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St. Josef Hausen/Obertshausen

Gemeinde St. Josef

Kontaktstelle des Pfarrbüros

Kontaktstelle St. Josef, Hausen

Pfarrer-Schwahn-Straße 4
63179 Obertshausen

Öffnungszeiten:
Dienstag 16.00 - 18.00 Uhr
Donnerstag 09.00 - 12.00 Uhr

Gemeindeausschuss

Im Gemeindeausschuss von St. Josef sind Vertreterinnen und Vertreter sämtlicher Gruppen der Gemeinde versammelt. Der Ausschuss wurde im der Hl. Messe am 18. Januar 2026 der Gemeinde vorgestellt und von dieser bestätigt.

Interessante Infos folgen.

Außenansicht des Pfarrer-Schwahn-Haus

Pfarrer-Schwahn-Haus, St. Josef in Hausen

Das Pfarrer-Schwahn-Haus (PSH) ist das Gemeindezentrum unserer Pfarrei St. Josef. Hier treffen sich die Gruppierungen der Pfarrgemeinde. Kommunion- und Firmvorbereitungen, sowie die Veranstaltungen der Pfarrei finden hier statt.

Die Finanzierung erfolgt aus Eigenmitteln der Gemeinde, Zuschüssen der Stadt und des Bistums. Da die Zuschüsse sich verringern, weil die Mittel insgesamt knapper werden, ist die Vermietung des PSH eine Einnahmequelle, die einen Teil der Unterhaltskosten abdeckt.
Der Zugang zum Haus erfolgt über einen Vorplatz von der Pfarrer-Schwahn-Straße her. Die Eingangshalle mit den großzügigen Treppenanlagen vermittelt von innen optisch die Zweigeschossigkeit des Gebäudes mit dem Sälen und dem Foyer im Erdgeschoss sowie den Einrichtungen für die Jugend im Untergeschoss.

Herzstück der Gesamtanlage ist der Saal, der sich mittels einer Schiebewand in einen großen und einen kleinen Saal unterteilen lässt. Von einer Regiezentrale aus werden Beleuchtung und Elektroakustik des Gesamtsaales gesteuert. Das Stuhllager wurde so konzipiert, dass es auch als Bühne oder Saalerweiterung genutzt werden kann.

Saal und Foyer bilden eine räumliche Einheit. Im Foyer befindet sich ein großzügig gestalteter Ausschank zur Versorgung der Gäste mit Getränken. Von allen Räumen aus besteht eine optimal Sichtverbindung zum Garten.

Das Pfarrer-Schwahn-Haus kann für private Feiern gemietet werden. Die Räume können nur laut Belegungsplan in der vorgemerkten Zeit in Anspruch genommen werden.

Außenansicht des Pfarrer-Schwahn-Haus vom Garten aus betrachtet

Das Vermietungskonzept

Das Pfarrer-Schwahn-Haus kann für private Feiern und Veranstaltungen gemietet werden, z.B. Hochzeitsfeiern, Tauffeiern, Erstkommunionfeiern, Geburtstagsfeiern, Beerdigungskaffee und Weihnachtsfeiern.

Das Vermietungskonzept für das Pfarrer-Schwahn-Haus mit dem Bewirtschaftungsteam ist ein großer Erfolg.

Beliebt ist unser Hochzeitsempfang. Immer mehr Brautpaare verzichten auf einen Polterabend. Ein Hochzeitsempfang nach der Trauung im Hof, Garten oder Foyer des PSH bietet den Gästen und Bekannten die Möglichkeit, das Brautpaar zu beglückwünschen.
Der Empfang dauert in der Regel ein bis zwei Stunden und kann mit einem Sektempfang und/ oder Kaffee und Kuchen gestaltet werden.

Wichtig ist, dass sich unsere Gäste im PSH wohl fühlen. Immer wieder bestätigen uns die Gäste, dass die Räumlichkeiten viel Raum für festliche Dekorationen lassen und dadurch auch immer ein dem Anlass entsprechendes Ambiente entstehen kann.

