„Mein Lieblingsplatz“ – Ein Angebot zur Digitalen Glaubenskommunikation im Advent.

 

Mit dem Ende der Weihnachtszeit am 02.02. ändert sich auch das Gesicht dieser Seite

und blickt dann auf die kommende Fastenzeit und Ostern.

Bis dahin sind alle Beiträge noch zu lesen.

24 Personen - 24 Lieblingsplätze

Tag für Tag wird ein neuer Lieblingsplatz enthüllt.

Und wo ist dein Lieblingsplatz?

Ruth Strittmatter

Ruth Strittmatter

Wo bzw. wann, in welcher Situation, bei welcher Tätigkeit fühle ich mich wohl? Was erfüllt mich, schenkt mir ein gutes Gefühl, tut einfach gut?
Da fällt mir spontan ein, dass ich mich gerne mit Texten beschäftige, Texte formuliere – z.B. für Gottesdienste oder Andachten -, die anderen vorgetragen, mit anderen zusammen weiteren Menschen zu Gehör gebracht werden.
- Texte, in denen ich von meinem tiefen Glauben an Gott Zeugnis ablegen kann, anderen von meiner großen Gewissheit von der Gegenwart Gottes in unserem Leben berichten kann.
- Texte, die von meiner großen Dankbarkeit für diesen Glauben berichten.
- Texte, die auch anderen Mut machen sollen zum Glauben an Jesus Christus.
- Texte, Gebete, die ich z.B. zu Trauungen und Taufen formuliere, oder auch zur Beerdigung von Freunden oder Familienangehörigen.
Diese Texte müssen für mich authentisch sein.
Die Texte oder auch Gebete sollen mit uns hier in unserer Welt etwas zu tun haben, sollen für jeden und jede verständlich sein, eben lebensnah, mit Formulierungen in unsrer heutigen Sprache. Jesus Christus ist da ein gutes Beispiel, an dem ich mich orientiere. Und diese Erfahrung dieser tiefen Zufriedenheit, die durch meinen Glauben an Jesus Christus entsteht, möchte ich auch anderen nicht vorenthalten. Auch sie sollen von diesen möglichen - von meinen - wunderbaren Erlebnissen erfahren.

Bischof Kohlgraf

Bischof Kohlgraf

Einer meiner Lieblingsplätze ist die Mainspitze. Das ist das Gebiet am – von Mainz aus gesehen – anderen Ufer des Rheins, wo der Main in den Rhein mündet. Von der Mainzer Innenstadt aus ist es ein schöner Spaziergang dorthin, über den Rhein, durch die Natur am Ufer entlang, heraus aus dem Alltag.
Von der Mainspitze hat man einen wunderbaren Blick auf die Stadt Mainz. Der Dom im Zentrum und die vielen anderen, schönen Kirchen fallen sofort ins Auge. Sie lassen die große Vergangenheit der Stadt erahnen, auch ihre Bedeutung für die Kirche. Und sie stehen für mich auch dafür, dass der Glaube mitten in die Stadt gehört – dort, wo das Leben spielt. Und schließlich: Es ist ein Blick aus der Distanz, und das erinnert mich daran, dass man manchmal mit etwas Abstand eine neue Perspektive gewinnt und mehr und anderes sieht. 

Leo Gründer

Leo Gründer

Lieblingsplatz, Lieblingsplatz, das klingt irgendwie weit weg.

Dabei gehts mir dann gut, wenn ich ganz bei mir bin.

Wenn ich ganz meinen Körper spüre, von Füßen bis zum Kopf.

Wenn ich ganz von der Erde getragen bin,

wenn ich den Himmel ganz nah bei mir spüre.

Dann bin ich an meinem Lieblingsplatz.

Ganz hier, ganz Mensch.

Ohne meinen Lieblingsplatz geh ich nirgendwo hin!

