Wort zum Sonntag von Pfarrer Hermann Heil

Dem Auferstandenen begegnen

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Ostern
Datum:
Fr. 9. Apr. 2021
Von:
Hermann Heil

Jesus ist wirklich am Kreuz gestorben. Er war nicht scheintot und ist auch nicht in das irdische Leben zurückgekehrt. Wir haben an Ostern nicht die Wiederbelebung eines Leichnams gefeiert. Jesus ist vielmehr von den Toten auferstanden in ein neues Leben, in das ewige, göttliche Leben

Den Messias der Armen, der auf einem Esel  in die Stadt Jerusalem eingeritten ist, den Propheten, der machtvoll in Wort und Tat im Tempelbezirk aufgetreten ist, konnten die religiösen und politischen Machthaber verhaften, ans Kreuz schlagen und so aus dem Weg räumen lassen. Aber damit war er nicht erledigt. In Jesus war Gott und Gott ist nicht ein Jemand, den man dingfest machen, umbringen und aus der Welt schaffen kann. Gott ist vielmehr der schöpferische Urgrund allen Seins,  die Kraft des Lebens und die Macht der Liebe. Der Tod kann ihn nicht festhalten; das Grab ist leer..   

Der Auferstandene erscheint den Jüngern unerwartet, neuartig. Aber sie erkennen ihn nicht, jedenfalls nicht sofort. Die Jünger, die auf dem Weg nach Emmaus sind, schütten ihm ihr Herz aus, lassen sich von ihm den Sinn der Heiligen Schrift erschließen, so dass sie innerlich ergriffen sind. Doch sie erkennen ihn erst, als er mit ihnen das Brot bricht.

Auch uns Heutigen kann und wird der Auferstandene begegnen, aber nicht unbedingt so, wie wir es uns wünschen und vorstellen. Er hat gesagt: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen.“ Diese Zusage wird er einhalten. Sicher nicht nur, wenn wir Gott loben und Osterlieder singen. Er wird auch dasein, wenn wir unser Herz öffnen und unser Fragen und Klagen herauslassen, wenn wir in der Heiligen Schrift lesen und sich uns ihr geistlicher Sinn erschließt, wenn wir in seinem Gedenken das Brot brechen. Werden wir ihn auch erkennen, wenn er uns in den ärmsten unserer Brüder und Schwestern begegnet? Er hat uns ja verheißen: „Was ihr dem geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“