Dekanatsversammlung am 20.03.2021

Votum über bevorstehende Umstrukturierung der Pfarreien im Katholischen Dekanat

Pfarrei drei nach Zahlen (c) AH
Pfarrei drei nach Zahlen
Datum:
Mi. 24. März 2021
Von:
F. Stein

 

 

Im „Pastoralen Weg“ des Bistums Mainz soll nicht nur Kirche weiterentwickelt, sondern auch die Seelsorge und damit die Pfarreien neu strukturiert werden. Die Dekanatsversammlung gab ihr Votum für zukünftige drei Pfarreien ab. Die endgültige Entscheidung liegt beim Mainzer Bischof Kohlgraf.

Die grundlegende Frage „Wie wollen und können wir heute und 2030 unser Christsein leben?“ hat für die derzeit 34.000 katholischen Gläubigen im Dekanat Gießen neben einer geistlich-theologischen Dimension auch eine organisatorische. Diese betrifft die Anzahl der zukünftigen Pfarreieinteilung. Die Antwort auf diese Frage ist durch das Votum der Mitglieder der Dekanatsversammlung konkreter geworden: Über 70 haupt- und ehrenamtlichen Delegierte aus der Seelsorge, den Pfarrgemeinde- und Verwaltungsräten sowie der katholischen Kindertagestätten, der katholischen Vereine, Verbände und Jugend votierten in einer schriftlich durchgeführten Abstimmung vor der Versammlung am 20. März für eine perspektivische Aufteilung in drei Pfarreien als neue Verwaltungseinheiten. Wegen der Beschränkungen durch die COVID-19-Pandemie und wieder steigenden Infektionszahlen konnte die Dekanatsversammlung erneut nicht in Präsenz stattfinden.

Die neuen Pfarreien umfassen: 1. die Stadt Gießen und Heuchelheim, 2. Linden, Langgöns, Pohlheim, Lich und Hungen sowie 3. Lollar, Londorf, Großen-Buseck, Grünberg und Laubach. Die Variante, das gesamte Dekanat in eine Pfarrei zu überführen, unterlag beim Votum mit 6 Stimmen Unterschied knapp. „Wenn zwölf Gemeinden zu dreien zusammengefasst werden, kann das zunächst mit Verlustängsten wahrgenommen werden. Diese Bedenken werden auch gehört.“ so Dekan Hans-Joachim Wahl. „Der Begriff Pfarrei ist zunächst rechtlich als Verwaltungseinheit gedacht. Das Leben, der Glaube und das Engagement an den künftigen Kirchorten – das, was wir jetzt umgangssprachlich Pfarrgemeinde nennen – wird aber in der neuen Form weitergehen: mit neuen Schwerpunkten, neuen Netzwerkmöglichkeiten und hoffentlich auch Freiräumen für neue Ideen von Kirche mit und für die Menschen. Entscheidend ist, wie wir die neue Struktur der Pfarreien mit Leben füllen. Das ist unser aller gemeinsamer Auftrag – egal ob Ehren- oder Hauptamt.“

Gemäß der Vorgabe des Bistums, dürfen die Dekanate wegen des absehbaren starken Rückgangs von Geld und Personal zukünftig nur noch aus einer, zwei oder drei Pfarreien bestehen. Daher ist eine Umstrukturierung notwendig. Der Prozess dazu erstreckt sich nun fast über zwei Jahre und die Delegierten wählten schon im Herbst 2020 aus einer Liste von elf verschiedenen Modellen mit verschiedenen Zuschnitten drei, die bis zum Frühjahr 2021 in den jeweiligen Gemeinden vor Ort vorgestellt und diskutiert werden sollten. Die Rückmeldung aus den Gemeinden fließt über die Delegierten in das Votum ein. Die endgültige Entscheidung liegt jedoch nicht beim Dekanat, sondern beim Mainzer Bischof Kohlgraf.

Auf den neuen Pfarreizuschnitten basiert auch das pastorale Zukunftskonzept des Dekanats, das Ende des Jahres von der Dekanatsversammlung beschlossen werden und dann zur Sichtung in Mainz vorgelegt werden muss. In der ersten Phase geht es um Wahrnehmung, was die Menschen brauchen, ob sie bekommen, was sie brauchen, und ob sie brauchen, was sie bekommen. Dazu werden in den neuen Pfarreien schon bald COVID-19-konforme Sozialraumbegehungen stattfinden, gleichzeitig wird eine quantitative Bedarfsermittlung erhoben. Mit der Verabschiedung des pastoralen Zukunftskonzepts hat die erste Phase der insgesamt dreigliedrigen Prozessstruktur einen verbindlichen Abschluss.