Schmuckband Kreuzgang

Unterwegs in guter Mission

Sozialpastoraler Begegnungstag im katholischen Dekanat Rüsselsheim

"Engagement macht stark!": Ehrenamtliche beim sozialpastoralen Begegnungstag des Dekanats Rüsselsheim
Mi 22. Mai 2019
Dekanat Rüsselsheim

„Wo werde ich gebraucht?“ – unter diesem Motto trafen sich am Samstag, den 18. Mai, rund 45 ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeiter aus Caritas und Seelsorge zu einem sozialpastoralen Begegnungstag im katholischen Gemeindezentrum „Johannes XXIII.“ in Königstädten.

Was brauchen die Menschen heute?

Organisiert hatte das Treffen das katholische Dekanat Rüsselsheim gemeinsam mit dem Caritasverband Offenbach. Die Aufgabe der Moderation und Impulsgeber übernahmen Dekanatsreferent David Hüser und Jörg Ebermann von der Caritas Rüsselsheim. „Was brauchen die Menschen heute? Und bekommen die Menschen auch tatsächlich das, was sie von der Kirche benötigen?“, diese Fragen stellte David Hüser gleich zu Beginn der Veranstaltung. Es sind Kernfragen, die im Zentrum des  von Bischof Peter Kohlgraf eingeschlagenen pastoralen Weges stehen, der das Ehrenamt stärker in den Fokus von Pastoral und Seelsorge stellen möchte.

Die Möglichkeiten der Sozialraumerkundung

Doch wie findet man heraus, was Menschen konkret benötigen? Das ist mitunter auch für bereits seelsorgerisch tätige Menschen keine leichte Aufgabe. Als ein nützliches Instrument hierfür bietet sich die gezielte Erkundung des Sozialraumes an, wie Franziska Schäfer, Flüchtlingssozialarbeiterin der Caritas Kelsterbach, in ihrem Vortrag erläuterte. „Nur wenn man seine Umgebung kennt und weiß, wo Not in seiner Umgebung herrscht, kann man den bedürftigen Menschen eine Stimme gehen und helfen.“ Frau Schäfer präsentierte eine Reihe von Möglichkeiten, wie sich Sozialräume erforschen lassen. So sollte man zunächst mit offenen Augen durch den Ort oder die Stadt gehen, genau beobachten und fotografieren, was einem auffällt. Entscheidend sei es, Menschen direkt anzusprechen und nach ihren Wünschen und Bedürfnissen  zu fragen, oder die von ihren Nachbarn. Dabei käme es vorn allem darauf an, genau zuzuhören und die richtigen Fragen zu stellen.

Es gehe aber auch um den Wechsel der Perspektive, sagte Frau Schäfer. Wenn man die Sichtweise eines anderen Menschen einnehme, bekomme man schnell einen anderen Blick auf Dinge und Bedürfnisse. Sie schlug vor, selbst einmal per Rollstuhl durch den Ort zu fahren und so direkt zu erfahren, wo es Barrieren für Behinderte gibt, die einem selbst  nicht auffallen. Auch wenn man Flüchtlinge beim Einkaufen oder auf ihrem Weg zu den Ämtern begleitet, könne man Ressentiments, Ausgrenzung, aber auch Hilfsbereitschaft und Offenheit der einheimischen Bevölkerung persönlich erleben. Der Fantasie seien bei allen Unternehmungen keine Grenzen gesetzt.

„Haben Sie Mut, sich nun selbst auf den Weg zu machen und ihre Sozialräume vor Ort zu erkunden“, motivierte David Hüser die Teilnehmer des sozialpastoralen Begegnungstages am Ende des Vortrags von Franziska Schäfer. „Nur wenn wir wissen, was die Menschen brauchen, insbesondere von uns als Christen, können wir zu einer Kirche werden, die das Leben der Menschen teilt und die den Menschen dient.“ Unterstützung bei der Sozialraumerkundung könne man jederzeit von den sozialpastoralen Tandems aus Caritas- und pastoralen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen bekommen. Auch stünden die Verantwortlichen auf Dekanatsebene, sowohl im Caritasverband als auch im katholischen Dekanat, mit Rat und Tat zur Seite.

Austausch zu vielfältigem Engagement

Den bereits existierenden Aktivitäten der Caritas und der Seelsorge im Dekanat, war der zweite Teil des Begegnungstages gewidmet – denn viele Ehrenamtliche reagieren längst auf das, was Menschen brauchen. In den Arbeitsgruppen zu Existenzsicherung, Jugend, Besuchsdiensten, Arbeit sowie Migration tauschten sich die Teilnehmer untereinander aus und berichteten über ihre Erfahrungen und ihre laufenden oder geplanten Projekte. Um die Aktivitäten nach außen sichtbarer werden zu lassen und die Akteure untereinander besser zu vernetzen, will das Dekanat die sozialpastoralen Initiativen auf seiner Homepage (www.bistummainz.de/dekanat/ruesselsheim) einen Raum geben, so sie sich präsentieren können. Dazu ist jeder eingeladen, einen kurzen Text, mit Foto, Kontaktdaten, und, falls vorhanden, den Link zu einer bereits existierenden  Homepage per E-Mail an das Dekanat zu schicken (E-Mail: dekanat.ruesselsheim@bistum-mainz.de).

Der  geistliche Höhepunkt war der zum Abschluss des Begegnungstages mit Pfarrer Michael Tomaszewski zelebrierte Gottesdienst in der Pfarrkirche.

Bilder sozialpastoraler Begegnungstag

Mi 22. Mai 2019
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