... persönlich: Heike Mühlenbruch

Heike Mühlenbruch (c) J. Rettinghaus
Heike Mühlenbruch
Datum:
Do 27. Aug 2020
Von:
Heike Mühlenbruch

Die Wetterauer sind bunt, vielfältig, selbstbewusst und eigenständig – auch in kirchlichen Fragen.

Heike Mühlenbruch ist Mitglied im Dekanatsprojektteam des Pastoralen Wegs und Motor und Ideenquelle des Teilprojektteams Kommunikation. Hier sind ihre Antworten auf unsere Fragen.

Persönlich: Name, Alter, geboren/aufgewachsen in....

Heike Mühlenbruch (54), geboren und aufgewachsen im Kanton Zürich, im Saarland sowie im Hochtaunuskreis und seit gut 20 Jahren in der nördlichen Wetterau beheimatet. Freiberuflich mit der Münzenberger Textwerkstatt als Herausgeberin, Redenschreiberin und Lokaljournalistin unterwegs, ergänzt durch eine feste Tätigkeit für die Stadt Münzenberg.

Wie sind Sie im Dekanat engagiert?

In meiner Heimatgemeinde Mariä Himmelfahrt bin ich Lektorin und Kommunionhelferin sowie Mitglied in Ortsausschuss und Verwaltungsrat, in der Pfarrgruppe Rockenberg habe ich die Ehre dem Gesamtpfarrgemeinderat vorzusitzen.

Für was engagieren Sie sich außerdem?

Ich bin im „Friedrich-Bödecker-Kreis in Hessen e.V.“ im Vorstand aktiv. Der vor 50 Jahren gegründete Verein hat sich die Leseförderung auf die Fahnen geschrieben und tritt aktiv für Lese- und Schreibförderung ein, und zwar mit Autorenbegegnungen sowie Schreibwerkstätten (Kultur macht stark). Der FBK informiert über Schreibwettbewerbe für Kinder und Jugendliche und bietet Schüler*innen ein Forum für Kritiken auf seiner Homepage. In den 50 Jahren der kontinuierlichen Leseförderung durch den FBK in Hessen erreichten die Autorenbegegnungen in über 15.000 Veranstaltungen rund 750.000 Kinder und Jugendliche.

Was hat sich in den letzten 20 Jahren in der Kirche geändert?

Vor Ort konnte ich hautnah Anlass und Hintergrund für den Pastoralen Weg erleben: Aus vier Gemeinden mit vier Priestern entstand allmählich eine Pfarrgruppe mit einem Pfarrer und vier Kirchen. Eine offene Stelle für eine hauptamtliche Unterstützung des leitenden Pfarrers kann seit Jahren nicht besetzt werden. Hier erhoffe ich mir segensreiche Verbesserungen im Rahmen eines größeren Netzwerks.

Wo oder wie wird die Kirche in 20 Jahren sein?

In der Wetterau: Hoffentlich gut in den neuen Strukturen angekommen mit möglichst vielen begeisterten und engagierten Katholikinnen und Katholiken.
In der Weltkirche: Vom Heiligen Geist gesegnet und gestärkt um mutig die frohe Botschaft Jesu in die Welt zu tragen – vielleicht unter einem Papst aus einem Land südlich der Sahara oder aus Asien und mit Frauen in prominenteren seelsorgerischen Positionen.

Welche Themen bzw. welche Aufgaben beschäftigen Sie jetzt in diesem Halbjahr?

Kirchlich betrachtet wenig überraschend der Pastorale Weg. Mir ist es wichtig, dass wir gemeinsam tragfähige Strukturen im heutigen Dekanat entwickeln, damit es auch künftig lebendige Gemeinden gibt und die Kirche sprichwörtlich im Dorf bleibt.

Wie erleben Sie die Wetterau / das Dekanat?

Die Wetterau ist eine tolle Landschaft. Historisches und Zukunftsträchtiges, Kultur und Wirtschaft, Bodenständiges und High Tech – alles liegt dicht beisammen. Und das prägt die Menschen. Bunt, vielfältig, selbstbewusst und eigenständig gehen die Menschen ihren Weg – auch in kirchlichen Fragen. Sie sind weltoffen und gerne bereit zuzupacken und bei Projekten anzufassen, die ihnen wertvoll und wichtig sind.

Was fasziniert Sie an Jesus Christus?

Mich fasziniert die Art, mit der Jesus auf die Menschen zugegangen ist. Er hat sie in ihren Herzen berührt. Er hat sie ernst genommen und wertgeschätzt. Auch und gerade die, die nach menschlichen Maßstäben weder gut noch fromm gelebt haben. Jesus hat die Menschen aber auch herausgefordert: Er wollte nicht, dass alles so bleibt, wie es ist. Er wies die Menschen auf radikal neue Lebensmöglichkeiten hin. Das war und ist herausfordernd und anstrengend bis hin zu provozierend.

Was fasziniert Sie an der (römisch-katholischen) Kirche?

Ihre Vielschichtigkeit geistlich und spirituell genauso wie politisch und organisatorisch.