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„Wem können wir noch vertrauen? Über die Glaubwürdigkeit von Medien und Kirche“.

Bettina Schausten
Datum:
Mi. 15. Apr. 2026
Von:
Tobias Blum/mbn

Mainz. Wie Vertrauen und Glaubwürdigkeit zurückgewonnen werden können angesichts von Kritik an Medien und Kirchen war Schwerpunktthema in der aktuellen Ausgabe des Podcast „Lebensfragen“ des Bistums Mainz. Die ZDF-Chefredakteurin Bettina Schausten war in der 41. Ausgabe des Podcast „Lebensfragen“ Gast der Gesprächsrunde mit dem Mainzer Bischof Peter Kohlgraf und der Journalistin Anja Schneider. Die neue Folge trägt den Titel: „Wem können wir noch vertrauen? Über die Glaubwürdigkeit von Medien und Kirche“.

Schausten hebt hervor, dass sich die öffentlich-rechtlichen Medien starker Kritik ausgesetzt sehen und „wir unter sehr großer Beobachtung stehen: Deshalb müssen wir selbstkritisch sein: Fehler müssen wir benennen und korrigieren und dann daraus lernen.“ Weiter sagt Schausten: „Wogegen ich mich wehre, sind ungerechtfertigte Angriffe und Kampagnen: Da ziehe ich meine roten Linien, denn da geht es nicht mehr darum, Fehler zu korrigieren oder dass wir besser werden. Da geht es darum, uns abzuschaffen.“ Als Katholikin habe sie sich in den vergangenen durchaus gefragt, „ob ich in der Kirche bleiben kann“, sagt Schausten. Bei aller Kritik habe sie jedoch immer eine persönliche Verbindung gespürt: „Was mich an der Katholischen Kirche begeistert, ist das Globale: Wo ist denn eine Organisation, die noch weltumspannend agiert und auch Dinge einschätzen kann und relativ nah an den Menschen ist? Da sehe ich Chancen.“

Die Medien haben „einen wichtigen Schub gegeben“, dass sich die Kirche der Aufarbeitung sexualisierter Gewalt gestellt haben, betont Bischof Kohlgraf: „Die Medien leisten einen gesellschaftlich wichtigen Dienst, den Finger in die Wunden zu legen.“ Gerade im Bereich von Prävention, Intervention und in der Begleitung Betroffener habe die Kirche mittlerweile große Fortschritte gemacht, erläutert Kohlgraf, was dazu beitragen könne, verlorenes Vertrauen wiederzugewinnen. Für ihn sei das stärkste Argument nicht aus der Kirche auszutreten, „dass Christsein auf Gemeinschaft hin angelegt ist: Es geht um einen gemeinschaftlichen Glauben, bei dem ich anerkennen muss, „dass ich nicht als Einzelner im Besitz der Wahrheit bin.“

 

Zum Podcast „Lebensfragen“

Der Podcast „Lebensfragen. Menschen im Gespräch mit Bischof Peter Kohlgraf und Anja Schneider“ erscheint seit März 2022 immer zur Monatsmitte. Mit dabei als Gesprächsgäste waren in den 40 Folgen unter anderen die First Lady Deutschlands, Elke Büdenbender, Tagesthemen-Moderator Ingo Zamperoni, oder Sänger Max Mutzke und andere Persönlichkeiten aus Gesellschaft, Kirche, Wissenschaft und Politik. Der Podcast „Lebensfragen“ ist thematisch offengehalten: Im Austausch über alltägliche und große Fragen erzählen die Gesprächspartnerinnen und -partner, was sie antreibt und was ihnen wichtig ist. Immer geht es in den rund 30-minütigen Gesprächen um den Dialog zwischen einer christlich geprägten Sichtweise und anderen Zugängen. Und darum, Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede zwischen den verschiedenen Perspektiven auszuloten. Der Podcast ist Teil des Programms der Akademie des Bistums Mainz Erbacher Hof.

 

Hinweise:

 

  • „Lebensfragen. Menschen im Gespräch mit Bischof Peter Kohlgraf und Anja Schneider. Der Podcast aus dem Bistum Mainz.“ Immer in der Monatsmitte auf der Internetseite des Bistums Mainz bistummainz.de, bei Spotify, bei Apple Podcasts und überall sonst, wo es Podcasts gibt.
  • Weitere Informationen über Anja Schneider bei www.anjaschneider.info 
  • bistummainz.de/lebensfragen 

ZDF-Chefredakteurin Bettina Schausten ist Gesprächsgast des Podcast „Lebensfragen“:Wem können wir noch vertrauen? Über die Glaubwürdigkeit von Medien und Kirche

Kohlgraf: „Die Medien leisten einen gesellschaftlich wichtigen Dienst“
Lebensfragen41_Schausten_Cover
15. Apr. 2026

Als Katholikin habe sie sich in den vergangenen durchaus gefragt, „ob ich in der Kirche bleiben kann“, sagt Schausten. Bei aller Kritik habe sie jedoch immer eine persönliche Verbindung gespürt: „Was mich an der Katholischen Kirche begeistert, ist das Globale: Wo ist denn eine Organisation, die noch weltumspannend agiert und auch Dinge einschätzen kann und relativ nah an den Menschen ist? Da sehe ich Chancen.“