Celiea Lesczensky

Celiea Lesczensky

Da ich ein familiärer Mensch bin, fühle ich mich an Orten, an denen sich meine Familie befindet, wohl. Sie gibt mir Kraft, Geborgenheit, Freude und unterstützt mich in jeder Lebenslage. Ich kann mich immer auf sie verlassen.
Auch von Musik bin ich sehr begeistert. Überall, wo sich ein Musikinstrument befindet, oder wo Musik gespielt wird, kann ich all meine Sorgen vergessen. Ich kann mich kreativ ausleben und meinen stressigen Alltag für einen kurzen Moment vergessen. Musik verbindet die Menschen, so unterschiedlich sie auch sind, es entsteht eine Gemeinschaft. Daher gehören auch alle Orte, die ich mit Musik verbinde, zu meinen Lieblingsplätzen.

Bardo Kneib

Bardo Kneib

Mein Lieblingsplatz:
Bank im Garten mit Blick auf Obstbäume und Rebstöcke
Der Platz in meinem Leben, an dem ich mich sinnerfüllt erfahre:
beim Beten, aktivem Beten!
Mein Platz in mir:
gute Arbeit mit Pflanzen und Boden (Erde)
Mein Platz bei Gott - wo würde ich ihm Stall stehen:
am Eingang als Hirte
Mein Sehnsuchtsort: wo will ich noch hin:
gutes Sterben, loslassen, vertrauen auf Gottes gute Hände, Barmherzigkeit

Edith Keßler

Edith Keßler

Mein Platz im Leben, an dem ich mich als sinnerfüllt erfahre, ist an der Seite von Menschen, die meine Begleitung am Ende ihres Lebens möchten.

Ich bin seit 15 Jahren als ehrenamtliche Hospizbegleiterin tätig und besuche regelmäßig Menschen, die unheilbar erkrankt sind und gehe den letzten Lebensweg gemeinsam mit ihnen und ihren Angehörigen.

Diesen Menschen schenke ich Zeit und ein offenes Ohr. Sie können mir sagen, was sie beschäftigt, was sie bedrückt, über all das sprechen, womit sie ihre Angehörigen nicht belasten möchten. Wir schauen Fotos; sprechen über das Leben; unternehmen, wenn es noch möglich ist Ausflüge oder Spaziergänge; besuchen Orte, die den Menschen im Leben wichtig waren; hören Musik; spielen Spiele, und wir lachen. Mein Gegenüber gibt mir seine Richtung an, seinen Weg, seine Bedürfnisse und ich gehe einfach mit.

Ich entlaste Angehörige, indem ich da bin und sie diese Stunden ruhigen Gewissens auch mal für sich nutzen können.

Ein Grundgedanke der Hospizarbeit ist: „Es geht nicht darum, das Leben mit Tagen zu füllen, es geht darum, die letzten Tage mit Leben zu füllen“, es geht um „Leben bis zuletzt“!  Und dabei helfe ich gerne mit.

Ich gebe und bekomme so viel zurück! Offenheit, Vertrauen, Freundlichkeit, Dankbarkeit, ein herzliches Lachen, ein freundlicher Blick, ein inniger Händedruck.

Da wo ich bin, bin ich am richtigen Fleck, und dafür bin ich sehr dankbar!

Magdalena Damrath

Magdalena Damrath

Mein Lieblingsplatz ist immer da, wo ich mit anderen Menschen zusammen Musik machen kann. Einfach so spontan mit Freund*innen, nachts in Taizé mit Fremden oder auch in Gebeten und Gottesdiensten mit meiner Band: für mich schaffen alle diese Momente ein unfassbares Gemeinschaftsgefühl und stärken auch meinen Glauben in vielerlei Hinsicht. Sie schenken mir Kraft, mich auch im Alltag getragen zu fühlen.

