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Das neue Pfarrsiegel

Hirsch
In den nächsten Wochen muss sich die Pastoralraumkonferenz für ein neues Pfarrsiegel entscheiden. Dabei hat folgender Entwurf beste Chancen:
Datum:
5. Apr. 2026
Von:
Dr. Peter Eckstein, Pfr.

Eine satirische Anregung zu österlichem Gelächter von Pfr. Peter Eckstein, K.o.-ordinator

Die Darstellung ist in ihrer Aussagekraft vortrefflich! Sie nimmt die Ortsbezeichnung „Am Triesch“, das Naturschutzgebiet zwischen Griesheim und Weiterstadt, in den Focus. Hier kann man mitunter auf Hirsche stoßen - einige sogar auf vier Beinen - wie uns naturbegeisterte Pfarrangehörige berichten. Das Bild wird so zu einem Ausdruck christlich natürlicher Bodenständigkeit.

In der Bibel ist der Hirsch aussagekräftiges Symbol für die Sehnsucht nach Gott: „Wie der Hirsch lechzt nach frischem Wasser, so lechzt meine Seele, Gott, nach Dir“ (Ps 42,2), betet der Psalmist. Im Hohenlied vergleicht die Braut ihren Geliebten mit einem jungen Hirschen (Hld 2,9), was nach den Kirchenvätern ein Bild für die Seele in ihrer Sehnsucht nach Christus ist.

Andererseits werden in den Klageliedern Jeremiae die gottvergessenen Fürsten Israels mit kraftlosen Hirschen verglichen, die keine Weide finden (Klgl 1,6f). Diese Warnung gerade für Kirchenverantwortliche, Gott zur Nebensache zu machen, dürfte stets aktuell bleiben.

Vor allem an manche Etappen des Pastoralen Weges mag uns der Hirsch erinnern. Nicht wenige Mitarbeitende in Verwaltung und Pastoral klagen immer wieder über ein stets undurchsichtiger werdendes Gestrüpp innerkirchlicher Bürokratie, das sie beinahe zum „Hirschen“ gemacht habe. Solche Eindrücke prägen sich siegelgleich ein. Wer da nicht gelernt hat, manches unbekümmert zu überspringen, verheddert sich schnell im Vorschriftendickicht.

„Besser in einem Heer und hauffen der Hirsche, da ein Löw oberster Feldherr ist, denn in einem Heer und Hauffen der Löwen, da ein Hirsch Oberster“, sagt Luther in seinen Tischreden. Die Berufsbezeichnung des „Geweih-ten Amtsträgers“ erhält so eine ungeahnt neue Bedeutung.

Der Prophet Jesaja verheißt seinem Volk eine Heilszeit, in der „der Lahme wie ein Hirsch“ springt (Jes 35,6) - eine stets bedeutungsvolle Ermunterung für müde gewordene ChristInnen. Daran mag uns das leuchtende Kreuz über dem Geweih erinnern.

Was wäre für uns als Siegelbild also geeigneter, als der Hirsch? Und damit verbunden gelegentlich ein vernehmbares Röhren in Richtung der dienstvorgesetzten Stellen. Für eine vitale Gemeinde gäbe wohl kaum ein kräftigeres Lebenszeichen. Brief und Siegel darauf!

„Christ ist erstanden!“ Halali (… oder wie hieß das doch gleich?)!

In diesem Sinne: Frohe Ostern!