Wort zum Sonntag von Pastoralreferentin Kerstin Rehberg-Schroth

Leben in Fülle

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Leben in Fülle
Datum:
Sa. 28. Aug. 2021
Von:
Kerstin Rehberg-Schroth

In diesen Wochen hört sich das Wort Jesu, dass er gekommen ist, damit wir das Leben haben und es in Fülle haben, hohl und leer an: Durch die Pandemie fehlen vielen von uns die gewöhnlichen Freiheiten; manche fürchten um ihr Leben; viele haben ihr Leben verloren – nicht nur hier bei uns. Dazu kamen in diesem Sommer die grausamen Fluten, deren Auswirkungen uns bis heute sprachlos sein lassen angesichts des großen Leids, das Menschen in unserer Nähe erfahren mussten. Fast gleichzeitig zerstörten riesige Feuer an anderen Orten Besitz und Leben. In Afghanistan werden Menschenrechte mit Füßen getreten und Leben bedroht.

Nein, Leben ist nicht selbstverständlich, Leben in Fülle erst recht nicht. Tod und Grausamkeiten scheinen zu siegen.
Doch Hoffnung keimt auf, wenn Menschen unermüdlich helfen, sich dafür einsetzen, dass denen, die alles verloren haben, neuer Lebensraum geschaffen wird; wenn die Spendenbereitschaft riesig ist; wenn Menschen in Afghanistan sagen, dass sie dankbar dafür sind, dass sich in den letzten Jahren Menschen für Gleichberechtigung und Menschenrechte eingesetzt haben. Die Katastrophen sollen nicht das letzte Wort behalten.

Das ist (noch) kein Leben in Fülle. Doch ich bin mir sicher: Jesus hat es ernst gemeint; dieses Wort vom Leben in Fülle ist keine Jenseitsvertröstung, sondern ist uns ein Auftrag: Auch wenn wir Menschen manchmal pessimistisch nur Tod und Verderben sehen können, so will er unseren Blick weiten für das Leben, das um uns herum aufkeimt, für die Lebenskraft, die sich selbst in schwierigsten Zeiten durchsetzt. Vor allem lädt er uns ein, manchen Katastrophen vorzubauen: Wir haben wir es in der Hand, uns in unseren Lebensbereichen für Klimaschutz, für Gerechtigkeit, fürs Leben einzusetzen – und so dort, wo wir sind, dafür zu sorgen, dass dieses Leben in Fülle schon heute spürbar wird.