... persönlich: Dr. Sylvia Kerbel

Dr. Sylvia Kerbel (c) Dr. Kerbel
Dr. Sylvia Kerbel
Datum:
Do 12. Nov 2020
Von:
Dr. Sylvia Kerbel

Gemeinsam mit anderen engagiert, dass die Kirche wieder an Glaubwürdigkeit gewinnt und den Menschen den Weg des Glaubens ebnet und nicht erschwert.

Dr. Sylvia Kerbel ist eine der beiden Vertreterinnen des Dekanats im Katholikenrat, dazu in den Diözesanpastoralrat gewählt worden und auch Dekanatsratsvorsitzende. In ihrem Beitrag spricht sie von ihren Prägungen und ihrer Motivation

Persönlich: Name, Alter, geboren/aufgewachsen in....

Dr. Sylvia Kerbel, 71 Jahre, aufgewachsen und gelebt  in Frankfurt a.M., bis vor 23 Jahren der Umzug nach Bad Vilbel erfolgte.

Seit 10 Jahren in der Gemeinde Verklärung Christi, Bad Vilbel-Heilsberg, ehrenamtlich tätig als Kommunionhelferin, Lektorin, Kantorin, Leiterin von Wortgottesfeiern und zeitweise als stellvertretende Verwaltungsratsvorsitzende.

Im Januar 2020 von der Dekanatsversammlung in den Katholikenrat gewählt, im März 2020 in der Sitzung des Dekanatsrates zur Dekanatsratsvorsitzenden gewählt, dadurch Mitglied im Dekanatsprojektteam, im Juni 2020 in der konstituierenden Sitzung des Katholikenrates in den Diözesanpastoralrat gewählt.

Was haben Sie gemacht, bevor Sie ins Dekanat kamen ?

Ich habe mich erst am Ende meines Berufslebens ehrenamtlich in der Kirche engagiert, da mir meine Berufstätigkeit als Unternehmensbereichsleiterin und Prokuristin in einem großen Wohnungsunternehmen mit Führungsverantwortung für etwa 300 Mitarbeiter wenig Zeit für weitere Engagements lies.

Wer oder was hat Sie geprägt?

Insbesondere in Bezug auf meinen Glauben bin ich durch mein Elternhaus geprägt. Ich bin sozusagen in der Kirche groß geworden, denn mein Vater war Organist an der katholischen St. Josefskirche in Frankfurt a.M.- Bornheim und nahm mich häufig mit in die Gottesdienste, von denen es vor 60/65 Jahren werktags wie sonntags zahlreiche gab.

Unser gesamtes Familienleben richtete sich nach der Gottesdienstordnung, die gerade an Sonn-und Feiertagen wenig Zeit für andere Unternehmungen lies.

Haben Sie eine besondere Leidenschaft z.B. für eine bestimmte Musik, eine Kunstrichtung, einen Sport, ein Hobby?

Durch den Beruf meines Vaters als Organist, Chorleiter und Musiklehrer stand die Musik in unserer Familie und bei mir seit frühester Kindheit im Vordergrund und hat mir neben meinem Glauben als zweites Standbein viel Kraft und Energie gegeben, hauptsächlich die Kirchenmusik.

Mein Haupthobby ist das Singen und so singe ich bis heute in renommierten Chören, habe lange Jahre Gesangsunterricht genommen, spiele Klavier und in meiner Jugend auch Orgel.

Was ist Ihre innere Motivation, dass Sie glauben - dass Kirche lebendig bleibt?

Meine Motivation ist auf meinen unerschütterlichen Glauben und auf mein tiefes Gottvertrauen gegründet.
Mein Glaube ist mir bis heute eine lebenswichtige Kraftquelle, die mich auch durch schwierige Lebenssituationen und Schicksalsschläge gut getragen hat.
Umso schlimmer ist für mich, dass der Glaube durch das Erscheinungsbild der Kirche dies heute für immer weniger Menschen sein kann.

Wenn es mir durch mein Engagement gemeinsam mit anderen gelingt, dass die Kirche wieder an Glaubwürdigkeit gewinnt und den Menschen den Weg des Glaubens ebnet und nicht erschwert, dann will ich meine ganze Kraft dafür einsetzen. Und ich bin fest davon überzeugt, dass das gelingen wird und Kirche lebendig bleibt.

Welche Themen bzw. welche Aufgaben beschäftigen Sie jetzt in dieser Zeit?

Das Thema, weswegen ich mich für die Mitarbeit im Dekanat und auf der Diözesanebene zur Verfügung gestellt habe: Der Pastorale Weg.

Dabei habe ich die Hoffnung, dass wir alle gemeinsam in diesem Weg nicht nur  eine finanziell und personell notwendige Zusammenlegung von mehreren Gemeinden zu einer Großgemeinde sehen, sondern dass wir dadurch auch eine Chance sehen und sie nutzen, mit dieser Neustrukturierung Reformen und zeitgemäße Formen pastoralen Lebens zu erreichen. 

Was fasziniert Sie an Jesus Christus?

Seine unfassbare, alles verzeihende Liebe zu den Menschen.

Wenn Sie Jesus wären… ?

  • Bei welchem „Tempel„ würden Sie sich eine Geißel aus Stricken machen, um diese zu reinigen?
    Ich würde die katholische Kirche reinigen wollen
    - vom  pharisäerhaften Festhalten an inhaltslosen Vorschriften,
    - vom Festhalten an Machtstrukturen,
    - vom autoritärem Umgang mit den Menschen,
    um nur einige wenige Stichworte zu nennen.
  • Wen würden Sie heilen wollen?
    Alle Menschen in politischen Systemen und in Glaubensgemeinschaften, die andere Menschen dominieren, demütigen, deren Menschenwürde missachten und unehrlich sind, kurz: alle, die die Frohe Botschaft Jesu und das Gebot der Nächstenliebe missachten.