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Kirchenchor „St. Remigius“ Ober-Mörlen

Unser Chor wurde am 17. Januar 1886 gegründet und gehört damit zu den ältesten Kirchenchören in Hessen - alles Weitere zu seiner 140-jährigen Geschichte erfahren Sie mit Klicks auf  ➥ »Geschichte im 19. Jahrhundert« und ➥»Geschichte im 20./21. Jahrhundert«

Heute lautet die Zielsetzung: "Der Chor dient vorrangig der musikalischen Gestaltung der Liturgie und pflegt die geistliche und nach Möglichkeit auch die weltliche Chormusik. Der Kirchenchor versteht seine Tätigkeit als Wesens- und Lebensäußerung der katholischen Kirche". Als Dachorganisation fungiert der Deutsche Cäcilien-Verband.

Chorleiter:  Witold Tuszynski
Vorsitzende:  Rita Rauch, Jahnstr. 18, Tel.: 0 60 02 / 73 15, E-Mail: rita.rauch@t-online.de 
Schriftführer:  Kai Schraub, Ludwigstr. 9, Tel. 06002 / 992650, Email: Kai-Schraub@t-online.de

Der Kirchenchor St. Remigius blickt mit Stolz auf eine lange Tradition zurück – und feiert im Jahr 2026 sein 140-jähriges Bestehen. Dieses besondere Jubiläum würdigt nicht nur die musikalische Kontinuität, sondern auch das lebendige Engagement vieler Generationen von Chormitgliedern.

Das ist doch mal ein Grund zum Feiern!
Gruppe von Sängerinnen und Sänger im Kirchhof
Haben Sie Lust, unseren Kirchenchor zu unterstützen?

Sie tragen damit nicht nur zur eigenen Freude, sondern auch zur Freude der ganzen Gemeinde bei!

Es tut gut, sich für Gott zu verausgaben, sich ganz auf das Singen einzulassen. Die alten Mönche meinten, das Singen heile Wunden und wirke beruhigend auf den Geist - es bewahre ihn vor Traurigkeit, helle seine Gedanken auf und lasse ihn etwas von der Freude spüren, die das Singen ausdrücken will. Plato meint, das Wort "choros" kommt von "chara", Freude.

Unsere Übungsstunden sind immer dienstags von 19:30 Uhr bis 21:00 Uhr im Bonifatiussaal.

Kommen Sie doch einmal unverbindlich zum Schnuppern - die Geselligkeit kommt bei uns natürlich auch nicht zu kurz! 

Termine/Auftritte 2026 

- wird in Kürze ergänzt

Kultureller Hintergrund der Gründungszeit

Am Anfang steht eine Idee, eine gemeinsame Vision und eine Gruppe, die Initiative und den Willen aufbringt, dies auch zu bewirken. So war es  einst auch im idyllischen Dorfleben von Ober Mörlen gegen Ende des 19. Jahrhunderts:
Das neu gegründete deutsche Kaiserreich war erst einige Jahre alt, an Weltkriege dachte noch niemand. In Ober-Mörlen lebten bereits an die 2000 Einwohner, was für die damalige Zeit schon eine stattliche Zahl war. Die alles überragende Kirche St. Remigius war - lange vor der Errichtung eines Erweiterungsbaus im Jahr 1929 - schon eine der größten in der Wetterau.
In einer aufstrebenden Zeit, die von Fortschritt geprägt war, kam überall das Vereinsleben mehr und mehr zum Blühen - so auch in Ober-Mörlen: Mit der Gründung des ersten Ober-Mörler Gesangvereins „Männerchor“ im Sommer 1879 wurde ein lang gehegter Traum vieler Männer Wirklichkeit - man traf sich fortan zum gemeinsamen Singen. In den Nachbardörfern war dies nicht viel anders. Und es ging so weiter: In Ober-Mörlen folgte im Jahre 1885 die Gründung des Gesangvereins „Liederkranz“, der allerdings nicht besonders lange existieren sollte.

Am 17. Januar 1886 wurde dann der Kirchenchor „Cäcilia“ von 53 Mitgliedern aus der Taufe gehoben; ein Häuflein von 22 Männern bildete die Aktiven. Im Chor waren nur Männer zugelassen - Frauen spielten damals im öffentlichen Leben der Gemeinde noch lange nicht dieselbe Rolle wie heute. Eine Besonderheit betraf in dieser Anfangszeit die 22 aktiven Kirchenchorsänger: Sie durften keinem anderen Verein angehören; so verlangte es ein Statut, das aber später wieder gestrichen wurde.  

Und die Chorgründungen gingen weiter: Es folgten 1906 noch der Gesangverein „Eintracht“ und 1908 das Doppelquartett „Sängerlust“. Zu dieser Zeit galt Ober-Mörlen als „singendes Dorf“, so wie heute Ockstadt im Volksmund noch genannt wird. Kein Wunder, denn in vielen Haushalten wohnte damals mindestens ein Sänger. Auch pflegten öfter zwei Generationen den Gesang und gingen gemeinsam zur wöchentlichen Singstunde.

Von „Cäcilia“ zu „St. Remigius“

Hatte der 1879 ins Leben gerufene „Männerchor“ gut sieben Jahre lang per Statut die Förderung des kirchlichen Gesangs sowie die sonntägliche chorische Mitgestaltung des Hochamtes inne, so folgte 1886 die Übergabe dieses Ziels an den Kirchenchor „Cäcilia“, und der „Männerchor“ beschränkte sein kirchliches Wirken fortan bis zu seiner Auflösung 2016 auf lediglich eine Jahresmesse zum Christkönigsfest; alle weiteren Chöre Ober-Mörlens waren bis dahin bereits erloschen. 
Also blieb unser Kirchenchor als einziger der fünf Ober-Mörler Chöre erhalten und benannte sich später nach der eigenen Pfarrei in „St. Remigius“ um.
Alle katholischen Kirchenchöre dienen ja vorrangig der musikalischen Gestaltung der Liturgie und pflegen darüber hinaus die geistliche und nach Möglichkeit auch die weltliche Chormusik; sie verstehen ihre Tätigkeit als Wesens- und Lebensäußerung der katholischen Kirche. Als Dachorganisation fungiert der 1868 gegründete „Deutsche Cäcilien-Verband“.