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Ab sofort können die Räume des Pfarrer - Schwahn - Haus wieder für Familienfeiern gemietet werden. Es stehen der Große und der kleine Saal zur Verfügung. Auch eine Buchung beider Räume ist möglich. 

Bitte beachten Sie, dass Feiern max. bis 23.30 Uhr terminiert sein können und die Übergabe bis spätestens 24.00 Uhr erfolgt sein muss. Daher ist sind die Räumlichkeiten für große Hochzeitsfeiern und Partys nicht geeignet.

Die Vermietung und der Abschluss eines Vertrages werden auschliesslich über den Vermietungsausschuss getätigt. Eine Buchung über das Pfarrbüro ist leider nicht möglich.

 
An den Weihnachtsfeiertagen und an Silvester ist grundsätzlich keine Anmietung möglich!

 

Der Vermietungsausschuss bietet am ersten und dritten Montag eines Monats eine Sprechstunde im Pfarrer - Schwahn - Haus (Bücherei/Seniorentreff) von 18.00 - 19.00 Uhr an. Nur zu diesen Zeiten können die Räume besichtigt und angemietet werden.

Hier wird in Kürze ein Kontaktformular eingefügt, mit dem der Vermietungsausschuss angesprochen werden kann.

Bis dahin nutzen Sie bitte diesen Link: Kontakt zu Vermietungsausschuss

Bücherei

Die Bücherei in St. Josef, Hausen bietet kostenlose Ausleihe von Spielen, Büchern, CD´s und einigen Filmen an.

Das Team der Bücherei Hausen freut sich auf Euren/ Ihren Besuch.

 

Unsere Bücherei besteht schon seit 1925 Damals gab es bereits 37 Mitglieder (Leser) und 228 Bände. In den Annalen der Pfarrei wird die Pfarrbücherei 1929/30 erstmals erwähnt, als sie mit dem Bau des Schwesternhauses im großen Saal in Rollschränken untergebracht wurde.
Circa 1977 siedelte die Bücherei in den ersten Stock des Schwesternhauses um, wobei die Rückenschilder der Bücher erneuert wurden. Neben den Rollschränken gab es nun auch Regale und es wurden erstmals auch Spiele verliehen. Während des Baues des Pfarrer-Schwahn- Hauses blieb die Bücherei geschlossen und erhielt dann auf der ehemaligen Bühne des PSH ein neues Gesicht: Neben blauen Metall-Buche- Regalen wurde auch eine Spielecke eingerichtet. 

 

Unsere katholische öffentliche Bücherei präsentiert derzeit einen Bestand von ca. 3700 Büchern, Spielen, Kassetten, CDs, Lern-CD-ROMs und Videobänder. Wir bieten Literatur für alle: Mit Bilderbüchern, Erstlese-, Kinder- und Jugendbüchern, Kindersachbüchern, Romanen, Sachbüchern und Großdruckbüchern warten für alle Altersklassen Lesestoff auf Sie!
Das Sortiment wird ständig erweitert und ergänzt durch Buchblöcke zu unterschiedlichen Themen aus der Dombibliothek in Mainz. Durch den Austausch mit der Mainzer Bücherei am Dom haben wir für Sie/Euch zusätzlich einen vierteljährlich wechselnden Bestand von 300 der aktuellsten Bücher im Angebot.

 

Bücherei in der Gemeinde St. Josef

Pfarrer-Schwahn-Str. 4
63165 Mühlheim

Öffnungszeiten

Sonntag
11:00 - 12:00
Mittwoch
15:00 - 16:00

Die Kirche St. Josef

6. März 1896
„Heute wurde unter Anwesenheit des geheimen Regierungsrat Haas zu Offenbach, des Gemeindevorstandes sowie des Kirchenvorstandes die Erbauung einer neuen katholischen Kirche beschlossen."

2. April 1897
Erster Spatenstich

7. Juni 1897
Grundsteinlegung in die „Thurmmauer des rechten Seitenaltars" durch Dom-kapellmeister Georg Viktor Weber , Mainz.