Pater Cyril Thundathil

Pater Cyril Thundathil

Wann immer es meine Zeit erlaubt, nutze ich die Gelegenheit, um eine Joggingrunde zwischen Mörlenbach und Rimbach zu drehen. Das Laufen macht meinen Kopf frei und ich fühle mich anschließend zwar ausgepowert, aber gleichzeitig richtig fit.

Auf der Strecke gibt es einen kleinen See - eher ein Teich -, an dem eine Bank steht. Dort mache ich meist eine kurze Pause, lasse mir die Sonne ins Gesicht scheinen, atme durch und schaue mir die Natur ringsum an. Ich sehe den Fischen im Wasser zu, höre das Vogelgezwitscher und nicke anderen vorbeikommenden Jogger/innen und Spaziergänger/innen zu. Diese Bank ist ein besonderer Ort für mich, ein Sehnsuchtsort, von dem ich innerlich erholt wieder aufbreche.

Felicitas Schnersch

Felicitas Schnersch

Mein Lieblingsplatz…

… ist mein Arbeitsplatz.
Ich arbeite in einem Bestattungsinstitut in Wiesbaden, als Auszubildende
zur Bestattungsfachkraft im 3. Lehrjahr.
Für mich ist es ein Ort der Wertschätzung gegenüber dem Leben. Hier trifft man Menschen in der schwersten Situation ihres Lebens - nach dem Verlust eines geliebten Menschen.
Ich habe die würdevolle Aufgabe, diese Menschen ein Stück auf ihrem Weg zu begleiten.

Jeden Morgen komme ich zur Arbeit und weiß nicht, was der Tag bringt, doch genau das macht meine Ausbildung für mich so spannend.

Ab und zu sitze ich nach Feierabend mit meinen Kollegen zusammen. Wir erzählen und lachen zusammen. Auch wenn der Beruf nicht immer einfach ist, sind es diese Momente, die einem wieder Kraft geben. Wenn ich abends nach Hause fahre, weiß ich, dass ich etwas Gutes getan habe.

Für mich ist dieser Platz mehr als nur Arbeit. Es ist ein Ort der Begegnung, des Miteinanders und der Herausforderung. Jeden Tag aufs Neue.

Br. Antonius Joos

Br. Antonius Joos

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Annika Helm

Annika Helm

Mein Lieblingsplatz ist der Moment, wenn ein Neugeborenes zum ersten Mal das Licht der Welt erblickt. 

In meinem zukünftigen Beruf als Hebamme darf ich bei diesem unbeschreiblich tollen Moment dabei sein.

Vom ersten Herzschlag bis kurz vor dem ersten Atemzug ist das Kind im Mutterleib geschützt und entwickelt sich gefühlt wie von selbst zu einem vollständigen Menschen, der bereit ist zu leben und weitere großartige Entwicklungen durchzugehen.

Die ganze Last der Schwangerschaft und der Wehen, die Schmerzen und die Anstrengung der Geburt, sie fallen alle auf einmal ab, wenn Mutter und Kind sich zum ersten Mal anschauen. Eine Frau wird diese Zeit wohl nie wieder vergessen. Für viele ist es das schönste und prägendste Erlebnis in ihrem Leben. 

Egal wie viele Geburten ich betreue, wenn ein Kind geboren wird, ist es jedes Mal für mich das größte und schönste Wunder! 

Klaus Neumeyer

Klaus Neumeyer

Mein Lieblingsplatz – das ist, wenn ich irgendwo sitze und etwas Sinnvolles tue. Zum Beispiel den Sprachunterricht für meine Schüler*innen vorbereite.

Früher habe ich BWL unterrichtet und Referendar*innen ausgebildet. Heute unterrichte ich Migrant*innen und Geflüchtete in Deutsch.

