Schmuckband Kreuzgang

Der Schritt der "Gesellschaftlichen Wahrnehmung"

"Dekanats-Parcours": Die Pfarreien und Pastoralen Einheiten informieren sich gegenseitig.

Im Schritt der "Gesellschaftlichen Wahrnehmung" wurde der Blick "nach außen" gerichtet: "Was brauchen die Menschen?", lautete die zentrale Frage.

Um zu erfahren, was Menschen bewegt, was sie brauchen, was ihre Freude und Hoffnung, die Trauer und Angst sind, fragt man die Menschen am besten selbst. Daher haben sich in allen Pfarreien des Dekanats Rüsselsheim Menschen aufgemacht zu Interviews: Mit Hilfe eines Leitfadens von einigen Fragen haben sie andere Menschen befragt, mal nach einer kurzen Kontaktaufnahme per Telefon, mal auf der Straße oder einem Parkplatz.

Die vielen Interview-Ergebnisse wurden in den Pfarreien verschriftlicht und ausgewertet. Die hervorstechendsten Ergebnisse wurden auf einem großen Plakat notiert und ebenso wie einige zentrale Daten zum Sozialraum (etwa zur Alterssturktur, zur Wohnsituation, Arbeitslosenzahlene etc.) mitgebracht zum ersten großen "Ratschlag".

Zu Beginn des Ratschlags konnten sich die Teilnehmenden dann zunächst in einem sogenannten „Dekanats-Parcours“ einen Überblick über die Ergebnisse der einzelnen Pfarreien und Pastoralen Einheiten zur gesellschaftlichen Wahrnehmung verschaffen – alle Ergebnisse der Interviews sowie die Steckbriefe der jeweiligen Kommunen wurden an Stellwänden präsentiert.

Austausch im "World-Café"

Im anschließenden sogenannten World-Café konnten sich die Anwesenden in verschiedenen Tischgruppen zu den folgenden Fragen austauschen:

  • Bedarf: Was brauchen die Menschen?                
  • Erwartungen: Was erwarten die Menschen von der Kirche?
  • Schwerpunkte: Welche Schwerpunkte charakterisieren die unterschiedlichen Regionen im Dekanat?

Dank des jeweiligen Zeitlimits und der gewünschten Rotation, konnten sich alle Teilnehmer zu den oben genannten Fragen austauschen und ihre Meinung kundtun.

Die gesammelten Ergebnisse wurden von den jeweiligen Tischmoderatoren gesammelt, zusammengefasst und im Plenum vorgestellt bzw. ergänzt.

Gelegenheit zum Durchatmen – Statement der Beobachter

Von links nach rechts: Christine Breser (Vorsitzende des Dekanatsrates, Moderatorin Katharina Unkelbach (Kath. Bildungswerk Südhessen), Moderator Martin Buhl (Dekanatsprojektteam), Dekan Karl Zirmer (c) Markus Schenk
Von links nach rechts: Christine Breser (Vorsitzende des Dekanatsrates, Moderatorin Katharina Unkelbach (Kath. Bildungswerk Südhessen), Moderator Martin Buhl (Dekanatsprojektteam), Dekan Karl Zirmer

Zwischen den einzelnen Einheiten des Tages hatte die AG Geistlicher Weg einige geistliche Impulse vorbereitet. So gab es am Anfang ein Gebet zum Heiligen Geist (Pfarrer Mulach), Paul-Heiz Steffgen zitierte ein Gedicht von Erich Fried („Wo lernen wir?"), Cristina Becker sorgte mit einer meditativen Einheit für die Besinnung auf das Wirken des Heiligen Geistes und Dr. Andreas Löhr mit neuen geistlichen Liedgut für musikalische Abwechslung und einem Segenslied für den Abschluss.

Teilgenommen haben auch zwei sogenannte "Beobachter" - also Menschen, die nicht unmittelbar im Prozess des Pastoralen Weges eingebunden sind. Diese Rolle übernahm zum einen Laura Altmayer, Vorsitzende des Sozialausschusses im Kreistag. Sie mahnte die Rolle der Frauen in der katholischen Kirche und eindeutige Stellungnahmen gegen den aufkommenden Rassismus an. Da der zweite "Beobachter" krankheitsbedingt nicht teilnehmen konnte, übernahm mit Benedikt Kiefer vom BDKJ Rüsselsheim nun doch ein "Interner" diese Rolle. Er wünschte sich, dass noch mehr der Bedarf der Jugend in den Blick genommen werde. 

Auswertung per Smartphone / Segenswunsch

In neu zusammen gesetzten Tischgruppen tauschten die Teilnehmer sich anhand der folgenden Impulse aus:

  • Aufgefallen ist mir…
  • Was war heute für mich neu…
  • Erstaunt hat mich…

Danach konnten sich die Anwesenden per Smartphone noch einmal zu den inzwischen vergangenen fast vier Stunden äußern. Dabei gab es viele positive Rückmeldungen und auch ein klares Signal, dass fast alle Teilnehmer des Ratschlags auch beim nächsten Mal am 20. Juni 2020 sich wieder beteiligen wollen.

Zum Abschluss sangen die Teilnehmer gemeinsam ein Segenslied ("Du bist ein Segen – ein Segen bist Du!") und sprachen sich so auch gegenseitig den Segen Gottes zu. 

Die Ergebnisse

Die AG Gesellschaftliche Wahrnehmung hat die verschiedenen Materialien, die beim Ratschlag präsentiert und erstellt wurden (die Flipcharts der Gemeinden und Kirchorte, die "Tischdecken" des World-Cafés, die Ergebnisse des Mentimeters) ausgewertet und zusammengefasst. Die Ergebnisse liegen als Word-Dokument (etwas ausführlicher, eher "trocken") sowie als Powerpoint-Dokument (lebendiger, etwas knapper) vor. Diese Zusammenfassungen wurden in der Dekanatsversammlung am 27. August 2020 einstimmig als das gemeinsame Ergebnis des Dekanats Rüsselsheim verabschiedet. Beide Dokumente können hier heruntergeladen werden.

Ergebnisse der Gesellschaftlichen Wahrnehmung – Word-Dokument
Ergebnisse der Gesellschaftlichen Wahrnehmung – Powerpoint-Präsentation

Wie geht's weiter?

Die Ergebnisse der "gesellschaftlichen Wahrnehmung" und auch der "pastoralen Bestandsaufnahme" gehen nun in den nächsten Schritt ein. Die Gemeinden und Kirchorte im Dekanat werden sich dann mit den Fragen "Von welcher Kirche träume ich?" und "Welche Schwerpunkte zeichnen sich ab?" beschäftigen.