2. April 1899 (Ostersonntag)
Erste heilige Messe.

3. April 1899
Jakob Arnold und Eva Komo als erstes Paar in der neuen Kirche getraut.

7. Mai 1901
Weihe durch Bischof Dr. Heinrich Brück, Mainz, und dem Schutz des heiligen Josef anbefohlen. Als Tag des künftigen Kirchweihfestes wurde der erste Sonntag im September bestimmt. Die Gemeinde hat gerade die Zahl von 1000 Katholiken überschritten.

 

Johann Philipp Graf, seit 1888 Pfarrer in Lämmerspiel, sah es als seine „Lebensaufgabe" an, seiner Filialgemeinde Hausen ein neues Gotteshaus zu geben. Der Wohlstand der Hausener Bürger hielt sich in Grenzen. Der Bau musste erschwinglich werden. Daher wurde Bauinspektor Georg Gottlieb Schneller vom Großherzoglichen Kreisamt in Offenbach mit der Planung und Bauleitung beauftragt, denn er hatte bereits die fast baugleichen Kirchen in Dietesheim und Hainhausen ausgeführt. St. Josef ist also ein Serienprodukt kein Unikat. So entstand, nur einen Steinwurf vom Kapellchen entfernt, im alten Ortskern ein neugotischer dreischiffiger Bau. Knapp 14 m sind die drei Kirchenschiffe breit, das Mittelschiff 6,50 m, bei einer Höhe von 10 m bis zum Gewölbescheitel. Die Seitenschiffe, durch je zwei Pfeiler vom Hauptschiff getrennt, erreichen die halbe Höhe. Der Turm misst 39 m. Die Baukosten wurden mit 45.000 Reichsmark (RM), gut 100 RM pro Kubikmeter umbauten Raumes, äußerst günstig veranschlagt.   Mit der Ausführung des Rohbaus wurde der einheimische Baumeister Jakob Vetter betraut, für diesen kleinen Betrieb ein gewaltiger Auftrag, der dennoch „zu aller Zufriedenheit kosten- und termingerecht ausgeführt wurde". Weißbindermeister Servatius Döbert war als weiterer hiesiger Handwerker am Bau beteiligt.

Die äußere Form der St.-Josefs-Kirche ist über mehr als ein Jahrhundert unverändert geblieben.

 

Der Innerraum wurde dem wechselnden Zeitgeschmack und dem liturgischen Wandel angepasst. Nach der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-65) wurde am 1. Adventssonntag 1969 der neue Messritus eingeführt. Das Messopfer wurde von nun an in der Muttersprache gefeiert. Der Priester wendete sich dabei der Gemeinde zu. Der Flügelaltar mit dem dreiteiligen Altarbild und die Kommunionbank wurden entfernt, zur Feier der heiligen Messe ein einfacher Bronzetisch näher an die Gläubigen herangerückt und die Kanzel durch ein Lese- und Predigtpult (Ambo) ersetzt.1973 gestaltete Elisabeth Stapp, Ordensfrau und Künstlerin aus Mooshausen, als dezentes sakrales Ensemble den Altar mit Kreuz und den Tabernakel; im linken Seitenschiff als Farbtupfer dazu ihre „Maria mit dem kleinen guten Hirten".„Als krönenden Abschluss erhielt die stilvoll renovierte St. Josefs-Kirche nun auch noch eine neue Orgel", schrieb der langjährige Chronist und Organist, Rektor Josef Seuffert, im Jahresbericht l974. Die Gelnhäuser Orgelbaufirma W. Ratzmann (Inh. Bernhard Schmidt) hat sie geschaffen. Am zweiten Adventssonntag, 8. Dezember 1974, fand im Rahmen einer feierlichen Vesper die Weihe der neuen Orgel statt. Oberstudienrat T. Eckmann, Mitarbeiter des Kirchenmusikalischen Instituts Mainz, zog anschließend in einem Konzert alle acht Register und brachte das neue Instrument „meisterhaft"  (Jos. Seuffert) zum klingen. Mit der letzten Innenrenovierung nach alten Plänen in den achtziger Jahren ist unsere Josefskirche noch anheimelnder geworden, mit ihren goldfarbenen Leuchtern, den hellen Wandfarben und durch die Hervorhebung des Sandsteins an Pfeilern und Gewölben in einem warmen, leicht romantisierenden Ton. Am 10 März 1996 ging noch ein lang gehegter Wunsch vieler Gläubiger und ihres Pfarrers, Hans-Jürgen König, in Erfüllung. St. Josef erhielt einen Kreuzweg. Die 14 Stationen des Leidensweges Christi gestaltete als Bronze-Halbreliefs der Künstler Klaus Metz aus Langenleiten in der Rhön. Bei aller Bedeutung der künstlerischen Gestaltung: Eine Pfarrkirche ist für die Gläubigen „das Zelt Gottes unter den Menschen", errichtet, um IHM zu begegnen; ein Gehäuse, das erst „die Gemeinde aus lebendigen Steinen mit Leben erfüllt", wie „Karl Kardinal Lehmann in seinem Grußwort zum hundertjährigen Weihejubiläum von St. Josef am 7. Mai 2001 schrieb.

