Schmuckband Kreuzgang

„Liebt einander wie ich euch geliebt habe“

"Wort zum Sonntag"

Mutter und Tochter (c) pixabay.com
Mutter und Tochter
Datum:
So. 9. Mai 2021
Von:
Hiltrud Knodt

Zum heutigen Sonntag hat Gemeindereferentin Hiltrud Knodt (Mainspitze) die folgenden Gedanken verfasst.

Das Wort zum Sonntag (zu Joh 15,9-17)

„Liebt einander wie ich euch geliebt habe“... – wie passend zum Muttertag!

Woher lernen wir, wie das geht: lieben? Wer bringt uns bei, so zu lieben, dass die Liebe bewirkt, was sie ist? Kann man lieben, wenn man als Kind nicht wirklich geliebt wurde? Kann man lieben, wenn die erfahrene Liebe der Eltern oder der ersten Bezugspersonen immer an Bedingungen geknüpft war? Jemand hat mal festgestellt, dass Maria (die Mutter Jesu) eine ziemlich gute Erzieherin, eine sehr „gute“ Mutter gewesen sein muss, dass sie solch einen liebesfähigen Sohn aufgezogen hat!

Was macht eine gute Mutter (einen guten Vater) aus? Eltern wissen, wie schmal der Grat ist, auf dem sie sich bewegen zwischen An-die-Hand-nehmen und Los-lassen, zwischen Grenzen ziehen und Freiheit lassen, zwischen Bestimmen und Entscheiden-lassen. Eltern wissen auch, dass die eigene erfahrene Erziehung als mehr oder weniger große Last mitgeschleppt und bearbeitet werden muss, um einem Kind zu ermöglichen, zu einem liebevollen und liebesfähigen Menschen heranzuwachsen, der in der Lage ist, in einer Welt zu bestehen, in der es in erster Linie um Konkurrenz, Macht, Konsum geht.

Zum Muttertag: Danke an alle Mütter und Väter (egal ob leiblich oder nicht) und an alle Erzieher und Erzieherinnen, die den Boden bereiten für das Aufwachsen von Kindern in einer Liebe, die so ist, wie Jesus sie in vielen Beispielen gezeigt hat: eine Liebe, die stark macht, ohne zu unterdrücken, die frei macht, ohne Willkür zu erlauben, die einfühlsam macht, ohne sich selbst aufzugeben, eine Liebe, die grenzenlos ist, aber Grenzen achtet. Jesus hat eine Liebes-Spirale in Gang gesetzt, die bis in unsere Zeit und darüber hinaus wirkt, wenn wir sie annehmen und weitergeben als Mütter, Väter, Freunde und Freundinnen.