Schmuckband Kreuzgang

Pfarreienzuschnitt

Die künftigen Pfarreien (c) Dekanat Rüsselsheim

Nachdem die Schritte der Wahrnehmung sowie der Schwerpunktsetzung abgeschlossen waren, stand die Frage nach den künftigen Strukturen im Raum. Dabei musste die Frage geklärt werden, welche Gemeinden künftig gemeinsam eine Pfarrei bilden werden.

Der Dekanatsrat hat auf seiner digitalen Sitzung am 23. März folgenden Beschluss gefasst: Im Kreis Groß-Gerau soll es künftig eine Pfarrei am Main geben, bestehend aus den Gemeinden der Kommunen Kelsterbach, Raunheim und Rüsselsheim (ohne Königstädten); die Katholikenzahl dieser Pfarrei beträgt knapp 16 000. Die Gemeinden des Mittelkreises, von Mörfelden-Walldorf über Büttelborn, Groß-Gerau bis Astheim, Trebur, Geinsheim und inklusive Nauheim / Königstädten, sollen zu einer weiteren Pfarrei zusammengefasst werden (knapp 21 000 Katholiken). Die Ried-Gemeinden Riedstadt, Biebesheim, Stockstadt und Gernsheim bilden die dritte Pfarrei (10 000 Katholiken). Die Gemeinden der Mainspitze hatten bereits im Vorfeld dafür plädiert, mit dem außerhalb des Dekanats gelegenen Pfarreienverbund Amöneburg, Kastel und Kostheim zu fusionieren. 

Alle diese neuen zukünftigen Pfarreien sollen als Netzwerke fungieren, in denen die bisherigen Gemeinden, aber auch andere kirchliche Orte wie die Caritas-Zentren oder Kindertagesstätten Knotenpunkte bilden. Auch die muttersprachlichen Gemeinden – im Dekanat bestehen zwei italienisch-, eine kroatisch- und eine spanischsprachige Gemeinde – werden Bestandteile dieser Netzwerke, sollen aber eine pastorale Zuständigkeit für die jeweilige Sprachgruppe über die Grenzen dieser Pfarreien hinaus behalten.

Im Frühjahr 2022 wird Bischof Kohlgraf die „pastoralen Räume“ als Übergangsformen in Kraft setzen. Die tatsächliche Bildung der neuen Pfarreien soll sich dann nach und nach im Zeitraum bis 2030 vollziehen.

In den vorangegangenen Monaten hatten die katholischen Gemeinden im Kreis bereits ausführlich über verschiedene Möglichkeiten nachgedacht, wie die Vorgabe des Bistums, drei Pfarreien zu bilden, umgesetzt werden könnte. Am 6. März hatten sich dann etwa 80 ehren- und hauptamtlich Aktive bei einem als Videokonferenz durchgeführten sogenannten „Ratschlag“ über die verschiedenen Varianten ausgetauscht (hier geht es zu einem ausführlichen Bericht). „Ich freue mich sehr, dass es uns gelungen ist, alle Gemeinden im Beratungsprozess einzubinden und am Ende eine Lösung zu finden, die insgesamt als konsensfähig bewertet wurde“, so Christine Breser, Vorsitzende des Dekanatsrats.

Die Entscheidung im Dekanatsrat, in dem die katholischen Gemeinden und Einrichtungen mit Ehren- und Hauptamtlichen vertreten sind, fiel mit einer großen Mehrheit. Über 90 Prozent der stimmberechtigten Teilnehmer der als Videokonferenz durchgeführten Sitzung stimmten für die Beschlussvorlage des Dekanatsvorstandes. „Nachdem die Gespräche vor zwei Wochen schon recht deutlich auf die jetzt gefundene Variante zugelaufen sind, lag diese Entscheidung offensichtlich auf der Hand“, sagt Dekan Karl Zirmer.

Einzelne bis zuletzt offene Fragen waren die Zuordnung von Worfelden und Bauschheim. In beiden Gemeinden sind Umfragen durchgeführt worden. Die Katholiken aus Worfelden, das kommunal zu Büttelborn gehört, entschieden sich, weiterhin zur Gemeinde St. Johannes der Täufer in Weiterstadt gehören zu wollen. Die Bauschheimer Katholiken haben sich für den Verbleib in Rüsselsheim und gegen eine denkbare Angliederung an die Gemeinden der Mainspitze ausgesprochen.