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Die Kirche St. Pius

St. Josef platzt aus allen Nähten - das Projekt St. Pius wird gewagt

Am Ende des Zweiten Weltkrieges hat Hausen 2041 überwiegend katholische Einwohner. Daran ändert auch der Zustrom der Flüchtlinge und Heimatvertriebenen in den Jahren 1945 und 1946 aus dem Sudetenland und den Gebieten östlich der Oder und Neiße wenig. Seit Mitte der fünfziger Jahre aber geht's in Hausen richtig rund. Der regionale Arbeitsmarkt ist leergefegt. Lederwarenindustrie und YMOS blühen und saugen jeden Arbeitswilligen auf. DDR-Flüchtlinge, Spätaussiedler aus Jugoslawien, Arbeitsuchende aus anderen Bundesländern, dann die ersten Gastarbeiter aus Italien und Spanien, später aus der Türkei und Jugoslawien strömen in die Gemeinde und krempeln die Bevölkerungsstruktur um. Bis 1963 steigt die Einwohnerzahl auf fast 7000. Die „Altbürger" machen nur noch 40 % aus.

Ein Kontrast zu 2012: Die Leut' geh'n noch in die Kirch'. St. Josef platzt aus allen Nähten. Der Wohlstand mehrt sich. 1953 weihen unsere evangelischen Mitchristen mit der Waldkirche ihr erstes Gotteshaus in Hausen / Obertshausen ein. Die Hausener Katholiken beginnen an Weihnachten des gleichen Jahres mit den Kollekten für einen Kirchen-Neubau. Diesmal soll es kein Serienprodukt sein und nicht nur ein Gotteshaus. 1958 erhält kein geringerer als Prof. Rudolf Schwarz, den Auftrag zum Entwurf einer Kirche und eines Gemeindezentrums. Rudolf Schwarz, 1897 in Straßburg geboren, „trat als Meister des modernen katholischen Kirchenbaus hervor sowie als Planer für den Wiederaufbau von Köln nach 1945", so der Brockhaus von 1956. Auch am Wiederaufbau der Frankfurter Paulskirche war er beteiligt, ursprünglich evangelische Gemeindekirche, heute weltliche Gedenk- und Tagungsstätte. Seine sakralen und profanen Werke fehlen in keiner Baugeschichte des 20. Jahrhunderts. Als Hochschullehrer hat er ganze Architekten-Generationen geprägt.

Der 16. Oktober 1960, Pfarrer Alois Luttermann führt im dritten Jahr die Gemeinde, ist für die Pfarrei St. Josef Hausen ein denkwürdiger Tag. Vormittags: Die Einweihung des Kindergartens in der Gumbertseestraße (erster Bauabschnitt des geplanten Gemeindezentrums). Nachmittags: „Große Katholiken-Kundgebung" im Saal „Zur Krone".

Rudolf Schwarz höchstpersönlich stellt das Modell der neuen Kirche vor, erklärt und beantwortet Fragen. Deren gibt es viele. Der Anblick des Sakralbaus ist gewöhnungsbedürftig für jeden nicht in die Geheimnisse moderner Kirchenbaukunst und Liturgie Eingeweihten - und das ist die Mehrheit der Anwesenden. Die Pfarrkinder sind auf das Endprodukt gespannt. Über das Jahrhundertbauwerk wird heftig diskutiert, vor, während und noch lange nach seiner Fertigstellung.

