Tiefgreifende Veränderungen stehen bevor

Außerordentliche Dekanatsversammlung zum Pastoralen Weg im Dekanat Wetterau-West

Erwartungsvoll
Erwartungsvoll
Mo 25. Mär 2019
Andreas Münster

Stehen bevor? Nein, können und müssen gestaltet werden. Daher haben Weibischof und Generalvikar Dr. Udo Markus Bentz und Dr. Wolfgang Fritzen, der Leiter der Koordinierungstelle für den Pastoralen Weg, bei einer außerordentlichen Dekanatsversammlung am 21. März in Nieder-Mörlen über die zukünftigen Aufgaben und die Chancen der Veränderungen informiert.

Eine Kirche, die teilt

Weihbischof Dr. Bentz und Dr. Fritzen
Weihbischof Dr. Bentz und Dr. Fritzen

Am Anfang stand die Orientierung: „Eine Kirche, die teilt“ ist der Maßstab für das Bistum und die zukünftige Gestaltung von Seelsorge. Es geht um Glauben teilen und Leben teilen, aber auch um Ressourcen und Verantwortung teilen. Anschließend wurde über den Zeit und Strukturplan des kommenden Prozesses informiert: Dekanats-Projekt-Team, Resonanzgruppe, thematische Projektgruppen und der Austausch mit der Bistumsleitung sind die Elemente, die die Dekanatsleitung zusammen mit den Prozessberatern in Zukunft koordinieren müssen.

Wahrnehmung schärfen - Realitäten ernst nehmen

Die Dekanatskarte wird überreicht
Die Dekanatskarte wird überreicht

Aber alles Handeln und Planen geht nicht ohne einen weiteren wichtigen Schritt: „Wahrnehmung schärfen.“ Damit ist gemeint, dass man zum einen die äußeren Realitäten ernst nehmen muss. Z. B. wird die Katholikenzahl im Dekanat bis 2030 vermutlich um 18 % sinken, auch die Zahl der Vollzeitstellen in der Gemeindeseelsorge wird aus Personalmangel um 40-50 % weniger werden (von zur Zeit 28,1 Vollzeitstellen auf dann 15,2 Vollzeitstellen). Genauso wichtig ist ein Blick in den sogenannten Sozialraum. Dekan Wanske bekam hierzu eine Dekanatskarte zur Weiterarbeit überreicht.

Vom Bistum ist vorgegeben, dass es im Dekanat in Zukunft noch 3 Pfarreien als Verwaltungseinheit geben wird (bisher 23 Pfarreien in 12 Pfarrgruppen). Der Veränderungsprozess bis dahin ist natürlich auch ein inhaltlicher Prozess, da die bisherige Vorstellung von Pfarrei und Gemeinde weiterentwickelt werden muss. Die Pfarrei der Zukunft wird ein Netzwerk sein, eine Gemeinschaft von Gemeinschaften.

Konstruktive Diskussionen

Mit der Motivation im Rücken
Mit der Motivation im Rücken

Unter den Fragestellungen „Was finde ich motivierend?“, „Woran störe ich mich?“, „Wo habe ich noch offene Fragen?“ und „Was möchte ich ergänzen?“ konnten die über 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Haupt- und Ehrenamt ihre Rückmeldungen zunächst auf Pinnwände schreiben und dann im anschließenden Austausch ihre Fragen direkt benennen. Es war eine konzentrierte und konstruktive Atmosphäre. Mit großer Euphorie muss man bei Veränderungsprozessen nicht rechnen, aber Depression war auch keine zu spüren. Es war die Auftaktveranstaltung, über Erfolg oder Misserfolg werden die kommenden Monate und Jahre entscheiden.