich mich ausgeliefert fühle. Einer glaubt an meiner Stelle, wo ich selbst gerade nicht mehr glauben kann. Einer sieht für mich Licht, wo ich selbst nur Dunkles sehe. Einer ist mir nahe, wo ich mich selbst gar nicht mehr finde. Einer schweigt mit mir, wenn es nichts mehr zu sagen gibt. Einer betet mit mir und nimmt mich mit hinein in die Gemeinschaft des Glaubens, damit ich nicht alleine bin.