 

St. Pius - eine moderne Kirche im Grünen

Grundsteinlegung St. Pius

  1. August 1961: Ein Sonntag, der in die gesamtdeutsche Geschichte eingehen wird. Lange vor Sonnenaufgang setzen Walter Ulbricht und seine rechte Hand Erich Honecker ihre linientreusten Maurerbrigaden, die eigentlich für den Wohnungsbau dringend von Nöten wären, in Marsch, um das letzte Schlupfloch, das freie Berlin, einzumauern.

In Hausen legt Kapitularvikar Ludwig Haenlein, Mainz, den Grundstein zur St. Piuskirche.

  1. November 1961: In drei Monaten haben die Bauleute der Firma Adam Vetter den Rohbau erstellt und es wird zünftig Richtfest gefeiert. Prof. Rudolf Schwarz ist an Ostern dieses Jahres gestorben und hinterließ ganz oder weitgehend abgeschlossene Bauplanungen für 10 Kirchen. Seine Gattin, Prof. Maria Schwarz, selbst Architektin, übernahm mit den Schülern des Verstorbenen die Vollendung der Pläne und für unseren Kirchenneubau die Bauleitung.

 Weihe St. Pius

  1. Dezember 1962: Dr. Hermann Volk, seit zwei Monaten Bischof von Mainz, weiht seine erste Kirche, St. Pius Hausen. Der Heilige Stuhl in Rom schickt ein von Kardinal Cicognani unterzeichnetes Glückwunschtelegramm. Die Pfarrei zählt4631 Gläubige.
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Bischof mit Ministranten, Bild in Schwarz-Weiß

Der Patron der neuen Hausener Kirche, Papst Pius X., mit bürgerlichem Namen Giuseppe Melchior Sarto, regierte auf dem Stuhl Petri von 1903-1914. Das bleibend Gültige seines Pontifikats sind seine innerkirchlichen Reformen: Gründlichste Erneuerung der päpstlichen Kurie (Verwaltung) seit dem Ende des 16. Jahrhunderts. Für das Leben der Gläubigen entscheidend war das Dekret von 1910, das die frühe Kinderkommunion zuließ und zum häufigen Empfang der Eucharistie anregte. Am 29. Mai 1954 sprach Papst Pius XII. seinen Vor-Vor-Vorgänger heilig.

Außenansicht der Piuskirche

Annäherung an St. Pius

St. Pius, Außenansicht

Unsere St.-Pius-Kirche liegt im Grüngürtel des Neubaugebietes zwischen zwei aufeinander zulaufenden Straßen (Gumbertsee- und Adenauerstr.). Alter Eichenbestand wurde erhalten. In unmittelbarer Nachbarschaft befinden sich die Kindertagesstätte St. Josef, der Minigolfplatz und das Bürgerhaus.

Frau Prof. Maria Schwarz schreibt: „Die Sankt-Pius-Kirche ist eine Wegkirche. Wegform, das heißt: die Gemeinde ist gemeinsam unterwegs im Hinblick auf das gemeinsame Ziel, das im Unendlichen liegt. Der Weg beginnt bei dem überdachten Vorplatz, dem Ort der Versammlung, führt über den stillen Vorhof, den Ort der Sammlung, durch das festliche Portal in der Mittelachse des Baues. Das mächtige Portal ist ein Eisenguss."

Es steht bei besonderen Anlässen offen, etwa beim Einzug nach der Entzündung des Feuers in der Osternacht; nach der Prozession von der St. Josefs-Kirche zur Schlussfeier am Tag des Großen Gebets, beim Auszug zur Fronleichsnamsprozession.

Durch das Portal betritt der Besucher die Kirche auf Höhe der um sechs Stufen über dem Fußboden liegenden Sängerempore. Der Grundriss ist ein gedrungenes Rechteck. Der ganze Raum ist weiß gestrichen. Der Blick fällt unbehindert auf Chorwand und Apsis, die halbkreis-förmige Ausbuchtung des Hauptraums einer Kirche, gewöhnlich gen Osten gerichtet.

