„Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“

Patrick Strosche (c) P. Strosche
Patrick Strosche
Sa 2. Mai 2020
Patrick Strosche, Pastoralassistent in den katholischen Gemeinden Wöllstadt und Rodheim und Dekanat Wetterau-West

So beginnen wir Christen jeden Gottesdienst.

Diese Formel ist für uns eine Selbstverständlichkeit geworden. Doch der Inhalt ist alles andere als selbst-verständlich.

Die Dreifaltigkeit Gottes war von Beginn der Kirche an ein Streitpunkt. Es wurde darum auf Versammlungen gerungen und gestritten, Antworten verworfen und wieder Neue gefunden.

Der Philosoph Immanuel Kant meinte sogar, dass sich „aus der Dreifaltigkeitslehre nichts fürs praktische Leben machen“ lässt. Die Folge: Es bleibt bei einer theoretischen Beschäftigung, die nichts mit mir und meinem Leben zu tun hat.

Kann man diesen Begriff überhaupt mit Leben füllen?

Eine Möglichkeit der Annäherung sind Bilder. Das erste Bild, das mir in den Sinn kommt, ist das Bild der „Gemeinschaft“.

Vater, Sohn und Heiliger Geist bilden eine Gemeinschaft. Nur zusammen sind sie das, was wir Gott nennen. Keine der drei Personen geht in der anderen auf, keine ersetzt die andere. Sie sind aufeinander ausgerichtet und bilden gemeinsam das große Ganze.

Und das passt auch zu Gemeinschaften, die ich sonst in meinem Leben kenne: in der Familie, im Verein, in der Kirchengemeinde, …  Jedem Einzelnen kommt eine bedeutende Rolle zu. Keiner ersetzt den anderen, jeder ist wichtig. So sollte es zumindest sein.

Und auf einmal bekommt dieser Begriff der Dreifaltigkeit eine Bedeutung für uns heute: Wenn der dreifaltige Gott in sich Gemeinschaft ist, wie wichtig ist es dann für uns, in Gemeinschaft zu leben?!

Und auch in den kommenden Wochen gilt: Gemeinschaft ist mit Abstand das Schönste.

Bleiben Sie gesund!