Meinen Referendar*innen habe ich gerne folgendes Bild mitgegeben, das für mich auch heute noch gilt:

„Stellt Euch ein Theater vor. Ihr seid gleichzeitig

  • die Schriftsteller*innen
  • die Regisseur*innen
  • die Bühnenbildner*innen
  • eine*r der Schauspieler*innen
  • die Kritiker

Und jetzt fangt an zu arbeiten. Das ist Eure Bühne!
Achtung: Ihr seid gut, wenn Ihr es schafft, mit jeder 3. Stunde zufrieden zu sein.“

Das ist eine wunderbar kreative Tätigkeit! – Wenn man das Glück hat, sie mit Muße und ohne Zwang tun zu können. Schwierig wird es, wenn man die Dinge – wegen Zeitmangel oder aus anderen Gründen – nur halb tun kann oder halbherzig tun muss.

Großartig, wenn es gelingt, komplizierte und komplexe Dinge so herunterzubrechen, dass sie am Ende ganz einfach sind, ohne dass sie dabei etwas von ihrer Tiefe verlieren. Wenn es dann auch der*die Letzte wirklich verstanden hat, bin ich zufrieden. Wenn nicht, fordert es mich heraus, es für die nächste Runde zu perfektionieren.

Sprachliche Naturtalente brauche ich nicht zu unterrichten. Die schaffen es allein. Meine Aufgabe ist es, denen, die weniger Sprachgefühl haben, eine Struktur zu vermitteln, ihnen mit Bildern, Geschichten, Sprüchen, Schauspielerei … Anker zur Verfügung zu stellen, an denen sie sich entlang hangeln können.

Ich interessiere mich für Menschen. Es geht mir darum, sie zu stärken und ihr Selbstbewusstsein zu festigen. Deshalb muss auch das Erreichte immer mehr Gewicht haben als die Mängel und Fehler, die trotzdem quasi nebenbei korrigiert werden müssen.

Es macht mich fröhlich, wenn ein*e Schüler*in anruft, um mir etwas zu erzählen… und dabei sauber spricht.

Ich hatte Glück, denn in den verschiedenen Phasen meines Lebens habe ich immer ein Stück von diesem Lieblingsplatz gefunden.

Tesfit Hagos

Tesfit Hagos

Mein Lieblingsplatz ist der Fußballplatz. Hier herrscht ein Gemeinschaftsgefühl, und Teamwork ist von großer Bedeutung. Ohne ein Team, in dem jeder (egal welcher Altersgruppe, Nationalität, Ethnie, Religion man angehört) den jeweils anderen unterstützt, kann man nicht gewinnen. Ein Team, in welchem man immer zusammenhält, um gemeinsam ein Ziel zu erreichen, auch wenn es gerade mal nicht so gut läuft. Denn mit anderen Menschen macht alles viel mehr Spaß als allein.
Im Allgemeinem kann man sagen, dass der Sport die Welt positiv verändert, Brücken schlägt und zum Frieden beitragen kann.

Jeannette Dorff

Jeannette Dorff

Mein LIEBLINGSPLATZ ist …

... dort, wo Licht die Dunkelheit verdrängt.

... die Insel, die Zuflucht birgt für Menschen auf der Flucht.

... dort, wo Einsicht herrscht, dass wir gemeinsam weiter kommen.

... dort, wo Bereitschaft für Miteinander besteht.

... dort, wo Lebensfreude spürbar ist.

... die Insel der Glückseligen.

... dort, wo Nachbarn sich gegenseitig wahrnehmen und respektieren.

... dort, wo Gleichberechtigung ein hohes Gut ist.

... dort, wo Spaß haben normal ist.

... dort, wo Paragraphen nicht das Leben bestimmen.

... dort, wo Liebe zueinander gedeiht.

... dort, wo Armut überwunden wird.

... dort, wo Trübsinn nicht von Dauer ist.

... dort, wo Zwang keinen Platz hat.

Mein LIEBLINGSPLATZ ist ein Sehnsuchtsort, an dem all dies möglich ist.