Der Fußboden ist aus grünem Dolomit. Rot-grau-weiße Marmorbänder teilen die grüne Fläche in große ruhende Rechtecke. Auf diesem grünen Grund, der Farbe der Erde, erhebt sich der hohe helle Raum, der sein ganzes Licht durch ein dicht unter der weißen Betonrippendecke liegendes Fensterband erhält. Die strahlenden Farben des Himmels - Blau, Gold und Weiß - spiegeln sich im Weiß der Wände.

Das Fensterband wurde von Prof. Karl Knappe, München, entworfen und im Oktober 1965 eingebaut. Besonders eindrucksvoll weil am gegenständlichsten, das Band über der Apsis.

Thema: Der Weg zu Gott. In beiden Teilen ein Engel mit Kerze „aus der Natur kommend" (links Sonne, Wolke, rechts Berge), während sich die Kerze auf den Altar bezieht. Der Regenbogen, über die Apsis hinweg springend, schließt beide Teile zusammen. Das Regenbogenmotiv erscheint auch im rückwärtigen Fenster über der Orgelempore. Der Künstler erstrebte größtmögliche Zurückhaltung und Ruhe.

Gleichsam ein Bild des Himmels und der Erlösung ist die große offene Apsis, „die Herzmitte des Raumes", wie Pfarrer Luttermann in der Festschrift zur Weihe der Kirche schreibt. Sie steht für die Lebensmitte. - Im Zentrum der Altar aus weißem Cristallino-Marmor und das Abbild des Kreuzes. - Am rechten Rand des Altarraums, auf Cristallino ruhend, der Tabernakel, der Aufbewahrungsort des in den Leib Christi gewandelten Brotes (Hostie). Die Emailfarben harmonieren mit den Marmorbändern des Fußbodens. - Links das Lesepult (Ambo), Ort der Verkündigung (Lesung, Evangelium, Predigt).

Aus diesem Raum tritt das Bild des Pantokrators heraus, auf die Gemeinde zu und zugleich in ihre Mitte. Am Christkönigssonntag, 25. November 1990, wurde die Darstellung Christi als Weltenherrscher in einer Festmesse geweiht.

Eine große goldene Scheibe, umrahmt von einem kristallklaren Strahlenkranz. Ein junger Mann sieht jeden Einzelnen an. Aus den abendroten Wolken, die ihn umgeben, löst sich in flammendem Rot die Taube, das Symbol des heiligen Geistes.

Lioba Munz, Benediktinerin in der Abtei St. Maria in Fulda, hat das Medaillon entworfen und in Emailtechnik gestaltet. Vier bis acht Schichten verschiedener Glasfarben werden übereinander liegend aufgebrannt. So erreicht die Künstlerin Glanz und Tiefe der Farben.

Während der Arbeit an ihrem Werk wurde Schwester Lioba krank. Sie unterbrach ihre Arbeit nicht. Es gehört zum Wesen des Kunstwerks, dass es Teil eines Lebens ist mit all seinen Erfahrungen - ein Wort aus seiner Mitte heraus gesagt.

Rechts unterhalb des Chores ist die Taufstelle. Die Schale, über der das Kind getauft wird, ist ebenfalls aus weißem Cristallino-Marmor.

An der Marienstatue von Elisabeth Stapp (links) wurde im Lauf der Jahrzehnte schon so mancher Kummer abgeladen.

Eine der großen „Wandfalten" auf der linken Seite, ist dem heiligen Pius X., dem „Behüter des Hauses", eingerichtet. Hier hängt ein Bild von ihm über einem kleinen Altar. In einer Nische hinter einem Gitter befindet sich der Schrein mit einer Reliquie des Schutzheiligen.

In den Buchten der rechten Außenwand befinden sich zwei Beichtstühle und die Grabstätte des ersten Hausener Pfarrers Peter Valentin Schwahn.