Ein Video mit einem Interview mit der Dekanatsratsvorsitzenden Christine Breser, der Jugendreferentin Katrin Jäger und Dekan Karl Zirmer als Rückblick auf den Schritt finden Sie hier.

Die Vorgehensweise

Die "AG Pfarreienzuschnitt", die den gesamten Schritt geplant und begleitet hat, hatte eine mehrstufige Vorgehensweise entworfen.

In der ersten Stufe haben alle Pfarreien ein oder zwei Vorschläge gemacht; die Einsendungen sind hier in einer Dokumentation zusammengefasst und sind untenstehend einzeln einsehbar. Um eine möglichst objektive Vorgehensweise zu ermöglichen, haben die Mitglieder der AG Pfarreienzuschnitt die verschiedenen Einzelmeldungen zunächst in eine Matrix übertragen. Aus dieser Matrix wurden dann fünf Varianten entwickelt (siehe pdf-Dokument hier).

Im gleichen Schreiben sowie einem weiteren Brief vom 16. Februar an die Pfarreien lud die AG dazu ein, in der Stufe 2 das große Ganze in den Blick zu nehmen und gemeinsam nach einer Lösung zu suchen, mit der alle Gemeinden des Dekanats gut mitgehen können. Dazu wurde eine Vorgehensweise entwickelt sowie verschiedene Leitfragen formuliert. Die Gemeinden wurden gebeten, mit Hilfe von "Widerstandspunkten" ehrlich und differenziert und ohne strategische Hintergedanken darzustellen, wie stark ihr Widerstand gegenüber den unter­schiedlichen Varianten ist.

Auch in einem kurzen Interview (als Video hier abrufbar) erklären Christine Breser, Vorsitzende des Dekanatsrats und Koodinatorin der AG Pfarreizuschnitt, sowie Dekanatsreferent David Hüser die Schritte. 

Im Ratschlag am 6. März bewerteten die Gemeinden die verschiedenen Vorschläge mit den „Widerstandspunkten“, um deutlich zu machen, welche Vorschläge für sie möglich waren und welche deutlich ausgeschlossen wurden (zur Übersicht der Präsentation mit den Widerstandspunkten geht es hier). In einem kurzen Statement hatte je ein Vertreter der einzelnen Gemeinde zu Beginn des Ratschlags die Möglichkeit, zum Ergebnis der eigenen Gemeinde Stellung zu nehmen. Im Anschluss wurde das Ergebnis in mehreren Kleingruppen noch einmal intensiv diskutiert und danach im Plenum vorgestellt. 

Auch wenn beim Ratschlag keine Entscheidung getroffen wurde, zeichnete sich in den vielen Gesprächen doch eine deutliche Tendenz ab. In der Sitzung des Dekanatsrats stellte der Vorstand daher die "Variante 2" als Beschlussvorlage zur Abstimmung. Mit über 90 Prozent Ja-Stimmen wurde dieser Vorschlag angenommen.

Nutzen Sie gerne auch die von der AG Geistlicher Weg zusammengestellten Materialien, die sich mit der geistlichen Dimension von Entscheidungsprozessen auseinandersetzen. Nicht nur im Zusammenhang mit dem Pastoralen Weg, sondern auch darüber hinaus in der Gemeinde sowie im Privaten können diese Impulse sehr wertvoll sein.

Dokumentation 

Die Unterlagen für die erste Stufe können Sie hier herunterladen:

Handreichung Erste Stufe

Dokumentation Variante 1

Dokumentation Variante 2

 

Die 5 vorgeschlagenen Varianten sowie die Hinweise zu Stufe 2 finden Sie hier:

Vorgeschlagene Varianten / Hinweise zu Stufe 2

Bitte um Rückmeldung zu Stufe 2 – Brief an die Gemeinden vom 16. Februar 2021

 

Die beim "Ratschlag" gezeigte Präsentation u.a. mit den "Widerstandspunkten" der Pfarreien finden Sie hier:

Präsentation Widerstandspunkte

 

Die Präsentation, die zur Beschlussfassung im Dekanatsrat gezeigt wurde, können Sie hier herunterladen:

Beschlussvorlage Dekanatsrat Pfarreizuschnitt