Danken – schlicht Danken

P. Georg-D. Menke, Dominikaner und Pfarrer am Butzbacher Gefängnis

P. Georg-D. Menke (c) Kipp
P. Georg-D. Menke
So 4. Aug 2019
P. Georg-D. Menke, Dominikaner und Pfarrer am Butzbacher Gefängnis

Jemandem Danke zu sagen, geht eigentlich recht einfach und ist wenig kompliziert. Es hat einen großen Effekt.

Ein ehrliches Danke schafft Klarheit und schenkt Anerkennung. Das Danken kommt immerhin von „Denken“. Danken ist schlicht sehr naheliegend für unser Miteinander und es ist ein Verlust, wenn wir es vergessen.

Das einfache Wort Danke hat eine große Bedeutung. Dagegen scheint vieles doch sehr kompliziert geworden zu sein oder es ist eine Art Sprachenverwirrung eingetreten.

„Alternative Fakten“ heißt bei vielen heute das, was bislang Lügen waren. Lügen schaffen Zwietracht und Ungemach. Bei der vermeintlichen Alternative merken wir dies etwas später. Manipulationen an Dieselmotoren sind eigentlich ein Betrug, was schließlich ein Straftatbestand ist. Aber mit „Schummeleien“ kann man dies originell verharmlosen. Der „Gaffer“ ist bisweilen zum Behinderer oder sogar zum Angreifer von Rettungskräften geworden. Sogar Sterbende werden in ihrem Leid bevorzugt gefilmt. Ein solcher Vandalismus und eine solche moralische Verwahrlosung waren bisher nicht vorstellbar. Vieles scheint kompliziert, sprachenverwirrt zu sein…

Aber jemandem schlicht Danke zu sagen – wie einfach und effektvoll: Danke für die Hilfe, für das klärende Wort, für die Freundschaft, für das gemeinsame Schweigen – wofür auch immer. Manch einer wartet auf ein Dankeschön.

Letztens erfuhr ich, dass auch dies gar nicht so einfach ist. Ich habe mich bei einem Beamten im Gefängnis bedankt. Denn er hatte nach drei Monaten ein kleines, aber wichtiges Problem gelöst, worauf einige Gefangene und ich geduldig gewartet hatten. Der Beamte wusste mit meinem Dank nichts anzufangen. Irritiert meinte er: „Und ich dachte, es sei etwas passiert!“

Es war auch etwas passiert – Dank eben. Dieser Dank mit seiner schönen Bedeutung und dem großen Effekt. Dank schafft Verbindung – bisweilen auch Verblüffung – und Lebendigkeit. Eine solche Erfahrung kann man wahrscheinlich überall machen.

Danke, dass Sie meine Zeilen gelesen haben.

Georg-D. Menke, Dominikaner und Pfarrer am Butzbacher Gefängnis