Schmuckband Kreuzgang

Welches ist das erste und wichtigste Gebot?

"Wort zum Sonntag"

Herz (c) Pixabay
Herz
Datum:
So. 10. Okt. 2021
Von:
Karl Zirmer

Zum heutigen 28. Sonntag im Jahreskreis (10. Oktober) hat  Pfarrer Karl Zirmer (Mainspitze) die folgenden Gedanken verfasst.

WORT ZUM SONNTAG (Text: Mk 12,28b-34))

Ein Schriftgelehrter, ein Experte in Sachen Gebote und Gesetze Gottes, fragt den „Meister“ Jesus nach dem ersten und wichtigsten Gebot. Bei der Vielzahl der Gebote damals ist diese Frage sehr wohl berechtigt. Es gab 248 Gebote und 365 Verbote, also insgesamt 613 Gesetze. Es können doch nicht alle gleich wichtig sein. Es muss doch eine Rangordnung geben.

Auf die Frage des Schriftgelehrten antwortet Jesus mit dem Hinweis auf das Doppelgebot der Liebe: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit deinem ganzen Denken und mit deiner ganzen Kraft. Als zweites kommt hinzu; Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ Die Liebe zum Nächsten wird der Liebe zu Gott gleichgestellt. Die Nächstenliebe ist geradezu der Prüfstein, ob die Gottesliebe echt ist. Der Maßstab aber für die Beziehung zu den Mitmenschen ist die Liebe zu sich selbst. Wer nicht gut ist zu sich selbst, kann wohl auch nicht gut sein seinem Nächsten gegenüber.

Man kann über Jesu Liebesgebot viel reden und vielleicht auch viel Kluges darüber sagen. Aber man muss es vor allem tun! Darin liegt das Entscheidende des Christen, der seinem Herrn nachfolgt. Nicht die Theorie ist das Ausschlaggebende, sondern so zu handeln, wie Jesus es getan hat. Entscheidend wird also in unserem Leben nicht sein, was wir geleistet oder verdient haben, entscheidend wird auch nicht sein, ob wir uns in den Augen der Menschen einen Namen gemacht haben. Entscheidend wird sein, ob die Liebe in uns reifen und sich entfalten konnte, ob wir Menschen geworden sind, deren Leben durch die Liebe geprägt ist. Die Liebe ist das einzige hier auf Erden, das bleibt, die Liebe eröffnet uns das ewige Leben.