Beschränkte äußere Bedingungen 

Aus heutiger Sicht ist die Anfangszeit unseres Kirchenchors kaum vorstellbar: Die ersten Singstunden wurden im Gasthaus „Zum Goldenen Hirsch“ in dem dort zuvor neu angebauten Saal abgehalten. Für die Beheizung des Probenraumes mussten die Kirchenchorsänger mittels Holzfeuer selbst sorgen, für die Beleuchtung standen Öllampen und Kerzen zur Verfügung.

Volle kulturelle Aktivität von Anbeginn an

Konzert mit Theateraufführung 1886

Die Chormitglieder zeigten sofort eine erstaunliche Tatkraft: Im „Oberhessischen Anzeiger“ vom 23. Dezember 1886 wird bereits von einem Konzert mit Theateraufführung berichtet! Dies fand am zweiten Weihnachtsfeiertag mit großem Erfolg statt und sorgte für heitere Stunden im Gründungsjahr des Chores.

Pfarrer Georg Helferich verstarb im Folgejahr 1888, und der neue Ortspfarrer Tobias Thaler, den das Dorf bis heute in guter Erinnerung hat, sollte dem Chor ab 1889 als Präsident vorstehen. Viele Ortspfarrer folgten bis heute auf ihn.

Feierliche Fahnenweihe mit Festveranstaltung

Fahnenweihe schon zwei Jahre nach der Chorgründung

Am Wochenende des 15./16. Juli 1888 erfolgte die erste große Festveranstaltung des Chores nur zwei Jahre nach seiner Gründung: Auf dem Programm standen die feierliche Fahnenweihe mit Gottesdienst und einem Festumzug durchs Dorf.
Die heute im Chorraum des Bonifatiussaales aufbewahrte einzige Chorfahne trägt die lateinische Aufschrift: „Sta. Cäcilia patrona sanctae musicae“ - „Hl. Cäcilia Patronin der heiligen Musik“.

Kirchenchor „Cäcilia“ beim 25jährigen Vereinsjubiläum 1911

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Kirchenchor beim 50jährigen Jubiläum 1936 im Pfarrhof

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Weltkriege - Sängerinnen im Chor - Probenraumwechsel

Nach Zwangspausen durch zwei Weltkriege musste der Chor jeweils neu formiert werden.

Im Jahre 1948 wurden auch Frauen in die Chorgemeinschaft aufgenommen - unser Kirchenchor wurde fortan ein gemischter Chor.

Eifrig wurde in diesen Jahren zu kirchlichen Anlässen gesungen, besonders an den Hochfesten und natürlich zur Christmette, aber es wurde auch Theater gespielt, und im Lauf der Jahre wurde eine Vielzahl von Chorausflügen und Reisen unternommen.

Der Chor erweiterte sich personell; die Proben wurden zwischenzeitlich im alten Schulhaus abgehalten, dem späteren Jugendheim, bevor man nach 1996 in den Probenraum im 1. Stock des neu renovierten Bonifatiussaals umziehen durfte.

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Das 100jährige Chorjubiläum 1986

1986 sollte für die Chorfreunde von „St. Remigius” ein ganz besonderes Jahr werden – der Kirchenchor existierte nunmehr 100 Jahre - welch ein Jubiläum, welch eine Freude unter den Mitgliedern!
In einem Festgottesdienst wurde dem Chor die „Palestrina-Medaille“ in Bronze feierlich verliehen.
„Der Chor singt zur Ehre Gottes, zur Freude des Volkes und zur eigenen Freude“ - so wurde es damals zelebriert, und so sollte es im gleichen Stil fortgeführt werden.
Foto zum 100jährigen Chorjubiläum 1986 in „St. Remigius“

Das 125jährige Chorjubiläum 2011

Auch das 125-jährige Jubiläum durfte unser Kirchenchor in guter Besetzung und mit viel Elan erleben.
Mit seiner langjährigen Dirigentin Gabriele Beuthner nebst Familie wurde der Chor gesanglich auf einem guten Niveau etabliert: Es fanden nunmehr nicht nur chorische Mitgestaltungen von Messen, sondern auch Auftritte und Events außerhalb der kirchlichen Mauern statt. Diese positive Entwicklung sollte sich nach einer viel zu langen Coronapandemie-Pause mit den Dirigentenbrüdern Tuszynski fortsetzen, die auf Beuthners folgten.

Beim 125-jährigen Jubiläum 2011 in der Pfarrkirche

Facettenreiches Programm - 140-jähriges Bestehen

Heute hat unser Kirchenchor „St. Remigius“ ein facettenreiches Jahresprogramm, und sein 140-jähriges Bestehen wird eine bunte Palette an chorischen Veranstaltungen beinhalten.
Verstärkung in allen Stimmlagen suchen die 17 Aktiven stetig – dies ist ein allgemeines Anliegen in der heutigen Zeit, das viele Singgruppen betrifft.
Unter dem Vorsitz von Rita Rauch und ihrem Vize Manfred Heil ist unser Chor zusammen mit den Kirchenchören und Singgruppen der Region ein fester Bestandteil der neuen Pfarrei „Heiliger Bardo - Wetterau Nord“ und wirkt auch in derem Gesamtchor mit.