Schmuckband Kreuzgang

Lebe das, was du vom Evangelium verstanden hast!

"Wort zum Sonntag"

Arbeit im Weinberg (c) Pixabay.com
Arbeit im Weinberg
Datum:
So 27. Sep 2020
Von:
Eduard Lucaci

Zum heutigen Sonntag (27. September) hat Pfarrvikar Eduard Lucaci (Mainspitze) die folgenden Gedanken verfasst.

Das Wort zum Sonntag (Evangelientext: Mt 21,28-32)

„Lebe das, was du vom Evangelium verstanden hast. Und wenn es noch so wenig ist. Aber lebe es.“

Jesus erzählt von zwei Söhnen, ihrem Vater und seinem Auftrag, im Weinberg zu arbeiten. Und beide Söhne lügen ihren Vater an: Der Eine als er sich weigert und dann doch geht, der Andere als er Ja sagt und nicht zur Arbeit erscheint. Dass der Erste den Willen, den Auftrag des Vaters erfüllt, ist allen Zuhören ganz klar.

Den Hohenpriestern und Ältesten, also den frommen Männern seiner Zeit, wirft Jesus in dem Gleichnis vor, dass sie wie jener Sohn sind, der Ja sagt, aber nicht geht und ihre Frömmigkeit nur äußerlich ist und dass jene, von denen man es nicht erwartet, bereit sind, den Weg der Umkehr und der Nachfolge zu gehen.

Und da frage ich mich: Wie halte ich es mit meinem Glauben, mit meinem Bekenntnis zu Gott? Ist mein Glaube nur ein sonntägliches Lippenbekenntnis, das im Leben keinen festen Platz hat oder ist es wirklich die Bereitschaft, sich mit Herz und Hand für die Sache Jesu einzusetzen? Kann sich Gott auf mich verlassen, wenn ich mit ihm spreche, wenn ich ihm etwas verspreche, oder ist mein Versprechen ganz schnell vergessen, wenn alles vorüber ist, wenn alles in meinem Sinne sich ereignet hat? Und können die Menschen sich darauf verlassen, dass ich als Christ nicht nur rede, sondern auch handle, nicht nur erwarte, sondern auch gebe? Wichtige Fragen. Aber auch zu viele Worte.

Mir hilft deshalb die Aufforderung von Frére Roger Schutz von Taizé: „Lebe das, was du vom Evangelium verstanden hast. Und wenn es noch so wenig ist. Aber lebe es.“