Schmuckband Kreuzgang

Impuls zum Barmherzigkeitssonntag von Sr. Mateusza, Pfarrgruppe Wickstadt

Impuls zum Barmherzigkeitssonntag

Datum:
Sa. 10. Apr. 2021
Von:
Norbert Albert

zu Joh 20,19-31- Die Erscheinung Jesu vor allen Jünger am Osterabend

Impuls zum Barmherzigkeitssonntag

zu Joh 20,19-31- Die Erscheinung Jesu vor allen Jünger am Osterabend

Im heutigen Evangelium kommt der auferstandene Jesus zu seinen Jüngern. Sie sind im verschlossenen Abendmahlsaal versammelt. Sie fürchten sich sehr. Jesus geht durch geschlossene Türen und in verschlossene Herzen, die sich vor Unruhe und Furcht verzehren. Jesus geht in die Mitte, in das Zentrum ihrer Ängste.

Er begrüßt sie mit einem bewussten „Schalom“, „Friede sei mit euch!“ Er zeigt ihnen seine Hände und seine Seite. Er haucht sie an und sagt zu ihnen: „Empfangt den Heiligen Geist!“

Dieser Hauch erinnert an die Schaffung des ersten Menschen durch Gott: Mit dem gleichen Hauch möchte Jesus seinen Jünger neue Kraft, neues Leben schenken.

Wir alle empfangen diesen Hauch im Sakrament der Versöhnung: Jesus heilt unsere Wunden und erfüllt uns mit Gottes Liebe. Jede Beichte gleicht der Erfahrung des Apostels Thomas, die er mit der Berührung der Wunden des auferstandenen Jesus gemacht hat.

Warum war Thomas nicht bei den anderen, als Jesus das erste Mal kam?

War er enttäuscht von den anderen? Hat er an Anstoß an seinen Brüdern genommen?

Petrus, der Fels seiner Kirche, hat Jesus dreimal verleugnet. Unter dem Kreuz standen nur Johannes und die Frauen. Die Apostel sollten sich mit dem auferstandenen Jesus treffen, aber sie haben sich in Abendmahlsaal eingeschlossen. Thomas war nicht dabei. Er hat sich das Kommen des Reiches Gottes anders vorgestellt.

Thomas hat in seinem Herzen die Hoffnung, dass Jesus wahrhaftig lebt. Er ist zurück zur Gemeinschafft gekehrt. Jesus ist den Jüngern noch einmal erschienen, um auch Thomas zu überzeugen. Jetzt glaubt Thomas auch ohne die Berührung der Wundmale an die Auferstehung. Jesus hat ihm gesagt: „Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.“

Gott kommt oft zu uns durch Zeugnis anderer Menschen. Auch wir sind Jesu Zeuge. Gott will uns in den Evangelien tägliches begegnen. Wir sind eingeladen, Gottes Liebe und Barmherzigkeit in der Welt zu verbreiten.

Thomas ist zur Gemeinschafft, zur brüderlichen Einheit, zur Kirche zurückgekehrt. Er isoliert sich nicht mehr von der Gemeinschaft, weil ihm etwas nicht gut gefallen oder nicht seine Erwartung erfüllt hat. Gott kennt uns genau und er möchte mit uns eine lebendige Beziehung haben.

Jesus ist nicht mehr im Grab, suchen wir ihn dort nicht: Er steht uns nahe. Jesus schaut uns barmherzig an und er sucht unseren Blick. In der Gemeinschaft der Kirche können wir Gemeinschaft erfahren und wie Thomas bekennen: „Mein Herr und mein Gott.“ Der lebendige und auferstandene Jesus bringt allen Menschen Frieden und wahre Freude. Er kommt auch heute in der schweren Zeit der Corona-Pandemie und bringt uns neue Hoffnung.

Der erste Sonntag nach Ostern wird weiß genannt. Seit 21 Jahren feiert die Kirche an diesem Tag das Fest der göttlichen Barmherzigkeit, dass Jesus gewünscht und gewollt hat. Die Sr. Faustyna Kowalska, die Apostolin der göttlichen Barmherzigkeit, hat diesen Wunsch weitergegeben.

Jesus beauftragt die Apostel nach seiner Auferstehung, das Evangelium zu verkünden und in seinem Namen Sünden zu vergeben. Die Botschaft des Festes der göttlichen Barmherzigkeit gehört ganz wesentlich zu diesem Auftrag. Jesus vertraut besonders den Priestern den Auftrag an, die Wahrheit über den barmherzigen und verzeihenden Gott, den Vater, zu verkünden. Sie sollen die Menschen mit Gott versöhnen und sie im Sakrament der Buße und Versöhnung zu ihm bringen.

Jesus versprach, dass sein Herz an diesem Tag für jeden weit geöffnet ist. Er will uns alles geben, was wir von ihm erbitten und mit dem göttlichen Willen übereinstimmt. Kommen wir zu Jesus und vertrauen wir uns und unsere Anliegen ihm an.

„An diesem Tag ist das Innere Meiner Barmherzigkeit geöffnet; Ich ergieße ein ganzes Meer von Gnaden über jene Seelen, die sich der Quelle Meiner Barmherzigkeit nähern.“ /Tagebuch Hl. Sr. Faustina Nr 699/