Christopher Jones

Christopher Jones

DER LIEBLINGSPLATZ IN MEINEM LEBEN

Ortsangabe: überall möglich, auf der Fähre, im Proberaum, zu Hause in der Küche, bei Freunden, eine Tankstelle irgendwo ‘on the road‘

Accessoires: ggf 1 Tasse Kaffee oder Tee (evtl mit “Schuss” aus meinem Flachmann – pharisäisch), einen Stift in der Hand, bestenfalls eine Gitarre in der Nähe!

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Ich entwickle einen Text aus dem Augenblick heraus: Trotz, Liebe, Frust, Reflexion, Lautmalerei… ein kl. Lagebericht >> was bewegt mich, welche Gedanken sausen mir heute durch den Kopf? Ich sitze mit Schreibgerät und Papier und horche in mich hinein, springe auf die gedankliche Achterbahn meiner Neuronen/meiner Phantasie auf und lasse mich vom Strom mitreißen – mache Notizen, schreibe den ersten Satz. Es sollte ratz fatz gehen, „…nicht zu viele Achterbahn-Waggons vorbeiziehen lassen“, sage ich mir, „sonst ist der Zug vorbei und du verpasst den Anschluss!“  

Also ‘raus damit, aufs Papier, in die Welt des Rhythmus und der Töne. Dann suche ich vielleicht noch einen Reim darin, einen Schlüsselsatz der zum Refrain, der als Angelpunkt für eine ganze Strophe taugt! Und fertig ist die Prosa-Lyrik.

Danach bin ich leer, zufrieden. Halte Gott und der Welt meinen Zettel hin, zum Begutachten. So ist mein Leben, hier & jetzt. Schmunzel, schmunzel – grins grins! Vielleicht mach‘ ich einen flotten 6/8-Blues oder einen Country-Rockabilly draus. Dann wird die Achterbahn sogar tanzbar und auf jeden Fall – erträglich!

Hier kannst Du mal rein hören:

zur Musik

Rafaela Fontana

Rafaela Fontana

Mein Lieblingsplatz ist bei der vovó. Das ist unsere Oma in Brasilien. Weil die so gut backen kann. Am besten ist der Schokokuchen mit m&m’s. Und weil die so einen großen Wald voller Hühner hat.

Rebecca Koss

Rebecca Koss

Mein Lieblingsplatz ist derzeit unser Unverpackt Laden in Nieder-Olm. Ja, Sie lesen richtig - mein Arbeitsplatz:).

Ich habe schon sehr lange davon geträumt, einen eigenen Laden oder ein Café zu besitzen und dadurch mit vielen Menschen in Kontakt zu kommen. 

Wie kam es dazu?:

Das Experiment

Für die Sendung PUR+ im ZDF haben wir als Familie vier Wochen lang ein plastikfreies Leben getestet. Ziel war es herauszufinden, wie sich Plastik aus Lebensmittelverpackungen auf den Körper auswirkt. Dazu wurden am Anfang und am Ende Urinproben auf sieben Weichmacher getestet. Das Ergebnis: In den vier Wochen haben sich die Werte bei allen Familienmitgliedern drastisch verbessert. Aus einer Laune heraus „ach - einen eigenen Unverpackt Laden zu haben wäre auch schön.“... Tja, aus einer so dahingesagten Floskel wurde ca. ein Jahr später dann wirklich ernst.

Durch meine Tätigkeit für die Caritas in der Netzwerk Leben Stelle im Dekanat Mainz-Süd war es viele Jahre möglich,Kontakt zu und mit Familien, Kindern und Ehrenamtlichen zu bekommen und ich fand es vor allen Dingen sehr bereichernd, die Generationen in verschiedenen Projekten zusammen zu bringen. 

Diese Erfahrung und die daraus entstanden Kontakte kann ich sehr gut in meiner neuen Aufgabe im Unverpackt Laden einbringen und umsetzen.

