Wort zum Sonntag von Pfarrer Matthias Schmid, Katholische Klinikseelsorge Gießen

Es war einmal

(c) CC0 1.0 - Public Domain (von unsplash.com)
Datum:
Di. 5. Apr. 2022
Von:
Matthias Schmid

Es war einmal eine Republik in der Gott noch nicht vergessen war. Die Menschen lebten in Freiheit und Frieden. Sie wussten, ihre Schaffenskraft, Arbeit, ihr geistiges Selbstbewusstsein und Friedfertigkeit waren der Grund für ihren Wohlstand und Gerechtigkeit. Gewalt und Hass, kein Thema. Manchmal gab es Krisen. Das Wetter, auch die Wirtschaft, das digitale Zusammenwachsen aller Bürger des Planeten Erde - es gab schwierige Momente. Es zeigte sich, dass sie zu sehr die Natur, Erde, Luft und Meer belasten. Das machte die Kirchen voll. Manchmal. Gebete gaben Trost, machten zuversichtlich. Mann und Frau gingen ins Kino, in Konzerte, ins Theater und anschließend Essen. Es waren unbeschwerte, schöne Tage. Winters wie Sommers. Die Kranken, die Armen und alle mit Handikap waren im Großen und Ganzen gut integriert. Die Zeiten waren gut. Naja, ein paar schimpften. Wie immer. Die Vergangenheit - nicht vergessen! Sie war eine Zeit voll von Kriegen und Elend, Zerstörung und Misstrauen. All das machte betrüblich, aber, Gott sei Dank, war überwunden. Für immer. So dachten die Bürger. Alle waren mit sich zufrieden. Dann kam die Pandemie. Viele weltweit starben. Es kam ein Impfstoff und hoffentlich bleiben jetzt alle am Leben. So ist es gut, aber alle sind erschöpft - oh allmächtiger Gott, was ist der Sinn? Da kam ein Mann dazu. Er sagt, Schluss jetzt, ich will Krieg. Die Bürger in der Ukraine sollen sterben. Müssen sie aber nicht, wenn sie machen was ich will!  So kommt Krieg. Der Präsident des Volkes der Ukrainer sagt, nein, so nicht! Es darf kein Krieg sein, niemand soll sterben. Helfen mir die Bürger Europas, der Welt? Helft dem Volk der Ukraine doch! Was betet ihr jetzt? Was macht ihr denn jetzt? Und die Bürger halfen. Es war ein harter Krieg, viele kämpften und starben. Aber dann waren Frieden und Freiheit.