Die neue Osterkerze in Ockstadt

Osterkerze Ockstadt (c) Pfr. Weckwerth
Osterkerze Ockstadt
Di 28. Apr 2020
Pfr. Bernd Joachim Weckwerth, St. Jakobus Ockstadt

OSTERKERZEN  können neben der eigentlichen frohen Botschaft der Auferstehung auch in ihrer individuellen Gestaltung der Jahreszahl noch eine besondere Note verleihen, etwa einen Gemeinde- und Jahresbezug herstellen.

Kreativität und Gestaltungsfreude sind dabei gefordert und können jedes Mal neben den geistlichen Vorbereitungen auf das Fest auch in dieser mehr handwerklichen Betätigung sehr gut zur Vorfreude beitragen. In diesem Jahr 2020 haben wir durch Anregung der Erstkommunionkinder deren Symbol, den „FISCH“, aufgegriffen. Es war ja das Geheimsymbol der römischen Christen, die sich dadurch in den Katakomben ihrer Hauptstadt versammeln konnten, ohne entdeckt zu werden. Auch heute noch zeigen Christen aller Konfessionen durch „Fische“ auf Autos, mit kleinen Anhängern u.a., dass sie zu Christus gehören. Eine moderne Weise dieses Geheimzeichens zu nutzen, haben wir auf der Osterkerze in Form einer seltsamen Buchstabenfolge: s°))))<(, die einen Fisch erkennen lässt. Auf Briefen oder Emails kann man sich so nach dem eigenen Namen als Christ zu erkennen geben.
Auch innerhalb des Kreuzes lässt sich dieses Symbol etwas versteckt entdecken. Da bilden zwei Fische im Querbalken eine Art Dornenkrone, auf der in griech. Buchstaben IXΘYΣ steht (= Fisch). Darunter wird in eingedeutschten Buchstaben IXTYS erklärt als:  Jesus Christus Gottes Sohn Erlöser  (= Iησοῦς Χριστός Θεοῦ (h)Υἱός Σωτήρ).
Im oberen Teil des Kreuzes wird das berühmte „INRI“ in ähnlicher Weise erklärt: Iesus von Nazareth, Rex (König) der Iuden. In Latein gilt I=J, da es ein J noch nicht gab. So wird das römische Symbol der Hinrichtung, das „Kreuz“, an dem Jesus grausam zu Tode kam, sogar zum Zeichen der Auferstehung, das Christus als Überwinder von Tod und Sünde feiert, als den Herrn der Welt.
Die Symbole A und auf einer Osterkerze sollen  ja immer auf einen der letzten Verse der Bibel verweisen (Offenbarung 22, 13): Ich bin das Alpha und das Omega, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende. Durch einen goldenen Punkt in beiden Buchstaben will ich zusätzlich den göttlichen Bezug verdeutlichen, der sowohl den sogenannten Urknall (ausgehende Strahlen) wie auch am Ende den ganzen Kosmos umfasst (in den Wassern des Ewigen Lebens). Der Punkt Omega, Christus selbst, wird vom großen frz. Theologen Teilhard de Chardin sogar als Endpunkt der allumfassenden Evolution verstanden, in dem alles Werden und Sein einmal vollendet wird. Als Grabstein für meinen Vater habe ich deshalb auch die Form eines OMEGAs gewählt, in das ein Weg, sein Lebensweg hineinführt.
Das besondere Jahr 20 20 wird im Rahmen der ganzen Menschheitsgeschichte wohl rückblickend mit Krankheit und Tod verbunden werden, aber für uns Christen liegt gerade in der Überwindung und im Sieg über Leid und Tod die eigentliche Botschaft des christlichen Glaubens und die Hoffnung auf Vollendung. Möge Wissenschaft und Politik Hand in Hand mit dieser christlichen Botschaft allen Menschen Einsicht und Kraft geben, mit Gottes Hilfe die tödliche Gefahr zu überwinden. Bleiben Sie also alle gesund!

Pfarrer Bernd Joachim Weckwerth     s°))))<(