Es liegt mir viel daran, nicht nur Verkäuferin zu sein, sondern vor allem in Beziehung zu unseren Kunden zu treten und mit ihnen über das Thema Nachhaltigkeit zu sprechen. Das gelingt insofern ganz einfach, da ich ja bereits zu Beginn die Fragen stelle: Waren Sie schon einmal in einem Unverpackt Laden? Darf ich Ihnen erklären wie es funktioniert und etwas zu unseren Produkten erzählen? …. und schon bin ich im Gespräch mit den Kunden. In unserem kleinen Laden kann ich mir das auch erlauben und die Zeit nehmen - so lange der Kunde möchte:). 

Deshalb ist unser Laden mein aktueller Lieblingsplatz -  weil ich mir eine Oase schaffen konnte, in der ich mich rundum wohl fühle. Ich kann immer wieder kreativ sein; neue Dinge austesten und erfahre vor allem ganz viel Neues zum Thema nachhaltige und bewusste Lebensmittel. Außerdem riecht es immer so gut bei uns:). 

Mir wird immer mehr bewusst, wie wichtig es ist, eigentlich wieder Schritte zurück zu gehen - nach dem Motto „Hätte Oma auch so gemacht“. Ich muss wirklich sehr oft an meine Uroma denken, die sehr viel selbst angebaut, sich immer bewusst und gesund ernährt, nur feste Seife benutzt hat und genau so ihren Haushalt führte, wie ich jetzt den Lebensstil im Laden vermittle. Und ich merke, man braucht gar nicht viel - dieser ganze Überfluss, dem wir täglich ausgesetzt sind, ist völlig unnötig. Es freut mich immer wieder, wenn Kindergärten, Schulklassen oder andere interessierte Gruppen zu uns in den Laden kommen und mit uns einen Workshop planen möchten - zum Thema unverpackt, Plastik, Nachhaltigkeit.

Fazit: Ich darf aktuell genau das machen, was mir Spaß macht und das empfinde ich als großes Glück und nicht nur als Arbeit. Denn unser neues Lebensmotto - weniger ist mehr - hat die ganze Familie ergriffen, in positivem Sinne; und das ist einfach ein befriedigendes und schönes Gefühl.

Jörg Niesner

Jörg Niesner

Das Wichtigste an meinem Lieblingsplatz ist: Er hat ein Gegenüber. Ob in einem kleinen mondänen Café, einer familiären italienischen Trattoria mit Mortadella-Ciabatta und einem Glas Lugana oder auf einer sonnigen Wiese im Park: Ich liebe es, wenn Menschen ihre Geschichten erzählen. Wenn die Atmosphäre stimmt, sie sich wohlfühlen und mit funkelnden Augen in Worte packen, was ihnen etwas bedeutet. So bunt, denke ich dann oft, sind Gottes Wege mit uns Menschen. Und dann darf ich für einen Moment Teil dieser Wege sein. Das finde ich toll. Und es weitet meine Sicht auf die Welt. Manchmal gibt es auch meinem Leben mehr oder weniger neue Koordinaten und ich bleibe nicht stehen, wenn ich von meinem Lieblingsplatz aus aufbreche.

Hicham El Harti

Hicham El Harti

Jedes Jahr machen Millionen Menschen weltweit und Tausende aus Deutschland ihre Pilgerfahrt nach Mekka. Mekka in Saudi-Arabien wird von Hundert-Millionen Muslimen als Traum-Ort gesehen, den man gerne eines Tages besuchen möchte, da dort die Kaaba ist, die die Gebetsrichtung für alle Muslime weltweit darstellt.

Meine Liebe zu Mekka und der Kaaba habe ich seitdem ich denken kann. Am größten ist die Liebe geworden, als ich im Jahre 2010 meine Pilgerfahrt machte. Ich musste minutenlang vor Freude weinen, als ich vor der Kaaba ankam. Ich kann heute sagen, dass mein Lieblingsort die Kaaba in Mekka ist.

