Sich treiben lassen auf dem Main

Mit dem Boot auf dem Weg zu sich und zu Gott

Im Boot nach Münsterschwarzach (c) Andreas Münster
Im Boot nach Münsterschwarzach
Datum:
Di. 31. Aug. 2021
Von:
Andreas Münster

Ein durchgehendes Gefühl der Dankbarkeit begleitete eine 10-köpfige Gruppe mit der Leitung von Dekanatsreferent Andreas Münster vom 23. – 26. August in Münsterschwarzach und auf dem Main. Viele hatten sich angemeldet, um dem oft durchgetakteten Alltag zu entfliehen und zur Ruhe zu kommen.

Genießen der Ruhe und des Wassers ...

Sich treiben lassen in der Idylle (c) Andreas Münster
Sich treiben lassen in der Idylle

Im Zentrum der Veranstaltung standen zwei Tage auf dem Main rund um Volkach in Einer-Kajaks, die man selbst bewegte oder sich der Strömung überließ. Es gab dazu Impulse für das Beten auf dem Fluss, die Gruppe machte einen Abstecher zur Wallfahrtskirche Maria im Weingarten, man hatte abends und morgens Gelegenheit an den Gebetszeiten der Benediktiner von Münsterschwarzach teilzunehmen und zum Abschluss gingen alle im Steinlabyrinth den Weg zur Mitte. Ein besonderes Erlebnis war das wortwörtliche Sich-Treiben-Lassen im Schweigen auf der ruhigen Volkacher Mainschleife. Die Teilnehmerinnen sollten nicht mehr eingreifen, sondern einfach den Fluss und das Boot machen lassen. Und wenn sich das Boot dreht, dann ist es so. Und wenn man im Gebüsch festhängt, dann sollte man das möglichst lange aushalten. Aus der angesetzten halben Stunde wurde fast eine ganze, denn die Teilnehmerinnen genossen die Ruhe auf dem Wasser und die idyllische Landschaft, man freute sich über die Natur und dass es auch ohne Anstrengung vorwärts ging.

... und der Bezug zum eigenen Leben und Glauben

Die Schleuse zu einer anderen Ebene (c) Andreas Münster
Die Schleuse zu einer anderen Ebene

Aber auch die unangenehmen Seiten des Lebens wurden deutlich. Bei einer Teilnehmerin spiegelten die nervigen Erfahrungen, dass Sie nämlich ständig ans Ufer getrieben wurde, ihren momentanen Alltag wieder, wo gerade auch dauernd Belastungen zu bewältigen waren.
Anderen wurde unwillkürlich ihr Lebensweg bewusst, auf den sie mit Dankbarkeit blicken konnten. Trieb das Boot rückwärts, kam ihnen automatisch Gedanken zum Lebensrückblick in den Sinn. Drehte es sich nach vorne, betrachteten sie ihre Zukunft. Für wieder andere war das Erleben ein Sinnbild für Ihre Gottesbeziehung: „Gott ist für mich wie ein Boot, der mich in allen Strömungen des Lebens trägt, auch wenn er nicht immer das macht, was ich mir wünsche.“