... persönlich: Pfr. Norbert Braun

Pfr. Norbert Braun (c) Pfr. Norbert Braun
Pfr. Norbert Braun
Datum:
Do. 18. Feb. 2021
Von:
Pfr. Norbert Braun

„ … den Menschen deutlich machen, dass sie uns wichtig sind.“

Pfr. Norbert Braun ist einer der dienstältesten Pfarrer im Dekanat Wetterau-West und einer der beiden Projektleiter auf dem Pastoralen Weg für die künftige „Pfarrei Mitte“. Hier nun seine Antworten auf einige Fragen unseres Fragebogens.

Persönlich: Name, Alter, geboren/aufgewachsen in....

Mein Name ist Norbert Braun. Ich bin 61 Jahre alt und seit September 2004 als Pfarrer in Wöllstadt und Rodheim tätig. Ich wurde in Friedberg geboren und bin in Ilbenstadt aufgewachsen, und habe dort, nach der Priesterweihe 1984, meine Primiz gefeiert.

Wenn Sie nicht Seelsorger geworden wären, was wären Sie sonst?

Wenn ich nicht Seelsorger geworden wäre, hätte ich mir eine Aufgabe im Bereich Medien/ Journalismus vorstellen können, als Redakteur in Rundfunk oder Fernsehen oder auch bei einer großen Zeitung. Vor allem kritischer Journalismus wäre etwas für mich gewesen

Welche Themen bzw. welche Aufgaben beschäftigen Sie jetzt in diesem Monat/in diesem Halbjahr?

Zur Zeit beschäftigt mich vor allem der Pastorale Weg. Hier ist es mir wichtig, mit den Kolleginnen und Kollegen Wege zu finden, auch mit weniger Ressourcen den Menschen deutlich zu machen, dass sie uns wichtig sind. Die Menschen sind durch die Corona- Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen sehr stark verunsichert. Wird es uns gelingen, ihnen deutlich zu machen: Wir sind auch und gerade jetzt an Eurer Seite?

Können Sie uns ein konkretes Ziel verraten, das Sie in den nächsten 12 Monaten erreichen möchten?

Mein konkretes Ziel für dieses Jahr: Zusammen mit den Kolleginnen und Kollegen der künftigen Großpfarrei ein tragfähiges Pastoralkonzept entwickeln.

Was haben Sie gemacht, bevor Sie ins Dekanat kamen?

Vor meinem Wechsel in das Dekanat Wetterau West war ich 13 ½ Jahre in Nauheim bei Groß-Gerau/ Dekanat Rüsselsheim als Pfarrer tätig. Als Kaplan durfte ich in Fürth/ Odw., dann in Reinheim und abschließend in Nierstein, erste Erfahrungen in der Seelsorge sammeln.

Wer oder was hat Sie geprägt?

Geprägt hat mich einerseits ein Priester, der Hausgeistlicher im ‘Jugendwerk St. Gottfried’ war, wie es damals noch hieß. Pfarrer Glückert war in der Zeit meines Theologiestudiums mein geistlicher Gesprächspartner. Durch regelmäßige Besuche in Benediktinerklöstern lernte ich die benediktinische Spiritualität kennen und schätzen. Ich versuche, sie in meinen Alltag als Seelsorger einzubauen.

Wenn Sie Jesus wären …?

Wenn ich Jesus wäre, würde ich mit der kirchlichen Hierarchie und den damit verbundenen klerikalen Strukturen aufräumen, die wesentlich für die beschämenden Skandale, die unsere Kirche in den letzten Jahren erschüttert haben, verantwortlich sind. Ich würde die heilen wollen, die Opfer jeglicher Form von Missbrauch geworden sind.

Wenn für Sie ein Sabbatjahr möglich wäre, was würden Sie in diesem Jahr tun?

Wenn ich ein Sabbatjahr genehmigt bekäme, würde ich mich – unter Anleitung eines Mentors – sehr intensiv mit der Bibel beschäftigen. Und außerdem würde ich die Zeit nutzen, ein Buch zu schreiben.

Haben Sie eine besondere Leidenschaft z. B. für eine bestimmte Musik, eine Kunstrichtung, ein Sport(verein), ein Hobby?

Ich habe eine besondere Leidenschaft für die Bergwelt der Alpen. Bergwanderungen helfen wunderbar beim Entschleunigen; man kann die Natur, in der man sich bewegt wunderbar aufnehmen und wird am Ende der Gipfeltour mit einer grandiosen Aussicht belohnt.

Was soll man Ihnen bei Ihrem Abschied sagen? Was würden Sie gerne hören?

Danke, dass Sie bemüht waren, uns auf Augenhöhe zu begegnen. Bevor Sie einen Rat gegeben haben, haben Sie erst einmal intensiv zugehört. Auch wenn Sie nie im Kollar herumgelaufen sind, wir haben Sie als einen im guten Sinne frommen Priester erlebt.