Ich war 6 Mal nach der Pilgerfahrt wieder in Mekka und habe es immer wieder genossen (auch mit Tränen am Gesicht), vor der Kaaba zu sein.

Es waren immer kurze Besuche von 5–8 Tagen, in denen ich unerklärlicherweise und überraschenderweise mehr gute Taten tun konnte als woanders. Die 604 Seiten des Quran, für die ich normalerweise 2 bis 3 Monate brauche, schaffe ich jedesmal in Mekka und meistens vor der Kaaba in 3 Tagen. Ich schaffte es immer in Mekka, den Quran innerhalb einer Woche 2 – 3 Mal vollständig zu lesen. Freiwilliges Fasten, was im Islam sehr verbreitet ist, wird in Mekka fast täglich bei 45°C gemacht. In der Moschee, wo die Kaaba ist, organisieren und spendieren immer unbekannte Leute das Fastenbrechen für Tausende von Menschen.

Wenn ich bei der Kaaba bin, und das kann mehrere Stunden jeden Tag dauern, habe ich kein Handy dabei und keine anderen Ablenkungen. Und trotzdem gehen die 12–16 Stunden so schnell, dass man das gar nicht merkt.

COVID-19 hat dafür gesorgt, dass ich meinen Lieblingsplatz seit fast 2 Jahren nicht mehr besuchen konnte. Sehnsucht-Tränen bleiben weiterhin, wenn ich die Kaaba sehe, auch wenn ich fast 5500 km weit weg davon bin. Aber sobald die Lage dies zulässt, werde ich wieder meinen Lieblingsort besuchen inchaa LLAH.

Sr Mirjam

Sr Mirjam

Leon Wambold

Leon Wambold

Mein Lieblingsplatz ist seit Jahren der Fußballplatz, um genauer zu sein sogar der Strafraum. Als Torwart ist das mein Raum, den ich verteidige und der mir schon so viel zurück gegeben hat. Vertrauen in mich selber, aber auch in die Menschen und mein Team. Wenn es mir schlecht geht, bin ich immer gerne auf dem Fußballplatz, denn dort kann ich all meine Sorgen loslassen, egal wie, und die Wut kann ich auf den Ball übertragen. Ich bin froh diesen Platz gefunden zu haben und will ihn auch nicht mehr in meinem Leben missen.

Weihbischof Udo Markus Bentz

Weihbischof Udo Markus Bentz

Vielleicht klingt es nach Klischee: Im Winter ist mein Lieblingsplatz eindeutig vor meinem Kamin in meiner Wohnung. Im Sommer ist das anders: eine Bank im Wald, die Stille im kühlen Mainzer Dom oder der Gartenstuhl in meinem Hof mit Blick auf den Turm der Quintinskirche. Aber im Winter ist es der Sessel vor dem Kaminfeuer.

Und zwar nicht am Abend mit einem Glas Wein und einem Buch - wie das eben dem typischen Klischee entspräche. Nein! Meinen Lieblingsplatz vor dem Kaminfeuer finde ich am frühen Morgen, wenn es draußen noch dunkel ist und die Stadt noch stillsteht. Auch in meiner Wohnung ist es dann sehr still - kein Radio, keine Musik über Ohrstöpsel. Nichts. Ich schaue einfach nur ins Feuer. Das Holz knackt. Manchmal zischt es. Die rote Glut.