Orgel der Piuskirche von schräg unten fotografiert

Die Orgel

Orgel in St. Pius

Fast ein halbes Jahrhundert hatte die Orgel der Firma Bernhard Schmidt, Gelnhausen, den Gemeindegesang begleitet, ehe ihr im neuen Jahrtausend die elektropneumatische Puste ausging. Ihre Restaurierung - auf 45.000 Euro veranschlagt - erschien nicht sinnvoll. Die Gremien streckten ihre Fühler aus und wurden in Wuppertal fündig. In der evangelischen Kreuzkirche in Elberfeld stand eine sorgfältig gepflegte Orgel zum Verkauf - 1968 von der renommierten Hamburger Beckerath Orgel GmbH geschaffen, deren Instrumente in aller Welt erklingen.

Die Gunst der Stunde wurde genutzt, der Deal kam zustande. Die eigentliche Arbeit begann. Wo die „neue" Orgel - in ihren Ausmaßen ein anderes „Kaliber" als ihre Vorgängerin - platzieren, ohne das Gesamtkunstwerk St. Pius zu verunstalten? Noch immer hütete Prof. Maria Schwarz das Erbe ihres Mannes wie ihr eigenes Kind. In kollegialer Zusammenarbeit mit den Architekten Karla Trillig und Armin Frey erstand über dem Hauptportal ein luftiges Gebilde, bei dem der Orgelspieler an seinem Spieltisch wie auf dem „Präsentierteller" zu schweben scheint. Trotz ihrer stattlichen Größe - 8.50 m hoch, 6.00 m breit, 2.60 m tief -, 2340 Pfeifen, deren längste 5.30 m und deren kleinste ganze 6 mm misst - passt unsere Beckerath Orgel wie angegossen in ihren neuen Anzug.

Am 27. April 2008 weihte unser Anfang 2012 verstorbener Weihbischof, Dr. Werner Guballa, in einem feierlichen Hochamt die neue Orgel. In der von der Pfarrei St. Josef Hausen aus diesem Anlass herausgegebenen, von Uta Picard redigierten Festschrift schreibt der Weihbischof in einer Grußbotschaft: „Solange wir auf Erden sind, brauchen wir den Anklang des Himmels in der Musik. Unser Glaube, unsere Hoffnung, unsere Liebe, sie verlangen nach Musik. Unser Leben in seiner Freude, in seiner Trauer und mit seiner Angst wird, da wo Worte nicht immer hinreichen, in der Musik am besten ausgedrückt. Sie haben einen menschennotwenigen, heilsamen Schritt getan, als Sie sich entschlossen haben, der St. Pius-Kirche eine entsprechende Orgel zu schenken."

Mit Recht schwärmt unser organistisches Urgestein Walter Pappert in seinem Geleitwort: „Als ich mit einer Delegation unserer Pfarrgemeinde in Wuppertal-Elberfeld war und diese Orgel spielte, war ich überwältigt von dem hervorragenden Klang und der Vielfältigkeit dieses Instrumentes. Diese große Orgel ist eine künstlerische Herausforderung für jeden Organisten."

Bietet doch dieses Hightech-Instrument mit seinen 35 Registern, auf 3 Manuale und Pedal verteilt, ein elektronisches Potential von 4000 gespeicherten Klangkombinationen, die es zu ergründen und auszuschöpfen gilt.

In Konzerten mit dem langjährigen Mainzer Domorganisten Albert Schönberger, dem  Wormser Domkantor und Kirchenmusiker Dan Zerfaß, unserer Organistin (seit 1979) Stefanie Sattler und dem Pianisten der Mainzer Hofsänger Andreas Leuck, hat unsere Orgel nicht nur ihre Konzerttauglichkeit bewiesen, sondern auch zu ihrer Finanzierung beigetragen. Aber auch ihre Vorgängerin hat - neben vielen großzügigen Spendern - ihren Obolus entrichtet. Sie wurde nach Italien verkauft. Die verbliebenen 200 Pfeifen vermarktete der Pfarrgemeinderat in einer Benefizaktion.

