Zeitenwende
So nannte Olaf Scholz die veränderte politische Großwetterlage, nachdem der Ukrainekrieg ausgebrochen war. Eine Zeitenwende im Kleinen gibt es auch bei uns. Die ehemals selbstständigen Pfarreien von Heusenstamm und Dietzenbach werden aufgelöst und ab dem 1.1. 2026 zur neuen Pfarrei Hl. Katharina von Siena, Heusenstamm- Dietzenbach fusioniert. Das ist eine große Veränderung. Durchaus eine Zeitenwende. Aber es fügt sich ein in so viele Zeitenwenden, die immer mehr und immer schneller kommen. Die Migration, die unser Land verändert. Die KI, die unser Arbeitsleben (noch mehr) revolutionieren wird. Der Aufstieg populistischer Parteien, die das politische Spektrum neu definieren.
Aber kommen wir noch einmal auf unsere kleine Zeitenwende zurück: Heusenstamm und Dietzenbach werden eine Pfarrei. Wer hätte das noch vor einigen Jahren gedacht? Zu verschieden erschienen die beiden Orte und auch die Kirchengemeinden. Aber es hat sich herausgestellt: Es passt gut! Viel Vertrauen ist gewachsen. Vieles läuft schon – wie selbstverständlich – gemeinsam.
Ich vergleiche unsere neue Einheit gerne mit zwei Lungenflügeln in einem Körper. Ähnlich ist das bei Heusenstamm und Dietzenbach. Beide Orte haben annähernd die gleiche Anzahl von Katholiken. Unterschiede bleiben, nicht alles muss uniform sein. Aber wie bei den
Lungenflügeln geht es darum, das die Luft fließt und Leben möglich ist.
Wenn wir am 1.1. 2026 eine Pfarrei werden, heißt das zunächst, dass die Verwaltung zusammengefasst wird: Es gibt ein Zentralbüro und auch die Haushalte, die Verwaltung des Vermögens und der Immobilien werden zusammengeführt. In der Pastoral müssen wir schauen, dass vieles sinnvoll verbunden wird. Schon jetzt laufen die Vorbereitung auf die Taufe, die Erstkommunion und die Firmung gemeinsam.
Das Denken muss sich wandeln: Die Perspektive und der Bezugsrahmen ist nicht mehr nur das mir Liebgewonnene, mein Ort und meine Kirche, sondern die neue Einheit, die neue Pfarrei. Simpel gesagt: Es gilt über den Tellerrand hinauszuschauen.
Das bedeutet nicht, dass sich damit alles ändert. Vieles bleibt: Zum Beispiel unsere Gottesdienstordnung. Noch ist es möglich, dass wir in all unseren Kirchen Eucharistie feiern können. Unsere Kirchen behalten ihre Namen. In den alten Pfarrbüros wird es weiter Kontaktsprechstunden geben und vieles mehr.
Dieses Kirchenblatt ist das erste, das schon den Titel der neuen Pfarrei trägt. Und zudem geschmückt ist mit dem wunderbaren Bild der heiligen Katharina von Siena, das sich auch auf unserem neuen Pfarreisiegel wiederfindet.
Ich wünsche Ihnen von Herzen ein frohes Weihnachtsfest – es ist „die“ Zeitenwende Gottes! - und ein gesegnetes Neues Jahr 2026!
Martin Weber, Pfr.