Mit leichtem Gepäck

Pfarrerin Cornelia Hankel, Ev. Kirchengemeinde Nieder-Weisel (c) Ev. Dekanat
Pfarrerin Cornelia Hankel, Ev. Kirchengemeinde Nieder-Weisel
So 28. Jul 2019
Pfarrerin Cornelia Hankel , Ev. Kirchengemeinde Nieder-Weisel

Es sind große  Ferien, viele sind unterwegs, sie haben Koffer oder Rucksack gepackt und sind aufgebrochen „mit leichtem Gepäck“?

Das Lied der Gruppe Silbermond passt in diese Sommerzeit. Denn es reist sich tatsächlich besser mit leichtem Gepäck. Ich muss also überlegen, was ich in den Urlaub mitnehme, was nötig ist und in den Koffer passt. Und wer sogar nur mit dem Rucksack unterwegs ist, hat es besonders schwer, denn das Gepäck muss geschultert werden. Da sind 10 % des Körpergewichts schon viel, wenn ich mehrere Tage hintereinander wandere oder auf einem Pilgerweg gehe. Die Knie schmerzen, ich nehme mir vor, beim nächsten Mal noch weniger einzupacken. Der Fön: überflüssig, etwas Schickes für abends: wer braucht denn das wirklich!

Der Liedtext weitet die Frage, was lebensnotwendig ist, auch auf andere Bereiche des Lebens aus. „99% Ballast“, Dinge, die wir gekauft haben und doch nie brauchen werden, und auch „zu viel Altlast in Tupperwaren“. Und es gibt sogar Lasten, die unsere Seele beschweren, „eine Armee aus Schrott und Neurosen“. Wie gut, wenn wir auch das loswerden könnten, wie „all die Rechnungen, die viel zu lang offen rumlagen“.

„Mit leichtem Gepäck“ zu reisen ist eine Sehnsucht vieler. Im Urlaub, beim Wandern oder Pilgern kann ich es ausprobieren und spüren, wie es ist, wenn ich dem Wort Jesu Vertrauen schenke: „Macht euch keine Sorgen um euer Leben – was ihr essen oder trinken sollt, was ihr anziehen sollt… Gott weiß doch, dass ihr das alles braucht.“ (Matthäus 6, 25-34)

Beim nächsten Pilgern probiere ich es wieder aus und nehme nur eine Wasserflasche mit. Das ist ein Kilo weniger und es gibt überall freundliche Menschen, die die Flasche wieder auffüllen. Also reisen und leben Sie mutig „mit leichtem Gepäck“!