Die Frage für das neue Jahr: Wie hast du es mit der Religion

von Gemeindereferentin Juliane Glaum

Juliane Glaum
Juliane Glaum
Di 17. Dez 2019
Juliane Glaum

Haben Sie an den hinter uns liegenden Feiertagen vielleicht einen Gottesdienst besucht? Oder haben Sie sich bewusst entschieden, dies nicht zu tun? Die Frage, die sich in diesem Zusammenhang stellen könnte, kommt Ihnen vielleicht bekannt vor, sie ist aus einem der bekanntesten Werke der klassischen Literatur, Goethes Faust, entnommen.

Hier fragt das junge Mädchen Margarete den zweifelnden Wissenschaftler Dr. Heinrich Faust: Wie hast du es mit der Religion? Faust antwortet in Goethes Drama ausweichend; so richtig möchte er sich dieser Frage seiner Angebeteten nicht stellen. Dennoch lohnt es sich, dieser Frage einmal persönlich nachzugehen: Wie haben Sie es denn mit Ihrer Religion? Welche Bedeutung hat der Glaube für Ihr Leben? Halten Sie es wie Faust, der den Glaubensausprägungen und Traditionen seiner Zeit kritisch gegenübersteht, oder finden Sie sich im heutigen kirchlichen Glaubensleben wieder? Hat der Glaube eine Bedeutung für ihr Leben, und kommt das im konkreten Alltag zum Tragen? Spüren die Menschen um sie herum etwas von ihrem Glauben an Gott? Diese Fragen fordern uns heraus, nach Antworten zu suchen. Vielleicht haben Sie sich auch schon längere Zeit überhaupt nicht mehr mit ihrem Glauben beschäftigt und könnten die „Gretchenfrage“ nach ihrem Verhältnis zu Religion und Glaube vordergründig höchstens mit einem „Ich weiß nicht“ beantworten. Wenn jetzt mit dem neuen Jahr etwas Ruhe bei Ihnen einkehrt, möchte ich Sie ganz herzlich einladen, sich auf die Suche nach Antworten zu machen. Dazu könnten Sie eine Bibel zur Hand nehmen, eine Veranstaltung oder einen Gottesdienst ihrer Kirchengemeinde besuchen oder einfach mit Menschen ins Gespräch kommen, über ein schlichtes „ich weiß nicht“ hinaus. Ich wünsche Ihnen viel Freude, wenn Sie der Frage nachgehen: Sag, wie hast du es denn mit der Religion?