Von Quellen und Wegen

Pilgerwanderung der Wetterauer Dekanate "Zu den Quellen"

Unterwegs (c) Dekanat Wetterau-West
Unterwegs
Mo 23. Sep 2019
Andreas Münster

Wenn neue Quellen sich zeigen, die Schönheit der Natur das Herz berührt, die Gemeinschaft einen trägt und man weiter und höher kommt, als man dachte, dann war wieder ein Gruppe „Zu den Quellen“ unterwegs, der Pilgerwanderung der Wetterauer Dekanate durch Wetterau und Vogelsberg.

Rastplatz (c) Dekanat Wetterau-West
Rastplatz

Pilgern vor der Haustür ist einer der Überschriften dieser Veranstaltung, welche die Dekanatsreferenten Nobert Albert und Andreas Münster seit 2013 anbieten. Sie verbindet die christlichen Zeugnisse der Wetterau mit dem Erleben der Natur und der Erfahrung des Unterwegs-Seins.

Das Wesentliche einer Pilgerwanderung ist natürlich das Laufen, bei jedem Wetter und mit Gepäck - und hin und wieder hatte der eine oder die andere der Teilnehmer/innen durchaus schwer an Rucksack und Weg zu tragen. Dazu fanden sich bei „Zu den Quellen“ aber an vielen markanten Stationen Menschen, die der Gruppe von diesem Ort, ihrem Glauben und ihrem Leben erzählten. Z. B. der Küster von Maria Sternbach oder die Äbtissin des Klosters Engelthal, das heimatvertriebene Gemeindemitglied der katholischen Pfarrei von Schotten oder der evangelische Pfarrer über seine Beziehung zum mittelalterlichen Marienaltar. In diesen oft persönlichen Zeugnissen spielten immer wieder Wege eine Rolle: Z. B. die Wege, die die Menschen gehen mussten um die Kirche Maria Sternbach zu erhalten oder das Kloster als Ort um auf dem Weg einmal zur Ruhe zu kommen. Diese Hinweise auf die äußeren Wege waren für die Pilgergruppe mehr als einmal Anlass, über die eigenen Lebenswege nachzudenken.

Neben den Wegen waren die Quellen der zweite thematische Brennpunkt dieser Tage. Ganz konkret durch das Erreichen der Niddaquelle, aber auch geistlich in den Tagen davor: Was brauche ich wirklich und was ist verzichtbar? Was habe ich zu tragen und wer oder was trägt mich. Sehr interessant war am Ende die Information über den eigentlichen Ort der Niddaquelle: Die bisherige, ausgeschilderte Niddaquelle ist vor ein paar Jahren versiegt, aber ein paar Meter  weiter entstand eine neue Quelle. Neben den geologischen Fragen war das für die viele Teilnehmer/-innen vor allem ein Sinnbild für das Leben und den Glauben. Es kann sein, dass etwas versiegt, aber es entsteht auch Neues.

Gruppenbild auf dem Taufstein
Gruppenbild auf dem Taufstein

Am Ende waren sich alle einig, es war eine erlebnisreiche, spannende und schöne Woche. Oder wie es eine Teilnehmerin schrieb: „Auch Tage nach dem Abschied bin ich noch begeistert und voll erfüllt von den vielen guten und schönen Eindrücken und den geistigen als auch geistlichen Impulse. Die Kombination Wandern, Unterhalten, Schweigen und das gemeinsame Essen und Trinken finde ich … sehr gut“.