Feuer hat mich schon immer fasziniert, ob Lagerfeuer oder Kamin: die Wärme, auch die Hitze, der Geruch des brennenden Holzes, auch der Rauch. Es ist merkwürdig: Feuer ist immer in Bewegung, - ständig wechselt die Farbe, immer neue Flammen formen sich - eben ganz lebendig. Aber während das Feuer meinen Blick wie magisch anzieht, werde ich innerlich gerade nicht unruhig, sondern ruhig. Bemerkenswert: Der Platz vor dem Kamin hilft mir, mich ganz zu konzentrieren, alles um mich herum sein zu lassen - einfach da zu sein. Das ist meine wertvollste Zeit des Tages, bevor sich das Hamsterrad der tausend Aufgaben zu drehen beginnt. Und ich spüre in diesem konzentrierten Dasein vor dem Kaminfeuer, dass sich mit dem Blick auf den vor mir liegenden Tag die Dinge ordnen. Ein Psalmvers hilft mir manchmal dabei. Oder auch ein Satz aus dem Evangelium des Tages. 

Es überrascht nicht, dass im brennenden Dornbusch Gott zu Mose spricht, dass in der Feuersäule in der Nacht das Volk Israel seinen Weg durch die Wüste geht und sich Gottes Gegenwart gewiss ist, dass das Osterfeuer Jahr für Jahr die Wende vom Tod zum Leben markiert.

Wann immer ich im Winter zuhause bin, stehe ich früh auf. Dann geht mein erster Gang zum Kamin, um Holz aufzulegen, getränkte Holzwolle dazwischen zu stecken, Anzündholz obenauf zu legen und schließlich das Feuer zu entzünden. Ein stilles Ritual. Mein Lieblingsplatz. Meine wertvollste Zeit des Tages - und die Gewissheit: ER ist da.

Claudia Denz

Claudia Denz

In meiner Umgebung finde ich keinen Lieblingsplatz. Ich werde abgelenkt oder ich lasse mich ablenken, so finde ich keine richtige Ruhe für meinen Lieblingsplatz hier.

Meinen Lieblingsplatz habe ich in Taizé gefunden. An diesem Ort gibt es 2 Plätze, wo ich am besten zur Ruhe komme und auch gut beten kann. Einer ist die Dorfkirche und der andere ist die Versöhnungskirche vor den Gebeten.

An diesem Ort finde ich auch die Aussicht und die Abgeschiedenheit so herrlich.

Vor allem rundherum die ganzen Hügel mit den Wäldern. Dies strahlt für mich irgendwie Freiheit aus.

Dort mag ich auch die Sonnenuntergänge, ich finde, sie sehen dort farbenfroher und intensiver aus als hier bei mir zu Hause.

Wenn ich von dort wieder zurückkomme, bin ich entspannt und habe für einige Zeit auch wieder Kraft gesammelt.

Ein anderer Grund ist, hier kann ich frei über meinen Glauben mit anderen reden, meine Aussagen werden hier auch so stehen gelassen.

Leider ist der Platz so weit weg, aber ich habe mir Möglichkeiten eröffnet diesem Ort ein wenig näher zu sein, indem ich Taizégottesdienste besuche oder mir die Nacht der Lichter im Internet angucke.

Johannes Borgetto

Johannes Borgetto

Die ganze Erde ist ein Stall. – Das ist deprimierend.

Überall sind „Herodianer“ am Werk.
Gerade lese ich von den Flüchtlingen aus Myanmar, die nach Thailand geflohen sind - und dort vom Regen in die Traufe gekommen sind. Nicht zu schweigen von den Rohingya in Bangladesch. Oder von den Flüchtlingen, die die europäische Union lieber ersaufen lässt als einen Platz im Stall anzubieten.

Die ganze Erde ist der Stall – Das ist tröstlich.

Das göttlich Erlösende strahlt in alle Winkel. ES hat viele Namen. Das habe ich im interreligiösen Dialog gelernt. In unserer Tradition heißt ES Jesus, der Christus, der von Gott Gesalbte, der Messias. In anderen einfach nur Humanität, Solidarität. Insgesamt ist es die „Option für die Armen“.

Mein Lieblingsplatz? Dort, wo ich an der Seite Anderer an dieser Option arbeiten kann. An der Seite von Christinnen und Buddhisten, von Humanisten und Musliminnen, von ….