Schmuckband Kreuzgang

Gedanken zum Valentinstag von Gemeindereferentin Stefanie Schwalb, Altenstadt

Gedanken zum Valentinstag

Stefanie Schwalb (c) Stefanie Schwalb
Stefanie Schwalb
Datum:
Mo. 14. Feb. 2022
Von:
Norbert Albert

 

Der 14.02. ist dieses Jahr an einem Montag. Freunde von mir haben sich diesen Tag extra frei genommen. Jedoch nicht, wie ich zuerst vermutet hatte, um den Valentinstag zu feiern, sondern um sich mitten in der Nacht den Super Bowl anzusehen. Echte Fans machen die Nacht durch. Ob dann noch genug Zeit und Muße bleibt, um den Tag mit der Liebsten oder dem Liebsten zu feiern? Oder ist das nicht so wichtig, schließlich ist es ein Tag von vielen und man kann ja auch an anderen Tagen Zeit mit seinem Partner und seiner Partnerin verbringen?

 

In der Schule haben wir die Tage vor dem Valentinstag genauso wie vor Weihnachten und Ostern damit verbracht, um Karten zu basteln, zu schreiben und dann zu verschenken. Dabei war es besonders wichtig zu sehen, wer hat die meisten Karten zum Valentinstag geschenkt bekommen.

 

Es stellt sich mir die Frage, was Sinn und Zweck dieser Gedenk- und Feiertage sind. Sie haben durchaus einen Wert und erinnern uns: Ah, da war ja was. Stimmt, das ist auch wichtig. Diese Tage lassen uns darüber nachdenken und bringen den einen oder die andere auch ins Handeln.

Gleichzeitig frage ich mich: Geht es darum, große und teure Geschenke zu machen, eine Liebeserklärung abzugeben, oder sich einen bestimmten Tag dafür Zeit zu nehmen, weil man sonst andere Dinge im Kopf hat und schnell mal vergisst, dem anderen zu sagen wie wichtig er oder sie mir ist? Wie praktisch eigentlich, einen Tag im Jahr zu haben, an dem man eine bestimmte Erwartung erfüllen kann. Blöd nur, wenn die Erwartung nicht erfüllt wird. Die Enttäuschung ist dann umso größer.

 

Manche Paare suchen sich den Valentinstag auch als Hochzeitstermin aus. Denn wer da heiratet, bei dem steht die Liebe unter einem besonders guten Stern und Geschenke macht man sich ja sowieso. Wobei dieses Jahr ist sicherlich auch der 22.02.22 ein schönes Datum, das nicht so schnell vergessen wird. Wie wichtig ist es, so ein bestimmtes Datum zu haben? Einen Termin im Kalender mit Herzen verziert und ganz viel Romantik und Glitzer?

 

Wie aufwändig und teuer Hochzeitsvorbereitungen und Feiertage auch sein mögen, wenn alles nur auf einen einzigen Tag ankommt, an dem alles perfekt sein muss, dann läuft etwas schief.

 

Wir können vielmehr unsere Zeit nutzen, in unser Innerstes zu schauen. Das Leben nicht nach dem Äußeren ausrichten, sondern auf das, was von Bedeutung ist. Sich einen Moment Zeit nehmen und fragen: Was ist mir wichtig? Wer ist mir wichtig? „Denn wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein“ (Mt 6,21 und Lk 12,34). Diese Worte sagt Jesus in der Bergpredigt. Er will darauf aufmerksam machen, dass es nicht darum geht, was du besitzt. Auch nicht, was du an einem bestimmten Tag alles erreicht hast. Du brauchst dich nicht um diese Dinge sorgen. Die Liebe zu Gott und deinen Mitmenschen ist viel größer und wertvoller. Diese Liebe beflügelt und lässt uns aufblühen. Wir können uns also entspannt zurücklehnen und sogar Geld sparen. Mit dem Partner oder der Partnerin durch dick und dünn gehen und alle kostbaren Momente – an welchen Tagen auch immer sie im Jahr vorkommen – im Herzen tragen.

Stefanie Schwalb, Gemeindereferentin in der katholischen Kirchengemeinde St. Andreas in Altenstadt