Schmuckband Kreuzgang

Meditation zum Fronleichnamsfest von Edith Wanka, Gemeindereferentin in Büdingen

Corona Beschränkungen: Seelsorgerinnen und Seelsorger aus dem Dekanat schreiben ihre Gedanken

Do 11. Jun 2020
Norbert Albert
  • Geistliche Texte aus unserem Dekanat finden Sie jetzt wöchentlich neu
  • Halten Sie den notwendigen Abständen von anderen Menschen in diesen Tagen und bleiben Sie dennoch verbunden in der christlichen Gemeinschaft
  • Impulse zum Mitdenken und Zeit nehmen
  • Gedanken um sie auch an andere Menschen zu verschenken

Demonstration von Fronleichnam

20200609_163304 (c) Edith Wanka
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Liebe Leser/innen!

 

Am Donnerstag, den 11.6.2020 steht „Fronleichnam“ in vielen Kalendern. Zehn Tage nach Pfingsten feiert die katholische Kirche das Fronleichnamsfest. „Fron“ bedeutet „Herr“ und „leichnam“ „Leib“. Das Wort Fronleichnam heißt also „Leib des Herrn“.

Nicht in allen Bundesländern ist es ein kirchlicher Feiertag. Bisweilen wird das Festgeheimnis daher erst sonntags danach begangen.

An diesem Fest wird – üblicherweise auch hier in St. Bonifatius - der Leib Christi, eine große geweihte Hostie, in einer „Monstranz“ durch die Straßen getragen.

Das Wort „Monstranz“ kommt vom lateinischen Wort „monstrare“, und das bedeutet „zeigen“. Eine Monstranz ist also ein Zeigegerät. Sie zeigt uns das Kostbarste, was wir katholische Christen uns vorstellen können: den Leib Christi.

Das Fest Fronleichnam erinnert daran, dass Jesus sich uns im Abendmahl zum Geschenk macht. ER will uns stärken auf unserem Lebensweg, den ER immer begleitet.

Wenn wir mit dem „Leib Christi“ singend und betend durch die Straßen ziehen, zeigen wir auch öffentlich, dass wir uns zu unserem christlichen Glauben bekennen.

 

Aufgrund der nach wie vor bestehenden Corona-Vorsichtsmaßnahmen verzichten wir in Büdingen auf eine Prozession. – Pfarrer Schmidt wird die Mitfeiernden in den Sonntagsgottesdiensten am kommenden Wochenende zu einer Anbetung des Leibes Christi einladen und uns am Ende der Wort-Gottes-Feier den eucharistischen Segen spenden.

 

Wenn die geweihte Hostie in der Monstranz eingefügt, gezeigt wird, sprechen wir oft von „Aussetzung“ des Allerheiligsten. Daher finden Sie nachfolgend einen Meditationstext mit dem Titel „Ausgesetzt“.

Gottes Segen für Sie und Ihre Lieben!                     

                                                              Edith Wanka, Gemeindereferentin in St. Bonifatius

 

 

Ausgesetzt

im Ringen mit Gott

im Garten mit Freunden allein

im Zeichen der Liebe verraten

brutaler Gewalt überantwortet

falschen Anschuldigungen  preisgegeben

vom Jünger der ersten Stunde verleugnet

dem Spott der Mitläufer ausgeliefert

in Dunkelheit gemachter Wahrheit untergeordnet

als König verlacht und verhöhnt

den Schmerzen der Misshandlungen nicht entrinnen könnend

unschuldig verurteilt

lebendig für unberührbar und dem Tod geweiht erklärt

der Kleider beraubt

nackt auf`s Kreuz gelegt

von Nägeln durchbohrt

im Schreien nach Gott ohne Widerhall

in der Sonne Schatten gestorben

von Ungläubigen glaubend erkannt

von Mutigen vom Kreuz geborgen

im Schoß der Mutter kurz zur Ruhe gebettet

ins kühle Grab gelegt …

 

Ausgesetzt

wie ein Samenkorn der Erde anvertraut

weckt der Himmel schlummerndes Leben

erstrahlt Licht am Morgen des dritten Tages

ist das Grab leer

beauftragt eine feste Stimme „Geh und verkünde:  Das Leben hat den Tod besiegt,  denn die Liebe ist stärker als alles, was Leben vernichten will.“

präsentiert ER seine Wundmale

wird ER erkannt als Herr und Gott

segnet Er die Seinen

kehrt ER zurück zum Vater.

 

Ausgesetzt

wird ER noch heute angebetet im Zeichen des Heiligen Brotes,

das ausgesetzte Allerheiligste weißt uns den Weg zu IHM,

unserem Gott der Liebe und des Lebens.

 

                                                                                                             E.W.

            5.4.2012