Rolf Miehl, Geschäftsführer des Hauses Rudolf von Beckerath, hat uns ein Zitat von Frau Prof. Maria Schwarz nach der Abnahme des vollendeten Werkes überliefert, das wir in leicht unchristlichem Stolz ausplaudern: „Diese Orgel ist in Wuppertal lediglich 40 Jahre zwischengelagert worden, um letztendlich ihre wahre Bestimmung in der St.-Pius-Kirche zu finden".

sechs Glocken auf der Ladefläche eines LKW

Glocken und Turm

Gerade zu einer derart modernen Kirche gehört, um als solche zweifelsfrei erkennbar zu sein, ein Turm. Auf selbigen wollen wir am Ende unseres Besuchs einen Blick werfen. Ganze vier Jahre hat es gedauert, bis Mitte Oktober 1966 der Turmbau von der Pfarrei finanziell geschultert werden konnte. Dann geht's fix. Der frei stehende Glockenturm wächst mittels Gleitbauweise in 24 Stunden um 4,50 m bis zur Endhöhe von 35 Metern. Ausführende Baufirma: Rachor (Steinheim).

Um alle Restzweifel zu beseitigen wurde dem Turm Anfang Oktober 1982 ein Kreuz aufgesetzt. Damit ging ein lang gehegter Wunsch der Pfarrgemeinde und ihres Pfarrers Hans Koch in Erfüllung. Vom Bischöflichen Bauamt wurde der Büdinger Bildhauer und Metallkünstler Bernhard Vogler empfohlen. Die Gremien entschieden sich für ein Aluminium-Kastenprofil, das von einer Eisenträgerkonstruktion verstärkt wird. Das Kreuz wiegt 700 Kilo und hat eine Höhe von 6 Metern. Gegossen wurde es von der Buderus Kunstgießerei in Hirzenhain. Es ist aus jeder Perspektive als Kreuz erkennbar, da die Balkenenden mit kleineren Kreuzen abschließen. „Deren Außenseiten sind eingeschlagen und blattvergoldet, so daß dieses Christensymbol glänzt, wenn die Sonne drauf scheint" (Pfarrer Hans Koch in der Segnungsfeier).

Bis aus dem „Campanile" ein echter Glockenturm wurde, vergingen vier Jahrzehnte. Am 19. März 2006, dem Josefstag, weihte Generalvikar Dietmar Giebelmann, Mainz, in einer Feststmesse unsere vier neuen Glocken. Nicht nur die Glocken berühmter Dome tragen Namen, auch die unseren. „Eucharistia (Danksagung)", „Maria und Veronika", „Joseph" und „Martin" wiegen zusammen 3700 kg und wurden teils 1960, teils 1977 gegossen. Ihr Domizil war bis dato die katholische Pfarrkirche St. Martin in Aachen. Die Gemeinde hat ihre Räume an eine freikirchliche Gemeinschaft verkauft, die kein Geläut benötigt.

12. November 1998: Das Amt für Denkmalpflege Hessen teilt den Gremien mit: „Aufgrund ihres Antrages hat eine Prüfung der Schutzwürdigkeit der St. Pius Kirche in Obertshausen-Hausen stattgefunden. Dabei wurde festgestellt, daß die Voraussetzungen des § 2 Abs. 1 HDSchG erfüllt sind und die Kirche somit als Kulturdenkmal auszuweisen ist." Kulturdenkmäler, die unter diesen Paragraphen fallen, stehen unter besonderem staatlichen Schutz.

die Sakristei der Piuskirche mit Ankleidetisch und Schränken

Renovierung der Sakristei

Von Juli bis September 2021 wurde die Sakristei St. Pius umfassend renoviert. Da diese fast 60 Jahre im Originalzustand war, musste nicht nur die gesamte Elektrik, Heizungsrohre, die Toilette, alle Fenster ausgetauscht werden, sondern auch das Dach wurde isoliert und abgedichtet. Die Gesamtkosten beliefen sich auf fast 150.000 €, wobei es Zuschüsse des Bistums, der Stadt Obertshausen und der Willi und Emma Spahn Stiftung gab. Viele Bürgerinnen und Bürger spendeten ebenfalls einen ansehnlichen Betrag für die Renovierung.  Die Pfarrgemeinde musste damit nur noch eine kleine Differenz begleichen. Seit Mitte September strahlt die Sakristei wieder in vollem Glanz.